IMIKI Smart Ring 2 im Test

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Zur IFA 2025 ist seinerzeit auch das hierzulande vielleicht noch weniger bekannte Unternehmen IMIKI aus China vertreten gewesen, deren deutscher Markenauftritt durch AI Sunrise vertreten wird. Von dort habe ich für einen Test auch den neuen IMIKI Ring 2 zugesandt bekommen, einen smarten Ring, der unter anderem durch seinen verbauten Vibrationsmotor und den recht vertretbaren Preis von unter 100 Euro für den einen oder anderen nicht ganz uninteressant sein könnte.

Den Ring 2 gibt es in den Fingergrößen 8 bis 13, eine der zahlreichen Messhilfen im Internet für Ringgrößen hat mir hier die Größe 13 ausgeworfen. Was bringt der Ring ansonsten so an Features mit?

  • integrierter Vibrationsmotor für Anrufe und weitere Benachrichtigungen
  • Herzfrequenzmessung
  • Aktivitätstracking
  • 5 ATM Wasserschutz (Händewaschen, Duschen und Schwimmen sollen möglich sein)
  • kleines Touch-Bedienfeld für dedizierte Funktionen
  • 5 bis 7 Tage Akkulaufzeit
  • Ladeetui mit bis zu 11 Aufladungen (per USB-C aufladbar)
  • Ring lädt in 1,5 Stunden komplett auf
  • optionale Erinnerungen an Medikamenteneinnahme, Sitzzeiten, Trinkpausen, Geburtstage, Kalendereinträge, etc.
  • Weckfunktion
  • Schlafanalyse
  • Gesundheitsmonitoring (Ruheherzfrequenz, Herzratenvariabilität, Sauerstoffsättigung, Körpertemperatur)
  • Zyklustracking für Frauen
  • Preis: 99 Euro (u. a. bei Otto.de und weiteren)

Viele smarte Ringe dienen vor allem dem Tracking von Fitness- und Gesundheitsdaten, der IMIKI Ring 2 liefert hier zusätzlich einen Vebrationsmotor, der sich für diverse Dinge nutzen lässt. Gleich vorweg: Nein, App-Benachrichtigungen funktionieren darüber nicht, Ausnahmen sind hier der Kalender und eben eure Telefon-App, um Anrufe signalisiert zu bekommen. Eingehende WhatsApp-Nachrichten oder Likes von Instagram und Co. bekommt ihr darüber aber nicht mitgeteilt. In meinem Fall habe ich mein Pixel aktuell einfach mal schon geraume Zeit auf lautlos gestellt, Vibration aus. Heißt für mich dann etwas mehr Entspannung im Alltag, weil man nicht mehr jede Benachrichtigung sofort mitbekommt, wenn man es nicht gerade muss. Wenn ich auf eine dringende Mitteilung warte, dann habe ich zur Not auch die Vibration meines Smartphones wieder an.

Man sollte die App im aktuellen Zustand entweder auf Englisch nutzen oder aber sich mit den teils noch komischen Übersetzungen im Deutschen anfreunden

Zur Einrichtung des Rings nutzt man die kostenlose IMIKI-App. Jene ist auch auf Deutsch verfügbar, wenngleich man sich aktuell noch mit ein paar Übersetzungen anfreunden muss, die nur wenig darüber verraten, was sich eigentlich bedeuten sollen. „Rufen Sie die Erinnerung an“ zum Beispiel, als Option, Anrufbenachrichtigungen zu aktivieren oder zu deaktivieren. Dahingehend versicherte man mir aber bereits, dass hier derzeit noch am Feintuning gearbeitet wird. Ansonsten ist die App recht übersichtlich gestaltet, bietet Einblick in alle Messwerte, lässt optionale Weckzeiten einstellen und liefert Aufschluss über den Ladezustand/Verbindung eures Rings.

Zudem lassen sich hier auch die Smart-Touch-Funktionen auswählen und aktivieren. So könnt ihr über die kleine Touchfläche an der Außenseite des Rings (der wird am besten am Zeigefinger getragen) diverse Sonderfunktionen nutzen:

  • Musik: Langes Berühren startet und pausiert die Wiedergabe / Wischen schaltet dann die Tracks durch
  • Foto/Video: Langes Berühren löst ein Foto oder Video (je nach Kameraeinstellung) aus
  • Lektüre: Wischen scrollt Texte und Webseiten
  • Kurzvideo-Feature: Wischgeste scrollt die Videos in bekannten Formaten wie TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts weiter / langes Berühren gibt dem Video ein Like
  • Folien: lässt durch Wischgesten Folien von Präsentationen vor und zurückschalten

Die Funktionen klingen erst einmal alle recht nützlich und sie funktionieren auch fast alle wie beschrieben. Stand jetzt (Mitte November 2025) sorgt aber das Scrollen bei Kurzvideos ausschließlich innerhalb von TikTok dafür, dass jene auch weiter gewischt werden. In Instagram oder auch YouTube Shorts werden die Videos nur kurz angestoßen, aber nicht weiter gewischt. Hier scheint man also noch einmal ein Update rausschieben zu müssen, das den Scroll-Weg durch die Eingabe verlängert. Zudem wird hin und wieder für einen ganz kurzen Moment ein kleiner Eingabepfeil im Display des Smartphones eingeblendet. Das ist zwar durchaus verständlich und wird vermutlich mehr an Android selbst als am Ring oder seiner App liegen, könnte aber den einen oder anderen Nutzer kurz verwirren. Android erkennt hier die Eingabemethode als eine Art Mausbewegung und stellt ein entsprechendes Symbol dar.

