Linux 7.0 kommt: Mehr als nur ein kleines Update

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Kernel-Updates sind für viele Nutzer eher Hintergrundrauschen. Die meisten Änderungen fallen kaum auf, mit dem kommenden Linux 7.0 (RC1 wohl am Sonntag) sieht die Sache aber etwas anders aus, denn hier passiert einiges auf einmal. Zuerst zur Versionsnummer. Die sagt in diesem Fall wirklich nicht viel. Die bisherige Nummerierung hat man aus pragmatischen Gründen bei x.19 gekappt, und nachdem Linus Torvalds mit Version 6.19 die aktuelle Reihe abgeschlossen hat, folgt eben 7.0.

Ein Thema ist die Programmiersprache Rust. Seit Version 6.1 ist Rust ein Teil des Linux-Kernels, aber lange Zeit galt die Unterstützung als experimentell. Das änderte sich beim Maintainers Summit im Dezember 2025, als die Kernel-Entwickler entschieden haben, Rust als feste Kerntechnologie einzustufen. Version 6.19 profitierte davon schon teilweise, aber 7.0 ist das erste Release, dessen komplettes Merge-Window nach dieser Entscheidung stattgefunden hat. Konkret bedeutet das mehr Kernel-Komponenten in Rust und damit mehr Speichersicherheit.

Beim Scheduler gibt es ebenfalls Neuigkeiten. So werden jetzt final Time-Slice-Extensions in den Mainline-Kernel aufgenommen. Diese erlauben einem Prozess im Userspace, eine kurze Verlängerung seiner CPU-Zeit anzufordern, wenn er sich in einem kritischen Abschnitt befindet – und zwar ohne dass ein anderer Prozess dazwischenfunken kann. Das klingt technisch, hat aber praktische Auswirkungen: Weniger Hänger bei kritischen Prozessen und eine stabilere Gesamtperformance. Außerdem werden die Preemption-Modi auf modernen Architekturen auf „lazy“ und „full“ reduziert, die Optionen „voluntary“ und „none“ entfallen.

Auf der Hardware-Seite: verbesserte GPU-Unterstützung für neue Intel- und AMD-Chips, bessere Nvidia-Unterstützung und Display-Unterstützung für den Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5, der in aktuellen Smartphones steckt. Und dann wäre da noch eine Kuriosität: Linux 7.0 bringt native Unterstützung für die Gitarren-Controller aus Rock Band 4 für PlayStation 4 und 5, sofern man die passenden Dongles verwendet. Was genau man damit anfangen kann – abgesehen von Music-Production-Software oder anderen Spielen – bleibt der Fantasie überlassen.

Erwähnenswert ist auch eine Verbesserung am XFS-Dateisystem: Es soll künftig in der Lage sein, Fehler automatisch zu erkennen und zu beheben, ohne dass ein Neustart nötig ist. Nicht spektakulär, aber im Alltag deutlich angenehmer. Linux 7.0 ist also ein solides – mit Verbesserungen gespicktes – Update, die sich quer durch das System ziehen und sowohl Desktop-Nutzern als auch Server-Betreibern zugutekommen werden.

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