Israelische Bodentruppen am Litani-Fluss im Einsatz

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In den drei Wochen der Waffenruhe wurden Hunderte durch Beschuss im Südlibanon getötet. Medien zufolge sollen israelische Soldaten den Litani-Fluss überquert haben.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, 13. Mai 2026, 4:50 Uhr

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 Menschen begutachten am 8. Mai ein zerstörtes Gebäude in den südlichen Bezirken von Beirut.
Menschen begutachten am 8. Mai ein zerstörtes Gebäude in den südlichen Bezirken von Beirut. © Raghed Waked/​Reuters

Israel hat bei Luftangriffen auf den Libanon seit Beginn der Waffenruhe mindestens 393 Menschen getötet. Unter den seit dem 17. April Getöteten sind 108 Angehörige der Sicherheitskräfte und der Gesundheitsbehörden, teilte der libanesische Gesundheitsminister Rakan Nassereddin mit.

Allein in der Nacht auf Mittwoch meldete das Gesundheitsministerium 13 Tote und 16 Verletzte. Fünf von ihnen sind bei einem Angriff auf Nabatijeh getötet worden, in Schebschit seien zudem vier Menschen gestorben. In Bint Dschbeil seien vier Zivilisten getötet worden, darunter ein Kind. Die libanesische Armee hatte zuvor außerdem den Tod eines Soldaten bekannt gegeben.

Die israelische Armee gab unterdessen einen mehrtägigen Einsatz von Bodentruppen im Libanon am Litani-Fluss bekannt. Mehr als 100 Ziele sind nach Armeeangaben in der vergangenen Woche getroffen worden, Israel zufolge sollten damit Einrichtungen der Hisbollah zerstört werden.

Soldaten sollen Litani-Fluss überquert haben

Laut israelischen Medienberichten überquerten Soldaten den Fluss und waren in einem Vorort der nördlich des Litani gelegenen Stadt Sautar al-Scharkija im Einsatz. Der Nachrichtenagentur AFP teilte die Armee mit, sie könne eine Querung des Litani nicht bestätigen.

Der Litani verläuft rund 30 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze und spielt seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah. So sieht eine 2024 abgeschlossene Waffenruhe vor, dass sich die Miliz hinter den Litani zurückzieht und südlich davon nur die libanesische Armee und die UN-Friedensmission Unifil verbleiben.

Bereits eine UN-Resolution aus dem Jahr 2006 hatte die Hisbollah verpflichtet, sich auf das Nordufer des Flusses zurückzuziehen. Israel begründet sein militärisches Vorgehen im Libanon vor allem mit der anhaltenden Präsenz der Hisbollah im Grenzgebiet zu Israel – und wirft der libanesischen Armee wie der Unifil vor, nicht ausreichend gegen die Hisbollah vorzugehen.

Fast 3.000 Tote im Libanon seit Kriegsbeginn

Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit drei Wochen eine Waffenruhe, die von der Hisbollah aber nicht anerkannt wird. Die proiranische Miliz beschießt weiterhin Ziele in Israel und verübt Angriffe auf israelische Soldaten im Süden des Libanon. Auf israelischer Seite wurden seit der Waffenruhe nach Armeeangaben fünf Soldaten getötet.

Die aktuelle Vereinbarung erlaubt Israel Verteidigungsmaßnahmen gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe, untersagt jedoch offensive Operationen auf libanesischem Territorium. Israel und die Hisbollah werfen sich gegenseitig vor, gegen die Waffenruhe zu verstoßen. Die libanesische Regierung ist keine Kriegspartei in dem Konflikt.

Parallel dazu laufen erstmals seit Jahrzehnten direkte Friedensverhandlungen zwischen dem Libanon und Israel. Libanons Präsident Joseph Aoun hat die Gespräche mit Israel zuletzt an die Einhaltung der Waffenruhe geknüpft. »Die israelischen Angriffe können so nicht weitergehen«, sagte Aoun. Die Hisbollah lehnt die direkten Gespräche zwischen den Nachbarländern ab.

Mit Angriffen auf Israel hatte die Hisbollah den Libanon Anfang März in den Irankrieg hineingezogen. Nach den jüngsten Angaben der libanesischen Regierung wurden seit Anfang März rund 2.880 Menschen im Libanon bei israelischen Angriffen getötet. Hierunter befinden sich laut der Hisbollah auch getötete Kämpfer der Miliz.

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