Arthur Mensch, Mitgründer und CEO von Mistral AI, warnt in einer Anhörung vor einer französischen Untersuchungskommission vor wachsender Cybersecurity-Abhängigkeit Europas. Mit Blick auf Anthropics KI-Modell "Mythos" sagte Mensch, moderne Modelle seien inzwischen in der Lage, Angriffe zu orchestrieren, Schwachstellen zu entdecken und Exploits vorzuschlagen. Das sei kein exklusives Merkmal einzelner US-Systeme: Auch Mistral-Modelle könnten nach seinen Angaben die Schwachstellen finden, die im Zusammenhang mit Mythos genannt würden.
Besonders kritisch sieht Mensch den Einsatz ausländischer Modelle für sensible staatliche Systeme. Die Codebasen der französischen Armee dürften nicht von Mythos gescannt werden, das schaffe eine kaum rückholbare Abhängigkeit. Die EU verhandelt derzeit mit OpenAI und Anthropic über frühen Zugang zu deren leistungsfähigsten Cybersecurity-Modellen.
Zur Unabhängigkeit von Mistral erklärte Mensch, US-Investoren hielten weniger als 30 Prozent am Unternehmen. Man habe europäisches Kapital bevorzugt, aber nicht ausreichend gefunden. Ein Verkauf sei nicht geplant: Mistrals Ziel sei Unabhängigkeit und perspektivisch eine Börsennotierung. Mistral ist das einzige EU-Unternehmen mit relevanten Sprachmodellen.
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