Stand: 07.07.2026, 17:05 Uhr
Von: Lisa Weegner
Trump will in der Türkei mit Selenskyj sprechen. Laut ISW stellt Moskau Kiew im Ukraine-Krieg als Hindernis für Verhandlungen dar.
Moskau – Moskau versucht nach Einschätzung des Institute for the Study of War (ISW), sich vor neuen Gesprächen von US-Präsident Donald Trump als verhandlungsbereit darzustellen. Zugleich zeichne Russland die Ukraine als Hindernis für eine Friedenslösung, schreibt das US-Institut in seiner aktuellen Analyse zum Krieg gegen die Ukraine.
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Der Zeitpunkt ist politisch sensibel. Trump wollte nach eigenen Angaben am Rande des NATO-Gipfels am 7. und 8. Juli in der Türkei mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sprechen.

Ein hochrangiger US-Vertreter sagte laut Reuters, Trump werde mit Selenskyj darüber beraten, wie der Krieg beendet werden könne. Danach werde er sich sehr wahrscheinlich erneut mit Russlands Präsident Wladimir Putin austauschen.
Analyse: Moskau sendet Signale an Washington
Russlands Vizeaußenminister Sergej Rjabkow erklärte laut ISW, dass Moskau seine Kontakte mit den USA über eine mögliche Friedenslösung fortsetzen wird. Das gelte selbst dann, wenn Washington seine Haltung zum Krieg ändere.
Das ISW sieht darin den Versuch Moskaus, sich gegenüber Washington als verhandlungsbereiter Akteur darzustellen. Zugleich wolle der Kreml nach Einschätzung des Instituts die politische Wahrnehmung vor möglichen neuen Gesprächen beeinflussen.
Auch aus der Duma kamen entsprechende Aussagen. Alexej Tschepa, stellvertretender Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, erklärte, die Ukraine müsse zu Verhandlungen bereit sein, damit Gespräche wieder aufgenommen werden könnten. Das ISW bewertet diese Darstellung ausdrücklich als falsch. Nach Einschätzung des Instituts versucht Moskau damit, Kiew die Verantwortung für den Stillstand zuzuschieben.
Ukraine soll als Blockierer erscheinen
Ein weiterer russischer Politiker, Leonid Sluzki, griff laut ISW europäische Staaten an. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Duma sagte, Putins Telefonat mit Trump vom 4. Juli sei ein Rückschlag für europäische Politiker gewesen, die Trump in seiner Haltung zum Krieg beeinflussen wollten.
Das ISW verweist in diesem Zusammenhang auf Äußerungen von US-Außenminister Marco Rubio und auf eine G7-Erklärung. Rubio hatte am 25. Juni gesagt, beim US-russischen Alaska-Gipfel im August 2025 habe es nur einen Vorschlag gegeben, aber keine Einigung. Die G7 hatte am 17. Juni ihre Unterstützung für die Ukraine bekräftigt.
Nach Einschätzung des ISW reagiert der Kreml auch darauf, dass die Trump-Regierung zuletzt öffentlich über ukrainische Erfolge gesprochen hat. Dazu zählen ukrainische Angriffe auf russische Militär- und Energieziele sowie taktische Fortschritte an mehreren Frontabschnitten im Winter und Frühjahr 2026.
Nach Einschätzung des ISW versucht der Kreml wahrscheinlich, die Sicht der US-Regierung auf den Kriegsverlauf zu beeinflussen, bevor Washington und Europa mögliche neue Verhandlungsinitiativen verfolgen. Quellen: Institute for the Study of War (ISW), Reuters, eigene Recherche



