Israel greift Iran an – Ölpreise steigen

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Israel und der Iran greifen sich erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe im April wieder gegenseitig an. Die Angriffe dauern zur Stunde an. Sie begannen gestern am späten Abend, als die iranische Revolutionsgarde Ziele in Israel mit Raketen beschoss.

08.06.2026

Das Foto zeigt eine Stadt bei Nacht, am Himmel ist die Spur einer Rakete zu erkennen.

Israel und der Iran greifen sich gegenseitig an (das aktuelle Bild zeigt die Spur einer Rakete über Israel). (picture alliance / AP Photo / Ohad Zwigenberg)

Diese wurden offenbar alle abgefangen. Die iranischen Revolutionsgarden begründeten ihre Attacke mit den jüngsten israelischen Luftangriffen gegen Ziele der vom Iran unterstützten militant-islamistischen Hisbollah im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Israel reagiert mit Gegenangriffen

In der Nacht reagierte das israelische Militär dann nach eigenen Angaben mit Gegenangriffen. Demnach wurden Ziele des iranischen Regimes im Westen und im Zentrum des Landes aus der Luft attackiert. Iranische Medien berichteten von Explosionen in der Hauptstadt Teheran sowie in Täbris und Isfahan.

Öl-Anlage im Iran getroffen

Israel griff überdies nach eigenen Angaben eine petrochemische Anlage im Süden des Iran an. Das iranische Regime bestätigte den Beschuss. Die Behörden in der Provinz Chusestan teilten mit, die Öl-Anlage Karun nahe der Stadt Bandar-e-Mahschahr im Südwesten des Landes sei getroffen und beschädigt worden. Die Anlage liegt am nördlichen Ende des Persischen Golfs und ist daher ein wichtiger Standort für die Ölindustrie des Irans.

Israel widersetzt sich offenbar Präsident Trump

Mit dem Angriff auf Ziele im Iran widersetzte sich Israel einer Aufforderung von US-Präsident Trump, auf eine Gegenattacke zu verzichten. Trump hatte gegenüber dem US-Nachrichtenportal "Axios" die Rückkehr beider Seiten an den Verhandlungstisch verlangt.

Erneute iranische Angriffe auf Israel

Heute früh teilte die israelische Armee dann mit, auch der Iran habe erneut Raketen abgefeuert. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von Explosionen über Jerusalem. Dort war zuvor Luftalarm ausgelöst worden. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurden zunächst keine Verletzten gemeldet.

Korrespondent Segador: "Lage extrem kritisch"

ARD-Hörfunkkorrespondent Julio Segador sagte im Deutschlandfunk, die militärische Lage sei extrem kritisch. Das sei die Situation, die man habe vermeiden wollen, weil sie die Gefahr berge, dass sich das Ganze unkontrolliert hochschaukle. Für den Iran seien die vorausgegangenen israelischen Angriffe auf Ziele in Beirut eine rote Linie gewesen. Von einer "Waffenruhe" könne keine Rede mehr sein.

Huthi reklamieren Angriff für sich 

Die Huthi-Rebellen im Jemen, die vom Iran unterstützt werden, reklamierten einen Raketenangriff auf Israel für sich. Die Huthi drohten zugleich mit Angriffen auf Schiffe im Roten Meer, die Verbindungen zu Israel haben. Die Stellungnahme des Huthi-Sprechers wurde in einem Satellitensender der Miliz ausgestrahlt.

Irakische Miliz droht ebenfalls mit Angriffen

Die vom Iran unterstützte Miliz Kataib Hisbollah im Irak drohte ihrerseits mit neuen Angriffen auf US-Militärstützpunkte in der Region. Die Miliz teilte mit, sie werde solche Angriffe durchführen, wenn die USA sich direkt an der neuen Eskalation zwischen dem Iran und Israel beteiligten.

Ölpreise steigen deutlich

Die Ölpreise stiegen wegen der Entwicklungen im Nahen Osten wieder deutlich. So kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der weltweiten Referenzsorte Brent am frühen Montagmorgen rund 97 US-Dollar. Das sind vier Prozent mehr als Ende vergangener Woche.

Weiterführende Informationen

Diese Nachricht wurde am 08.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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