„Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ ist der nunmehr dritte Teil der JRPG-Reihe, welche ein Spin-off der Action-Rollenspiele von Capcom darstellt. Letzteren konnte ich nie so wirklich etwas abgewinnen, empfand aber die ersten beiden „Monster Hunter Stories“ als gute Titel, die heutzutage natürlich durch die altbackene Technik etwas ausgebremst werden. Immerhin sind diese beiden Spiele ursprünglich für den Nintendo 3DS bzw. die Nintendo Switch erschienen. Das brandneue Sequel kann da aus dem Vollen schöpfen und hat mich positiv überrascht.
Schon der etwas erwachsenere Anime-Stil gefällt mir richtig gut. Da wird eure Zuneigung aber natürlich davon abhängen, wie sehr euch derartige Ästhetik generell anspricht. Im Übrigen spielt „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ zwar in derselben Welt wie die Hauptreihe, sodass Veteranen viele Kreaturen wiedererkennen werden, die kunterbunte Grafik und das Aufziehen der Monster sowie die rundenbasierten Kämpfe erinnern aber eher an die Pokémon-Reihe. Im Gegensatz zu Nintendo und GameFreak hat Capcom jedoch seine Hausaufgaben gemacht und legt ein technisch zeitgemäßes Gewand vor. Deswegen kann ich selbst schonmal verraten, dass mich dieser Titel wesentlich mehr begeistert hat als etwa „Pokémon Legenden: Z-A“.
Das liegt aber nicht nur an der signifikant besseren Technik, sondern auch an der haushoch überlegenen Geschichte. Diese reicht zwar weiterhin nicht an die besten JRPG-Brecher wie „Persona 5“ oder „Ni No Kuni“ heran, birgt aber ausreichend Spannung, um einen stets bei Laune zu halten. Dabei übernimmt man die Rolle eines wahlweise weiblichen bzw. männlichen Riders / Rangers und freundet sich mit Monstern an, statt sie zu jagen. Das Gleichgewicht im Ökosystem herzustellen, ist aber gar nicht so einfach, wenn man zugleich die Rolle des Kronprinzen von Azuria ausfüllen muss. Dieses Reich befindet sich mitten in einem anschwellenden Konflikt mit dem benachbarten Vermeil, was den Anstoß für die Geschichte mit zahlreichen Wendungen gibt.
Mein Test-System:
- CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D
- CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2
- Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E
- RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30
- Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080
- SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte + WD_Black SN850 1 TByte
- Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte
- Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)
- Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)
Monster Hunter Stories 3 Twisted Reflection - [Playstation 5]
- Züchtet euch euer Team heran: Gestaltet und züchtet ein Team von Monsties, indem ihr Bindungen zu...
- Rundenbasierte Kämpfe: Erlebt strategische rundenbasierte Kämpfe, die auf dem beliebten...
- Plant eure Strategien mit verschiedenen Moves und entfesselt etwa Feueratem- oder speiende...
„Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“: Gemeinsam stark
Im Gegensatz zur Hauptreihe zieht man in „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ nie alleine ins Feld. Neben dem quasselnden Katzenbegleiter Rudy hat man stets einen weiteren Charakter aus einer schillernden Truppe mit dabei. Jeder dieser Begleiter kommt dabei mit einer eigenen Nebengeschichte daher, mit der man sich im Verlauf des Spiels auseinandersetzen kann. Das verleiht der Party Tiefe, zumal alle Charaktere tatsächlich sympathisch sind. Wiederum nicht so der Hit: Capcom verscherbelt für die Begleiter direkt zum Launch allerlei Zusatz-Outfits gegen einen Obolus. Da vermisse ich die Zeiten, in denen man derlei einfach freispielen konnte.
Das Kampfsystem setzt im Übrigen auf ein elementares Schere-Stein-Papier-Prinzip. Rote Angriffe stehen für besonders mächtige Attacken, Grün für Raffinesse / Technik und Blau für Speed. Dabei schläft Macht / Kraft Technik, während Technik wiederum Speed ausbootet und die Geschwindigkeit schließlich Kraft bewältigt. So solltet ihr euch eine Party, inklusive Monster, zusammenstellen, die möglichst alle Bereiche abdeckt. Dazu gibt es aber auch noch verschiedene Waffentypen, die jeweils gegen spezifische Monster und Körperteile besonders wirksam sind. Für taktische Optionen ist also gesorgt.
