Die US-Raumfahrtbehörde NASA steht vor einem Strategiewechsel. Die Trump-Vance-Administration hat am letzten Freitag die Budgetplanung für das Haushaltsjahr 2026 vorgestellt, die eine grundlegende Neuausrichtung der (amerikanischen) Raumfahrt vorsieht. Der Fokus liegt klar auf der beschleunigten Erforschung von Mond und Mars – allerdings unter völlig neuen Vorzeichen. Das vorgeschlagene Budget für die NASA beträgt 18,8 Milliarden US-Dollar für 2026, eine Reduzierung um 6,0 Milliarden US-Dollar oder 24,3 % gegenüber den 24,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.
Erwähnenswert ist die geplante Einstellung des Space Launch Systems (SLS) und der Orion-Kapsel nach der Artemis III-Mission. Stattdessen setzt die NASA künftig auf kostengünstigere kommerzielle Systeme für weitere Mondmissionen. Auch das Gateway-Programm, eine geplante Raumstation im Mondorbit, fällt dem Rotstift zum Opfer. Die bereits produzierten Komponenten sollen in anderen Missionen weiterverwendet werden.
Mit einem Budget von über 7 Milliarden Dollar für die Mondexploration und einer Milliarde Dollar für Mars-Programme unterstreicht die Administration immerhin ihre Ambitionen. Wichtig ist es den Amis, vor den Chinesen auf den Mond zurückzukehren und auch auf dem Mars zu laden. Gleichzeitig werden jedoch etablierte Programme wie die Mars Sample Return Mission eingestellt. Die internationale Raumstation ISS soll ab 2030 durch kommerzielle Stationen ersetzt werden. Bis dahin wird die Besatzung reduziert und die Forschung stärker auf Mond- und Mars-relevante Themen ausgerichtet.
Erwähnen kann man auch die Streichung der klimabezogenen Luftfahrtforschung. Die Entwicklung von Technologien für die Flugsicherung und andere kommerzielle Anwendungen bleibt jedoch erhalten. Die amtierende NASA-Administratorin Janet Petro betont die Bedeutung dieser Neuausrichtung für die amerikanische Raumfahrt, auch wenn sie einen deutlichen Bruch mit der bisherigen NASA-Strategie darstellt.
Übrigens: Beim Office of STEM Engagement gibts eine Kürzung um 143 Millionen Dollar. Die Finanzierung für bestimmte „woke STEM-Programme und Forschung“, die angeblich einige Studentengruppen über andere priorisieren und minimale Auswirkungen auf die Luft- und Raumfahrt-Arbeitskräfte hatten, wird eliminiert.
Wie eben von mir erwähnt: Der neue Kurs zielt darauf ab, vor China zum Mond zurückzukehren und als erste Nation Menschen zum Mars zu bringen. Dabei setzt die NASA verstärkt auf die Zusammenarbeit mit kommerziellen Partnern und lädt internationale Partner ein, sich an den neu ausgerichteten Missionen zu beteiligen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie diese – doch radikale – Neuausrichtung der amerikanischen Raumfahrt in der internationalen Raumfahrtgemeinschaft aufgenommen wird.

8 months ago
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