Das Vibrieren bei Anrufen ist sehr gut wahrzunehmen, dabei aber immer noch angenehm sanft und nicht wirklich nach außen hin von anderen mitzubekommen. Nimmt man den Anruf dann am Telefon entgegen, vibriert der Ring noch zwei, drei Sekunden nach. Die Akkulaufzeiten von bis zu 7 Tagen halte ich für etwas hoch angesetzt, hier sehe ich bis zu 5 Tage eher realistisch. 7 Tage sind vielleicht dann drin, wenn man wirklich keinerlei Anrufe erhält und den Ring nur sehr rudimentär verwendet, zudem kein Aktivitätstracking nutzt. In meinem Alltag verliert der Ring aber pro Tag etwa 18 bis 22 Prozent Akku. Da er sich im Ladecase dann aber auch binnen anderthalb Stunden voll aufladen lässt, ist das weiterhin ein absolut akzeptabler Wert. Das Ladecase wird selbst per USB-C aufgeladen und erlaubt maximal 11 Aufladungen des Rings. Das Case wirkt etwas billig von der Materialwahl, ist aber dennoch robust genug, um in der Jackentasche mitgenommen zu werden. Nass werden sollte das Teil aber besser nicht. Geladen wird der Ring hier per Magnetpin, eine Ladeanzeige signalisiert, wann das Gerät dann voll aufgeladen ist. Eine weitere zeigt an, zu wie viel Prozent das Case noch geladen ist.

Die ermittelten Gesundheitsdaten, Aktivitätsdaten und auch die Schlafzeiten habe ich während meines Testzeitraums mal mit den parallel ermittelten Daten von der Pixel Watch 4 und auch der Amazfit T-Rex 3 Pro verglichen. Die Werte des Rings weichen da jeweils nur minimal ab, gerade bei den Schlafdaten erkannte der Ring sogar noch genauer, wann ich nachts beispielsweise nochmal aufgestanden bin. Bei den gemessenen Schritten habe ich den Eindruck, dass dort teils etwas zu viele erkannt werden. Ein Weg, den ich seit Jahren nehme und bei dem bisherige Tracker immer zwischen 1900 und 2100 Schritten gemessen haben, wird hier mit knapp 2800 Schritten ausgegeben. Letztendlich sollte man sich aber sowieso bewusst sein, dass Daten, die von solchen Trackern ermittelt werden, auch immer nur als eine Art Anhaltspunkt angesehen werden. Vor allem sollte man keine medizinischen Rückschlüsse daraus ziehen und vielleicht sogar noch vermeiden, einen Arzt aufzusuchen, nur weil der Tracker meint, alles sei in Ordnung. Was mich aktuell aber wirklich stört – das Entwicklerteam ist dahingehend informiert – ist, dass die Synchronisation mit Health Connect zwar angeboten wird, in meinem Fall aber überhaupt nicht funktioniert. Beide Dienste vermelden zwar die Verbindung zueinander, es werden aber keine Daten ausgetauscht. Für Nutzer wie mich, die gern Google Fit oder Fitbit zur Aufschlüsselung entsprechender Messdaten verwenden, ist das natürlich mehr als ungünstig und erfordert die Einsicht der Daten über die IMIKI-App.

Was ich bisher noch vergessen hatte zu erwähnen: Der Ring ist aufgrund seines Aufbaus etwas dicker als normale Ringe, trägt aber zum Beispiel an meiner Männerhand kaum mehr auf. Es wird immer empfohlen, einen Smart Ring lieber am Zeigefinger zu tragen, da die Sensoren dort am besten funktionieren. Am Ringfinger würde mich die Breite des Rings dann vielleicht auch schon eher stören. Am Zeigefinger – egal ob rechts oder links getragen – vergesse ich tagsüber aber tatsächlich hin und wieder, dass ich ihn trage. Die Dichtigkeit gegen das Eindringen vor Wasser habe ich bislang beim Waschen der Hände als auch beim Duschen getestet. Selbst Seife und Duschgel stören das Gerät bisher nicht, sollten sie in dem Fall aber gerade bei einem Ring auch nicht. Jedes Mal den Ring vorm Waschen der Hände abzunehmen wäre auch hart nervig.

Für knapp 100 Euro bekommt man mit dem IMIKI Ring 2 also einen an sich schicken und gut funktionierenden Smart Ring mit Vibrationsmotor, dessen App vielleicht noch ein wenig Überarbeitung bedarf und dessen Touch-Bedienfläche noch an die Eingabe in Apps wie YouTube oder Instagram angepasst werden muss. Die Zusatzfeatures über die Touchfunktion sind dennoch nützlich. Einziges wirkliches Manko ist derzeit noch die fehlerhafte Synchronisation mit Health Connect, an der hoffentlich aktuell unter Hochdruck gearbeitet wird.

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