Eine Open-World bietet „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ im Übrigen nicht. Stattdessen bewegt man sich durch vier weitläufige Hub-Spielwelten, die verschiedenen Landschaftstypen entsprechen. Erkundung kann sich dabei lohnen, um eines der über 100 Monster zu entdecken, versteckte Items zu ergaunern oder andere Aufgaben zu erfüllen. Vor allem die Hauptquest weiß hier im Übrigen auch durch die stilvoll inszenzierten Cutscenes zu gefallen, die mit einem orchestralen Soundtrack untermalt werden.
Auf meinem Gaming-PC konnte ich das neue JRPG von Capcom in maximalen Einstellungen bei 4K-Auflösung und lockeren 60 fps spielen – auch ganz ohne DLSS. Die Systemanforderungen sind auch ziemlich moderat, sodass selbst Besitzer älterer Rechner sich keine Sorgen machen müssen. Einen erheblichen Teil des Gameplay-Loops habe ich aber noch gar nicht angerissen: So spielt das Züchten von neuen Monstern eine große Rolle. Dafür findet man neue Nester bzw. Eier in der Spielwelt, die man ausbrüten kann. Die frisch geborenen Monster können dann das eigene Team unterstützen. Manchmal bekommt man es jedoch vorher mit den wütenden Eltern zu tun, welche auf Eierdiebe natürlich schlecht zu sprechen sind.
Mal hart, mal zart
Gewöhnungsbedürftig ist auch der Schwierigkeitsgrad. Grundsätzlich gibt es nämlich nur einen, der aber stark variiert. So kann es sein, dass ihr im offenen Hub zunächst über die mickrigen Gegner müde lächelt, in einem Nest aber von einem Über-Monster chancenlos niedergemäht werdet. Bei der Monster-Zucht kommen im weiteren Spielverlauf sogar Mutationen und genetische Übertragungen ins Spiel. Das erinnert etwas an das Verschmelzen von Personas in den „Persona“-Spielen. Auf diese Weise könnt ihr Monstern eines bestimmten Typs Fähigkeiten verpassen, die sie sonst nicht beherrschen würden.
Damit könnt ihr also jede Menge Zeit verplempern, bis ihr euch das Monster herangezüchtet habt, das ihr gerne mit auf eure nächste Tour nehmen wollt. Teilweise gilt es dann auch, wie ein treuer Öko invasive Monster aus einem Lebensraum zu vertreiben, in den sie nicht gehören. Langweilig wird es in den jeweiligen Gebieten also wirklich nicht.
Kritisieren möchte ich lediglich, dass es streckenweise zu einer gewissen Monotonie kommen kann. Dies gilt insbesondere, wenn ihr beim Züchten, Einsammeln von Eiern und Ressourcen und dem Abhaken von Map-Icons die Hauptgeschichte zu lange ignoriert. Da gilt es, die richtige Balance zu finden. Zumal „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ ein ziemlicher Brocken ist. Je nachdem, wie sehr ihr in den unterschiedlichen Mechaniken aufgeht, sind 40 bis 60 Stunden als Gesamtspielzeit realistisch.
Mein Fazit zu „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“
„Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ hatte ich lange nicht wirklich auf dem Zettel, sodass ich sehr positiv von diesem JRPG überrascht worden bin. Die Geschichte ist zwar weiterhin nicht weltklasse, aber deutlich spannender und emotionaler inszeniert als bei den Vorgängern. Auch die Begleiter haben mehr Tiefgang und glänzen alle mit eigenen Nebengeschichten. Die Mischung aus taktischen Kämpfen und dem Züchten von Monstern mit moderner Grafik zeigt Pokémon, wie es heutzutage richtig geht.
Im Ergebnis kann ich „Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection“ allen JRPG-Fans wärmstens empfehlen. Ich hoffe, dass dieses Rollenspiel nicht im Sog von „Crimson Desert“ untergeht und die Aufmerksamkeit bekommt, die es wirklich verdient. Getestet habe ich dabei die PC-Version, ihr könnt das Game aber auch für die PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2 kaufen.
Monster Hunter Stories 3 Twisted Reflection - [Nintendo Switch 2]
- Züchtet euch euer Team heran: Gestaltet und züchtet ein Team von Monsties, indem ihr Bindungen zu...
- Rundenbasierte Kämpfe: Erlebt strategische rundenbasierte Kämpfe, die auf dem beliebten...
- Plant eure Strategien mit verschiedenen Moves und entfesselt etwa Feueratem- oder speiende...
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1 month ago
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