Matter 1.4.1 veröffentlicht: Kleinere Updates für den Smart-Home-Standard

8 months ago 8

Für den Smart-Home-Überstandard Matter wurde bereits im Herbst 2022 der Startschuss erteilt. Version 1.0 stand da auf dem Programm. Seitdem haben bereits einige Gerätschaften eine Zertifizierung und auch Updates auf Matter erhalten und es folgten die versprochenen halbjährlichen Updates: mal mehr, mal weniger umfangreich.

Größter Dämpfer ist wohl nach wie vor das Tempo bei der Implementation der Updates bei den Smart-Home-Plattformen der großen Tech-Giganten rund um Apple, Amazon und Google, die den Standard allesamt mittragen. Nach dem Update auf Matter 1.4 im vergangenen Herbst folgt jetzt das erste Matter Update in 2025: Auf Matter 1.4 folgt nun Matter 1.4.1. Ein Blick auf die Versionierung dürfte die Erwartungen durchaus realistisch halten: Es handelt sich also um ein kleineres Release. Diese Art von Versionierung ist dennoch neu: Man unterscheidet jetzt zwischen Hauptversionen (1.x) und Nebenversionen (1.4.x).

Das Matter-Update 1.4.1 ist eine solche Nebenversion: Es enthält keine wichtigen Gerätetypen oder bahnbrechende Funktionen. Das Release fokussiert sich auf den Einrichtungsprozess und auch sonst eher auf Verbesserungen bestehender Strukturen. Matter 1.4.1 kommt vor allem mit diesen drei neuen Funktionen: Enhanced Setup Flow (ESF), QR-Code für Multi-Device-Setup und Onboarding-Informationen im NFC-Tag. Dies soll es Herstellern erlauben, die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten und Endnutzer beim Einrichten unterstützen.

Der Prozess der Inbetriebnahme wurde mit einem erweiterten Einrichtungsablauf (Enhanced Setup Flow) überarbeitet. Hersteller können jetzt im Rahmen der Inbetriebnahme ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) anzeigen, um die Zustimmung beim Nutzer einzuholen. Zuvor war dies nur in einer spezifischen Hersteller-App möglich. Fortan sollen die AGB dann eben per Schnittstellen auch außerhalb der herstellereigenen App angezeigt werden und regulatorischen Anforderungen genügen – ganz ohne App-Gewechsel.

Neu sind zudem QR-Codes zum Multi-Device-Setup. Bisher ist es notwendig, jedes einzelne Matter-Gerät über einen dedizierten QR-Code auf einer Smart-Home-Plattform anzulernen. Diverse Smart-Home-Produkte wie smarte Leuchtmittel oder Smart Plugs kommen aber oftmals in Packungen mit mehreren Geräten daher. Hier kommt ein neuer QR-Code ins Spiel. Dieser muss als einziger gescannt werden, um mehrere Geräte in Matter anzulegen und einzurichten.

Zudem kommen künftig NFC-Tags zum Einsatz, die Informationen zum Onboarding-Prozess enthalten sollen. Hier sind nicht nur dieselben Informationen, wie in den Matter-QR-Codes enthalten, sondern könnten sich auch unsichtbar in diversen Geräten verstecken, bei denen man nach der Installation die QR-Codes nicht mehr sieht, beispielsweise verbaute Leuchtmittel oder auch Lichtschalter. Zur Inbetriebnahme genügt ein Antippen des Tags mit einem Mobiltelefon. Dieser soll die Einrichtungscodes QR-Code und manueller numerischer Einrichtungscode zusätzlich als weitere Einrichtungsmethode ergänzen. Dies sei für Endverbraucher komfortabler, einfacher und somit benutzerfreundlicher.

Matter 1.4.1 enthält zudem diverse kleine Korrekturen und Verbesserungen. Diese sollen auch für die Qualität und Zuverlässigkeit von Matter insgesamt zuträglich sein und es erlauben, die Markteinführung von Funktionen weiter zu beschleunigen. Hier geht es auch um Neuerungen, die einsatzbereit sind, aber zwischen den Hauptversionen liegen.

Größere Neuerungen und neue Gerätekategorien, wie die Smart-Garden-Funktionen und automatische Bewässerung sind weiterhin in der Entwicklung. Einblicke gibt es da ja zuhauf, auch auf den Entwicklungsprozess per Github. Klar, man weiß letztlich nicht, was es ins kommende Release im Herbst schaffen wird. Aber die Agenda ist groß: Kameras und das Thema intelligente Lautsprecher sind da weiterhin Thema und auch das Thema Energie wird großgeschrieben.

Matter

basiert als Interoperabilitätsstandard auf drei Funkstandards: Bluetooth LE für das Set-up, Wi-Fi für die Benutzung, wenn hohe Bandbreiten erforderlich sind, z. B. Videostreaming über eine Kamera, und das noch junge Protokoll Thread für Bewegungssensoren, etc. in denen wenig Bandbreite benötigt wird (Lampen von Nanoleaf, Eve-Hardware). Für die Thread-Produkte benötigt ihr einen Border-Router (z. B. den HomePod mini, Nest Hub 2 oder Echo 4). Oberflächen von Apps für die Automatisierungen werden arbeiten wie bisher, nur unter der Haube soll bestenfalls alles kompatibel werden. Dafür bringt Matter den Multi-Admin-Modus mit, welcher ein Gerät in mehreren Ökosystemen anmeldet. Ein Thread Border Router genügt, in einem anderen Ökosystem (z. B. Alexa oder Google Home) reicht dann ein Matter Controller (das Gros an smarten Lautsprechern kann diese Rolle übernehmen). Viele der Bestandsprodukte erhalten ebenfalls Matter-Updates, denn Matter unterstützt auch Hubs und somit auch ZigBee-Produkte, wie beispielsweise jene von Aqara mit dem M2-Hub.

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