Iran droht Merz mit vernichtendem Schlag

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Stand: 31.10.2026, 12:25 Uhr

Von: Felix Busjaeger

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Iran-Krieg - Teheran

Irans oberster Führer, Modschtaba Chamenei, legt Vorgehen im Kriegsfall fest. (Archivbild) © Vahid Salemi/AP/dpa

Irans Außenminister reagiert scharf auf Aussagen von Kanzler Merz. Teheran warnt vor massiven Schäden und kündigt neue Anordnungen der Führung an.

Teheran/Seoul – Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi droht für den Fall eines verschärften Iran-Krieges mit massiven Militärschlägen und Schäden weit über 100 Milliarden Dollar. Auf der Plattform X antwortete er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der in Südkorea die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts beziffert hatte. Rote Linien, schrieb Araghtschi, gehörten der Vergangenheit an. Seine Drohung formulierte er unmissverständlich: „100 Milliarden Euro sind nichts im Vergleich zu dem vernichtenden Schlag, den die mächtigen Streitkräfte des Irans gegen diejenigen austeilen werden, die es wagen, unserem Volk Schaden zuzufügen.“

Merz hatte zuvor gegen Ende seiner Reise einen anderen Ton gewählt. „Ich kann nur an alle Konfliktparteien appellieren: Dieser Konflikt lässt sich nicht militärisch lösen“, sagte der Kanzler in Seoul. Deutschland koordiniere und verstärke seine diplomatischen Anstrengungen auf vielen Kanälen. Zugleich verwies er auf die wirtschaftlichen Kosten: Die Verteuerung der Energiepreise habe allein Europa über 100 Milliarden Euro gekostet, weshalb Deutschland ein starkes Interesse an einem schnellen Ende des Konflikts habe.

Drohende Eskalation im Iran-Krieg: Merz-Aussage über „Drecksarbeit“ sorgt für neuen Ärger

Araghtschi ließ es nicht dabei bewenden. Er hielt Merz eine ältere Äußerung vor: Der Kanzler habe im vergangenen Jahr die Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran mit der Bemerkung begrüßt, Israel erledige damit Europas „Drecksarbeit“. Merz hatte am 17. Juni 2025 beim G7-Gipfel im kanadischen Kananaskis dem ZDF gesagt: „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht – für uns alle. Wir sind von diesem Regime auch betroffen.“

Wie der Iran-Krieg die US-Midterms überschattet

Wenn die US-Wählerinnen und Wähler bei den Kongresswahlen (Midterms) über die Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus entscheiden, steht die Nahostpolitik von Präsident Donald Trump unter massivem Druck: Der Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus trieben die US-Benzinpreise auf über 4 Dollar pro Gallone. Für viele Amerikaner gilt der Preis an der Zapfsäule als wichtigster Gradmesser für die Inflation – und gefährdet Trumps Versprechen sinkender Lebenshaltungskosten. Die Militäreinsätze haben die Republikaner gespalten. Isolationistische Stimmen wie Ex-Fox-News-Moderator Tucker Carlson warfen Trump vor, sein „America First“-Versprechen gebrochen zu haben, während Senatoren wie Ted Cruz und Rick Scott die Schläge gegen Irans Atomprogramm verteidigen.

In dem damaligen Interview sagte der Kanzler: Er zollte der israelischen Armee und der Staatsführung „größten Respekt“ für ihren Mut. Ohne den Angriff hätte man seiner Einschätzung nach „möglicherweise Monate und Jahre weiter diesen Terror dieses Regimes gesehen – und dann möglicherweise noch mit einer Atomwaffe“. Die Wortwahl löste viel Kritik aus.

Neue Angriffe im Iran-Krieg nach Midterms? US-Militär legt Trump Angriffsoptionen vor

Wie ernst die Lage ist, zeigt der Blick nach Washington. Das Wall Street Journal schreibt unter Berufung auf US-Beamte, der Chef des Regionalkommandos für den Nahen Osten, Admiral Brad Cooper, habe Trump am Donnerstag im Weißen Haus militärische Optionen für den Iran dargelegt. Die Zeitung wertet das seltene persönliche Treffen als mögliches Zeichen für einen größeren Militäreinsatz der US‑Streitkräfte. Seit Längerem wird über neue Angriffe der USA und Israels nach den US-Parlamentswahlen am kommenden Dienstag spekuliert. Dagegen stehen US-Medienberichte über neue Vermittlungsversuche der Regierung und regionaler Akteure, bei denen Vizepräsident JD Vance federführend sei.

Auch aus dem iranischen Militär kommt eine Warnung. Mohammad Akraminia, Sprecher der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), schrieb auf X, die Streitkräfte beobachteten „Amerikas Bewegungen in der Region“ genau. Sollte Trump sich gemeinsam mit Israel auf ein weiteres Abenteuer einlassen, werde der Iran deutlich zurückschlagen. „Es besteht kein Zweifel, dass die Flammen des Krieges ein viel größeres Gebiet erfassen werden und das Ende des Konflikts nicht in seinen Händen liegen wird.“

Spannungen im Iran-Krieg: Teheran kündigt „strategische Anordnungen“ an

Auf der Führungsebene reagierte Teheran mit einem Treffen. Der X-Account des Obersten Führers Mojtaba Khamenei bestätigte am Samstag, er habe sich mit hochrangigen Kommandeuren der Streitkräfte getroffen und ihnen strategische Anweisungen erteilt. Ziel sei eine maximale Abschreckung, berichteten iranische Medien übereinstimmend nach einem Treffen des Religionsführers mit Kommandeuren. Es werde keine „geografischen Einschränkungen“ geben. Im Fall von Angriffen werde der Iran den Zeitpunkt und die Bedingungen für deren Ende diktieren. (Quellen: dpa; AFP, Al Jazeera, X) (fbu)

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