LibrePods: AirPods-Extras am Android-Smartphone

1 month ago 3


AirPods am Android-Smartphone oder unter Linux sind im Alltag oft so eine Sache. Das Pairing klappt zwar, Musik läuft, Telefonate funktionieren, aber viele Komfortfunktionen bleiben außen vor. Genau an dieser Stelle setzt LibrePods an: Die App will die Funktionen freischalten, die regulär nur in Verbindung mit iPhone, iPad oder Mac erreichbar sind.

Das Open-Source-Projekt LibrePods konzentriert sich derzeit vor allem auf AirPods Pro der zweiten Generation, diese werden laut Entwickler komplett unterstützt und intensiv getestet. AirPods Pro der dritten Generation sollen ebenfalls weitgehend funktionieren, nur die Herzfrequenzmessung ist noch raus. Bei anderen AirPods-Modellen sieht es gemischt aus: Basisfunktionen wie Akkuanzeige und automatische Ohrerkennung sollten laufen, für den ganzen Rest fehlen noch Tests.

Die App bringt einiges an Funktionen mit, die man sonst nur von iOS kennt. Dazu gehören die verschiedenen Noise-Control-Modi inklusive schnellem Wechsel ohne langes Herumdrücken am Stiel der AirPods. Die Ohrerkennung sorgt dafür, dass Wiedergabe pausiert, wenn die Stöpsel aus dem Ohr genommen werden, und der Ton zurück auf den Smartphone-Lautsprecher geht, wenn beide AirPods draußen sind.

Die Akkuanzeige ist genauer als das, was manche Standard-Bluetooth-Anzeige hergibt, inklusive der einzelnen Ohrhörer und des Cases. Auch Kopfgesten sind möglich: Anrufe lassen sich etwa per Kopfnicken annehmen. Gesprächserkennung ist ebenfalls eingebaut, hier senkt LibrePods automatisch die Lautstärke, sobald gesprochen wird.

Ein Thema, das sonst klar im Apple-Lager liegt, ist die Hörhilfe- und Accessibility-Schiene. Mit LibrePods lassen sich Transparenzmodus, Lautstärkereduzierung bei lauten Geräuschen und verschiedene Klangparameter einstellen.

Ein technischer Kniff steckt im Bluetooth-DID-Hook. LibrePods kann die Herstellerkennung so anpassen, dass sich das Gerät gegenüber den AirPods als Apple-Hardware ausgibt. Dann werden Features freigeschaltet, die normalerweise nur bei Apple-Geräten auftauchen. Dazu gehört etwa eine veränderte Multi-Device-Anbindung. Bis zu zwei Geräte lassen sich gleichzeitig mit den AirPods koppeln, inklusive Audio und Steuerung.

Unter Android hat die Sache allerdings eine deutliche Hürde: Ohne Root läuft nichts. Grund ist ein Bug im Android-Bluetooth-Stack, den Google zwar auf dem Schirm hat, laut Entwickler aber noch nicht gefixt hat. LibrePods setzt deshalb auf Xposed, um tief genug in das System zu greifen und die nötigen Hooks zu setzen. Die aktuelle Empfehlung lautet daher: Wer LibrePods produktiv einsetzen will, braucht ein gerootetes Gerät mit Xposed-Modul. Erst damit lässt sich auch der DID-Hook einschalten, der einige der erweiterten Funktionen erst möglich macht.

Unter Linux existiert eine ältere Version von LibrePods, die funktional deutlich eingeschränkt ist. Der Maintainer hat es aus Zeitgründen nicht geschafft, diese Variante auf denselben Stand wie die Android-Version zu bringen. Es gibt eine neue Version in Arbeit, die im zugehörigen Issue-Tracker vermerkt ist, derzeit aber noch in der Entwicklung hängt. Wer Linux nutzt, muss also mit einem kleineren Funktionsumfang leben und sollte einen Blick in die entsprechende README werfen. Falls euch das Rooten nicht abschreckt oder ihr euch generell mal einlesen wollt: Hier findet ihr die Projektseite.

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