Iran beschießt erneut Frachter in Hormus

2 weeks ago 13
  1. Startseite
  2. Politik

Stand: 04.08.2026, 05:32 Uhr

Von: Moritz Bletzinger

Kommentare

Uns auf Google folgen

Der US-Präsident droht, setzt Fristen – und kommt einfach nicht voran. Jetzt wächst die Kritik an Donald Trump. Hat er sich im Iran-Krieg verkalkuliert?

Washington, DC – In der Nacht auf Dienstag (4. August) ist in der Straße von Hormus erneut ein Handelsschiff angegriffen worden – nur Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Iran ein neues Ultimatum gestellt hatte. Laut der britischen Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) traf ein unbekanntes Geschoss den Frachter rund 37 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Al Khasab. Zu möglichen Schäden oder Verletzten machte die Behörde zunächst keine Angaben.

Iran-Krieg - Straße von Hormus

Erneut wird in der Straße von Hormus ein Schiff attackiert. (Archivbild) © Uncredited/AP/dpa

Trump hatte die laufenden Gespräche mit Teheran zuvor unmissverständlich eingeordnet: „Das ist eine letzte Chance für sie, ein gutes Dokument zu unterzeichnen.“ Konkret fordert er die vollständige Öffnung der Straße von Hormus bis zu diesem Dienstag, also eine Rückkehr zu den Verhältnissen vor Kriegsbeginn. Teheran hat genau das bislang wiederholt abgelehnt.

Muster hält sich seit Beginn des Iran-Kriegs: Neuer Angriff auf Frachter in der Straße von Hormus

Der Angriff auf den Frachter reiht sich in ein Muster ein, das seit Kriegsbeginn anhält. Seit dem 28. Februar, als die USA gemeinsam mit Israel begannen, den Iran anzugreifen, attackieren Teherans Streitkräfte immer wieder Handelsschiffe in der für den Öl- und Gasexport zentralen Meerenge. Die Folge: Die Schifffahrt dort ist nahezu zum Erliegen gekommen, die Energiepreise weltweit stiegen deutlich an – und der Druck auf Washington wuchs.

Trump hatte am Sonntag angekündigt, den nach eigener Darstellung größten US-Militärangriff „seit dem Zweiten Weltkrieg“ vorerst abzusagen, um neuen Verhandlungen Raum zu geben. Doch die Signale aus Teheran blieben widersprüchlich: Irans Außenamtssprecher Esmail Baghai informierte lediglich über bilaterale Gespräche seines Landes mit dem Oman über einen gemeinsamen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der Meerenge. Von direkten Verhandlungen mit den USA war keine Rede. Trump warf dem Iran daraufhin auf seiner Plattform Truth Social Unehrlichkeit vor.

Iran-Gespräche stocken aktuell: Kritik an Trump wächst

Wie weit die Gespräche tatsächlich gediehen sind, bleibt unklar. Für eine zweite Verhandlungsphase hat Trump bereits das nächste Ziel benannt: die „Denuklearisierung“ des Irans – das werde, räumte er selbst ein, deutlich länger dauern.

Der Konflikt, der ursprünglich nur wenige Wochen dauern sollte, hält nun seit rund fünf Monaten an. Kritiker werfen Trump vor, sich verkalkuliert zu haben, und warnen vor einem langen Krieg. Innenpolitisch wächst der Druck: Trumps Umfragewerte sind schlecht, und am 3. November stehen Zwischenwahlen an, bei denen die Republikaner ihre knappen Mehrheiten im US-Senat und US-Repräsentantenhaus verteidigen wollen. (dpa/moe)

Read Entire Article