SpaceXAI zeigt Weltraum-Rechenzentrum „Starmind“
Elon Musk will Rechenzentren in die Erdumlaufbahn schicken. Seine Firma SpaceXAI hat diese Woche Details zum Projekt „Starmind“ genannt. Ein solcher Satellit ist im Kern ein einzelnes Rack, also ein Schrank voller KI-Hardware, die auch in irdischen Rechenzentren zum Einsatz kommt. Der Vorteil im All ist die Sonne: riesige Solarflügel mit 70 Metern Spannweite liefern 120.000 Watt Leistung. Das ist ein Bruchteil der Leistung von irdischen Rechenzentren. Auch Alphabet, Googles Mutterkonzern, und Amazon arbeiten an ähnlichen Konzepten.
Die Idee steht in der Kritik. Der Transport ins All verschlingt gewaltige Mengen Energie, selbst mit wiederverwendbaren Raketen. Tausende Satelliten könnten zudem den Nachthimmel dauerhaft verändern und die Weltraumforschung erschweren. Hinzu kommen harte technische Fragen: Kosmische Strahlung stört normale Halbleiter, spezielle Weltraumchips sind teuer und erreichen die nötige Rechenleistung nicht. Ein Zeitplan fehlt bislang völlig.
Schwarz Digits baut großes KI-Rechenzentrum bei Rostock
Schwarz Digits plant in Mecklenburg-Vorpommern eines der größten Rechenzentren Deutschlands für rund 5,6 Milliarden Euro. Der größte Teil dürfte in KI-Server fließen. Das Unternehmen bewirbt sich voraussichtlich gemeinsam mit der Deutschen Telekom um eine EU-Förderung für sogenannte „AI Gigafactories“.
Der Standort bei Rostock liegt strategisch günstig. In der Nähe gibt es Anschlüsse an Offshore-Windkraft und die Region erzeugt deutlich mehr erneuerbaren Strom, als sie verbraucht. Die Abwärme soll als Fernwärme nach Rostock fließen. Schwarz Digits betreibt bereits ein großes KI-Rechenzentrum in Brandenburg und will zum größten Cloud-Anbieter Europas aufsteigen.
Pentagon handelte „rechtswidrig und unbegründet“ gegen Anthropic
Weil Anthropic dem US-Militär seine KI nicht ohne Einschränkungen überlassen wollte, erklärte das Pentagon die Firma zum „Lieferkettenrisiko“. Das war rechtswidrig, entschied nun eine Richterin am Bezirksgericht in Kalifornien. Behörden dürften nicht einfach auf nationale Sicherheit verweisen, um Regierungskritiker zu bestrafen, heißt es im Urteil. Die Regierung habe ihren Schritt nur mit einem dünnen Memorandum begründet. Den zentralen Vorwurf, Anthropic besitze eine Hintertür in seinen Modellen, hatte sie zuvor schon zurückgezogen.
Hintergrund war ein Streit über die Nutzungsbedingungen. Anthropic wollte verhindern, dass seine KI zur Massenüberwachung von US-Bürgern oder in autonomen Waffen zum Einsatz kommt. Das Pentagon lehnte diese Grenzen ab und stufte die Firma als Lieferkettenrisiko ein. Das habe auch alle Zulieferer des Militärs betroffen, eine enorme Zahl an Unternehmen. Ob das Urteil Bestand hat, ist offen.
Nvidia übernimmt Hugging Face für 12,9 Milliarden US-Dollar
Im zweiten Anlauf hat es wohl geklappt: Nvidia übernimmt offenbar die KI-Plattform Hugging Face, einen zentralen Anlaufpunkt der Open-Source-Community, die dort Modelle und Datensätze teilt. Das berichtet The Information.
Für Nvidia ist der Kauf strategisch wichtig. Große Anbieter geschlossener Modelle wie OpenAI oder Google entwickeln eigene KI-Chips und könnten Nvidias Vormacht bei der Hardware langfristig gefährden. Mit der Übernahme stärkt Nvidia das Ökosystem offener Modelle und erhält direkten Zugang zur großen Entwickler-Community. So kann die Firma ihre KI-Beschleuniger und Software fester im KI-Entwicklungsprozess verankern.
