IEA warnt vor Gasknappheit in Europa

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Stand: 03.11.2026, 14:51 Uhr

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Europa droht in diesem Winter eine Gasknappheit: Die Internationale Energieagentur warnt vor Speicherständen von nur zehn Prozent, falls die Blockade der Straße von Hormus anhält.

Europa droht in diesem Winter eine Gasknappheit, wenn Donald Trump kein Abkommen mit Iran erzielt, warnt die Internationale Energieagentur (IEA). Die Gasspeicher könnten nur noch zu zehn Prozent gefüllt sein, wenn die Straße von Hormus bis Anfang kommenden Jahres geschlossen bleibt und der Kontinent einen kalten Winter erlebt, erklärte die Agentur. Sobald die Füllstände unter 30 Prozent der Arbeitsgaskapazität fallen, sinkt die Geschwindigkeit, mit der die Speicher Gas an europäische Haushalte und Fabriken liefern können.

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Dieser Artikel von Hans van Leeuwen entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk

„Dadurch wäre der europäische Markt anfällig für späte Kälteeinbrüche“, erklärte die in Paris ansässige IEA am Dienstag in ihrem vierteljährlichen Gasbericht. Der Engpass würde Europa zudem zwingen, seine Speicher im nächsten Sommer von einem deutlich niedrigeren Füllstand aus unter hohem Druck wieder aufzufüllen. Dadurch würde der vom Krieg in die Höhe getriebene Gaspreis noch länger auf hohem Niveau bleiben.

Die Warnung der IEA kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Welt darauf wartet, wie Trump die iranische Blockade der Straße von Hormus beenden will. Er hat angekündigt, dies nach den US-Kongresszwischenwahlen am Dienstag zu tun. Berichten vom vergangenen Monat zufolge könnte Trump bereits am Mittwoch wieder mit der Bombardierung Irans beginnen. Axios berichtete jedoch am Montag, er habe dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gesagt, dass er der Diplomatie mehr Zeit geben wolle.

Öltanker und Frachtschiffe vor der blockierten Straße von Hormus.

Öltanker und Frachtschiffe vor der blockierten Straße von Hormus. © Altaf Qadri/dpa

Blockade der Straße von Hormus: Hoffnung auf Friedensgespräche im Nahost-Konflikt

Iranische Medien berichteten am Montag, der oberste Führer des Landes, Modschtaba Chamenei, habe Friedensgespräche mit den Amerikanern genehmigt, nachdem Regierungsvertreter am Wochenende Gespräche mit katarischen Vermittlern geführt hatten. Daraufhin fiel der europäische Gaspreis um mehr als zehn Prozent auf knapp über 93 Euro je Megawattstunde. Dennoch wies die IEA darauf hin, dass der Spotpreis für europäisches Gas im dritten Quartal um 90 Prozent über dem Vorjahresniveau lag.

Durch die seit März andauernde Schließung der Straße von Hormus ist ein Fünftel des weltweiten Gasangebots blockiert. Katar kann seine Gaslieferungen nicht auf andere Routen umleiten, wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate es mit Rohöl getan haben. „Da die Durchfahrt durch die Straße von Hormus auch Ende Oktober noch stark eingeschränkt ist, dürfte der Angebotsschock auch während des Winters auf der Nordhalbkugel weiterhin für angespannte Marktbedingungen sorgen“, erklärte die IEA.

Gasspeicher drohen auf zehn Prozent zu fallen: Folgen für Europas Versorgung

Die USA haben ihre Gasexporte gesteigert, doch der Ausfall der Lieferungen aus Katar wurde dadurch nicht vollständig ausgeglichen. Zudem überbieten Korea und Japan europäische Kunden häufig beim Kauf von US-Gas. Deutschlands Gasspeicher sind zu weniger als zwei Dritteln gefüllt und liegen damit deutlich unter der gesetzlichen Vorgabe von 80 Prozent, die vor dem winterlichen Nachfrageanstieg erreicht werden muss. „Die insgesamt schwache Speicherlage in der EU macht den Kontinent anfälliger als üblich für Markt- und Wetterschocks“, erklärte die IEA.

Patrick Pouyanné, Vorstandschef von TotalEnergies, sagte am Montag, Europa werde keine Gasknappheit erleben, aber unter deutlich höheren Preisen leiden. „Wir gingen davon aus, dass sich die Menschen auf einen schnelleren Anstieg der Gaspreise einstellen würden. Stattdessen verhielten sich die Märkte so, als würde der Krieg diesen Sommer enden“, sagte er. „Wir werden mehr bezahlen als andere, so einfach ist das.“

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