Massenüberwachung durch Schulbus-Kameras in USA geplant

1 week ago 15

Die an US-Schulbussen angebrachten Kameras, die Verkehrsverstöße bei haltenden Bussen dokumentieren, will der Anbieter laut einem Medienbericht auch zur Erfassung von Kennzeichen anderer Fahrzeuge nutzen und diese Daten den Strafverfolgungsbehörden anbieten. Das berichtet 404 Media unter Berufung auf interne Unterlagen des Anbieters.

Bisher sollten die nach eigenen Angaben rund 40.000 von BusPatrol betriebenen, seitlich an US-Schulbussen angebrachten Kameras nur erfassen, ob ein Fahrzeug einen haltenden Bus rechtswidrig wiederholt. BusPatrol sichtet anschließend das Filmmaterial und leitet es an die Polizei weiter.

Laut internen Dokumenten, die 404 Media vorliegen, will das Unternehmen zukünftig die Kennzeichen und GPS-Daten aller Fahrzeuge erfassen, die an den Bussen vorbeifahren – unabhängig davon, ob eine Verkehrsordnungswidrigkeit vorliegt oder nicht. Die so gesammelten Daten könnte das Unternehmen dann mit einem technischen Dienstleister von Strafverfolgungsbehörden teilen, der selbst ein Netz von Kameras zur Kennzeichenerfassung betreibt. BusPatrol hat die Pläne gegenüber 404 Media nicht bestätigt und betonte, dass erfasste Daten nicht über den jeweiligen Schulbezirk hinaus verarbeitet würden.

Strafverfolgungsbehörden können solche Daten abfragen, indem sie zum Beispiel ein Kfz-Kennzeichen eingeben und anschließend alle Orte und Zeitpunkte sehen, an denen das Fahrzeug gesichtet wurde. So lassen sich die Bewegungen von Personen unter Umständen sehr genau nachzeichnen – insbesondere angesichts der Netze mit statischen Verkehrsüberwachungskameras. Dass solche Kennzeichen-Scanner in der Praxis missbraucht werden, zeigte sich zuletzt beim US-Anbieter Flock: Polizisten hatten dort auf Daten aus anderen Bundesstaaten zugegriffen, obwohl dies gesetzlich verboten war.

Verkehrsunternehmen setzen bei der Überwachung des Betriebs zunehmend auf KI. Die Bremer Straßenbahn zum Beispiel geriet Anfang des Jahres in die Schlagzeilen, weil sie Echtzeitüberwachung mit KI in den Bahnen einsetzen will. Die Technik soll potenzielle Gefahrensituationen, aggressives Verhalten und Gewalttaten bereits in dem Moment erkennen, in dem sie entstehen. Ob sich KI-Überwachung an Plätzen und Bahnhöfen tatsächlich lohnt – und die Massenüberwachung von Bürgern wert ist – ist jedoch umstritten.

(rie)

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