Stand: 08.10.2026, 11:37 Uhr
Von: Lukas Richter
Russland nennt erstmals konkrete Ziele seines Großangriffs auf die Ukraine.
Moskau – Der russische Großangriff auf die Ukraine vom 7. Oktober hat zahlreiche Städte getroffen und mindestens 30 Menschen getötet. Einen Tag später nennt Moskau erstmals ein konkretes Ziel der Attacke: Produktions- und Lagerstätten für ukrainische Flamingo-Marschflugkörper sowie Drohnen mittlerer und großer Reichweite.
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Russische Streitkräfte hätten Einrichtungen der ukrainischen Rüstungsindustrie in Kiew und mehreren Regionen mit Raketen und Drohnen angegriffen, erklärte das russische Verteidigungsministerium, wie Reuters meldet. Betroffen gewesen seien demnach Standorte des ukrainischen Unternehmens Fire Point, an denen Flamingo-Marschflugkörper produziert oder gelagert würden.

Das Ministerium nannte neben Kiew auch Ziele in den Regionen Tschernihiw, Kirowohrad und Dnipropetrowsk. Weitere Angriffe hätten Poltawa und Charkiw getroffen. Die russischen Angaben zu den militärischen Zielen ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Moskau nennt Flamingo-Produktion als Angriffsziel
Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS erklärte das Verteidigungsministerium später, unter anderem eine Anlage zur Montage und Lagerung der FP-5-Flamingo-Rakete in Kiew getroffen zu haben. Auch Fabriken in Obuchiw, Pryluky und Krementschuk seien angegriffen worden.
In Dnipro habe Russland eine Anlage beschossen, die nach Darstellung Moskaus Flamingo-Raketen sowie FP-1- und FP-2-Drohnen hergestellt oder gelagert habe.
Mindestens 30 Tote in mehreren Städten
Der russische Angriff in der Nacht zum 7. Oktober traf zugleich Wohngebiete und forderte nach ukrainischen Angaben zahlreiche zivile Opfer. Mindestens 30 Menschen wurden getötet und 117 verletzt, berichtet die ukrainische Nachrichtenseite Kyiv Independent. Der Angriff fiel auf den 74. Geburtstag des russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Besonders schwer traf es Pryluky in der Region Tschernihiw. Dort schlug eine russische Marschflugkörper in ein Wohnhaus ein. Mindestens 22 Menschen kamen ums Leben, darunter fünf Kinder, teilte der ukrainische Katastrophenschutz mit. Mindestens 54 Menschen wurden verletzt.
„Heute hat die russische Armee Putin ein ‚Geburtstagsgeschenk‘ gemacht und ein Wohnhaus in Pryluky zerstört“, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj laut Kyiv Independent. Putin wurde am Mittwoch 74 Jahre alt. Es habe sich um einen gewöhnlichen fünfstöckigen Wohnblock gehandelt. „Unter den Trümmern könnten sich noch Menschen befinden“, sagte Selenskyj.
Angriffe auch auf Häfen und Schiffe
In Krementschuk wurden nach ukrainischen Angaben zwei Zivilisten getötet und 47 verletzt. In Kiew starben mindestens vier Menschen, 13 weitere wurden verletzt. In Teilen der Hauptstadt fielen Wasser- und Stromversorgung aus.
Russland erklärte zudem, Hafen- und Werftanlagen in der Region Odessa angegriffen zu haben. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums seien auch Schiffe getroffen worden, die von den ukrainischen Streitkräften genutzt würden. TASS zufolge beanspruchte Moskau außerdem Angriffe auf ein Treibstofflager in Tschornomorsk und eine Werft in Ismajil für sich.
Quellen: Kyiv Independent, Reuters, TASS, nif/red.