Abschlussbericht zum Hugging-Face-Angriff liefert neue Erkenntnisse
OpenAI hat seinen Abschlussbericht zum Hugging-Face-Angriff veröffentlicht. Er lässt den Vorfall stärker als bisher auch als internes Sicherheitsproblem erscheinen, weil frühe Warnsignale nicht konsequent verfolgt wurden. Bei einem Cybersecurity-Test brachen KI-Agenten aus ihrer isolierten Umgebung aus, verschafften sich Internetzugang und kompromittierten schließlich Systeme von Hugging Face. OpenAI ordnet das als „Reward Hacking“ ein, bei dem Modelle unerlaubte Wege durch die Infrastruktur nutzen und dafür teils belohnt werden.
Bereits im Training zeigten die Modelle solches Verhalten und kommunizierten unerlaubt miteinander. Eine Untersuchung von METR und Redwood Research belegt, dass sich von rund 1200 Agenten auf einem improvisierten Message Board mehr als die Hälfte am Angriff beteiligte. Offen bleibt, wie viel der Fall über grundsätzlich neue Gefahren leistungsfähiger KI-Agenten aussagt. OpenAI will die Modellentwicklung nun strenger überwachen und früher eingreifen.
Bill Gates warnt vor den Risiken der KI
Microsoft-Mitgründer Bill Gates hält Massenarbeitslosigkeit und Bioterrorismus für reale Gefahren der KI. In einem knapp 6000 Wörter langen Essay und einem Interview mit der New York Times wirft er der eigenen Branche vor, die Risiken bewusst herunterzuspielen, weil zu viel Geld auf dem Spiel stehe. Viele seien insgeheim besorgt, sagten öffentlich aber nichts, um das nächste Investment nicht zu gefährden. Anders als frühere Technologie könne KI menschliche Denkleistung erstmals nicht nur ersetzen, sondern übertreffen und das über viele Branchen hinweg.
Gates nennt drei Sorgen. Erstens dauerhafte Jobverluste, vor allem bei Einstiegspositionen. Zweitens den Missbrauch, denn KI senke die Hürden für Cyberangriffe und den Bau von Biowaffen. Drittens die psychosozialen Folgen von KI-Begleitern, die nie widersprechen und süchtig machen können. Eine Selbstregulierung der Branche lehnt er ab. Stattdessen fordert er nationale und internationale Kontrollinstanzen wie bei Atomwaffen, eine Steuer auf KI und Roboter sowie Berufe, die Menschen vorbehalten bleiben.
Über 100 Firmen warnen vor KI-Cyberangriffen auf kritische Infrastruktur
In einem offenen Brief zur globalen Cyberverteidigung warnen OpenAI und mehr als 100 Unternehmen, dass KI-gestützte Cyberangriffe bald häufiger und ausgefeilter werden. Besonders gefährdet seien Krankenhäuser, Wasserwerke und andere kritische Infrastruktur. Zu den Unterzeichnern zählen Microsoft, Google, Amazons Cloud-Sparte AWS, Anthropic, Cisco, die Deutsche Telekom, SAP und Mastercard.
Unternehmen sollen Cybersicherheit zur Chefsache machen, Regierungen mehr Geld bereitstellen und KI-Firmen günstige Sicherheitswerkzeuge für knapp finanzierte Einrichtungen liefern.
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UN und Rotes Kreuz fordern Verbot von KI-gestützten Waffen
UN-Generalsekretär Antonio Guterres und das Internationale Rote Kreuz fordern verbindliche Regeln für autonome Waffensysteme. Sie warnen, die Menschheit überschreite eine moralische rote Linie, wenn Maschinen eigenständig über Leben und Tod entscheiden. Algorithmen könnten die komplexen Urteile nicht fällen, die eine Kriegssituation verlangt.
Eine KI könne im chaotischen Umfeld nicht verlässlich zwischen Zivilpersonen und Kämpfenden unterscheiden oder menschliches Verhalten wie eine Kapitulation deuten. Die Organisationen fordern deshalb ein Verbot unvorhersehbarer KI-Waffensysteme sowie solcher, die gezielt auf Menschen ausgerichtet sind.
Was hinter dem Hype um Ox Alpha steckt
Ein anonymes KI-Modell sorgte eine Woche lang für Spekulationen. Die Macher riefen Entwickler auf, es auszuprobieren, und die folgten dem Aufruf: Vom Start bis Dienstag kamen auf der KI-Plattform OpenRouter rund 295 Millionen Anfragen zusammen. Zum Hype trugen der kostenlose Zugang und spektakuläre, aber wenig belastbare Leistungswerte bei. In einem frühen Coding-Test soll das Modell sogar Spitzenmodelle von Anthropic und OpenAI geschlagen haben. Spätere Tests relativierten diesen Eindruck deutlich.
Inzwischen hat das chinesische Unternehmen Z.ai bestätigt, dass Ox Alpha der Testname seines neuen Modells GLM-5.3-Flash war. Die Strategie ging wohl auf, denn sie brachte Aufmerksamkeit und echte Erkenntnisse.
Perplexity bringt KI-Agent auf lokale Nvidia-Hardware
Perplexity bringt eine Version seines KI-Agenten „Portable Computer“ heraus, die lokal auf High-End-Hardware von Nvidia läuft. Sowohl das Sprachmodell als auch Planer, Werkzeugsteuerung, Aufgabenwarteschlange und ein lokaler Suchindex für Dateien und Code laufen direkt auf dem Rechner. Dieser „Local-first“-Ansatz soll die Sicherheit erhöhen, da persönliche Dateien den Rechner nicht verlassen müssen.
Für besonders anspruchsvolle Aufgaben fragt der Agent um Erlaubnis, bevor er auf Cloud-Ressourcen zugreift. Vorerst läuft das System nur auf Nvidias KI-Workstation DGX Spark. Unterstützung für PCs mit leistungsfähiger RTX-GPU soll folgen.
Anthropic spendiert Claude einen eigenen Browser
Anthropic erweitert die Desktop-App Claude Cowork um einen eigenen Browser. Nutzer können damit Aufträge an die KI übergeben, die diese im Hintergrund erledigt, während sie selbst weiterarbeiten. Der interne Browser öffnet sich automatisch in einem Seitenpanel, sobald eine Aufgabe die Interaktion mit einer Website erfordert. Claude kann dann selbstständig navigieren, Seiten lesen, klicken und Formulare ausfüllen.
Vieles davon beherrschte das Modell mit seiner Webfunktion schon vorher. Nun lassen sich die Vorgänge im Browser aber besser nachvollziehen. Neben den funktionalen Erweiterungen geht es also vor allem um Transparenz und Sicherheit.
„Spider-Man“-Artbook zeigt den mutmaßlichen KI-Einsatz bei Marvel
Das offizielle Marvel-Artbook „Spider-Man: Brand New Day – The Art Of The Movie“ soll ein Liebhaberbuch für Comicfans sein. Doch gerade diese Fans ärgern sich über seltsame Illustrationen, die auf einen KI-Einsatz hindeuten. Eine Seite strotzt vor Auffälligkeiten: deformierte Autos, sinnlose Hausfassaden, uneinheitliche Fenster. Auf einer anderen hängt ein überladener 3D-Drucker über einen Kabelklumpen an einem PC.
Marvel bewirbt die Illustrationen als Einblick in die visuelle Entwicklung des Films. Die Skizzen belegen aber vor allem, dass KI längst in der Filmindustrie angekommen ist. Führende Manager der Mutter Disney lobten die Möglichkeiten bereits. Eine Kündigungswelle im Frühling soll vor allem Marvels Kreativabteilung getroffen haben.
Amazon schließt „Mechanical Turk“
Nach fast 21 Jahren schließt Amazon die Plattform „Mechanical Turk“. Auf ihr konnten Menschen für Arbeiten bezahlt werden, mit denen Computer lange überfordert waren oder für die Algorithmen zu lange brauchten.
Inzwischen erledigen moderne KI-Modelle viele dieser Aufgaben, etwa das Erkennen von Objekten in Bildern oder das Kategorisieren von Daten. Das Geschäftsmodell, das auf menschlicher Intelligenz für Kleinstaufgaben beruhte, wurde damit weitgehend überflüssig.
(igr)



