iCloudBridge: Apple-Notizen, Erinnerungen, Fotos und Passwörter mit anderen Diensten verknüpfen

1 month ago 3


Wer im Apple-Kosmos hängengeblieben ist (nicht negativ konnotiert), kennt vielleicht das Problem: Notizen, Erinnerungen, Fotos und auch die Apple-Passwörter laufen auf iPhone, iPad und Mac recht rund, aber sobald Windows, Linux oder Android ins Spiel kommen, wird es unter Umständen zäh. iCloud im Browser ist eher Notlösung als Alltagstool.

Ein Entwickler hat genau an der Stelle angesetzt und iCloudBridge gebaut. Die App läuft lokal auf dem Mac, ist kostenlos und Open Source. Ziel: die eigenen iCloud-Daten mit Diensten verknüpfen, die plattformübergreifend besser funktionieren, ohne gleich das komplette Setup umzuziehen.

Der Ansatz ist recht pragmatisch. Apple-Erinnerungen laufen über CalDAV zu anderen Diensten, zum Beispiel zu Nextcloud Tasks oder anderen Aufgaben-Apps, die CalDAV verstehen. Es lässt sich festlegen, welche Listen überhaupt synchronisiert werden sollen, beim Sync-Richtungsthema geht sowohl eine Einbahnstraße als auch ein Abgleich in beide Richtungen.

Apple-Notizen schiebt iCloudBridge in einen lokalen Markdown-Ordner. Bilder, Links und Anhänge werden mitgenommen, Checklisten landen als To-do-Listen in Markdown mit eingeschränkter Rückrichtung: Haken in Apple-Notizen werden nicht direkt gesetzt, stattdessen markiert die App erledigte Punkte mit einem Emoji. Tabellen aus Notizen werden unterstützt, was für den Wechsel in Markdown-basierte Tools interessant ist. Für die Synchronisation lassen sich Ordner auswählen, und auch hier ist wahlweise nur Export, nur Import oder beides drin. Das spielt gut mit Obsidian, Nextcloud Notes, NotePlan oder ähnlichen Tools, die einfach einen lokalen Ordner beobachten.

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Bei Fotos arbeitet iCloudBridge anders herum: Ein Ordner auf dem Mac wird beobachtet, neue Bilder daraus werden automatisch in die Apple-Fotos-Mediathek geschoben. Das ist praktisch, wenn eine Kamera, ein Android-Gerät oder ein Cloud-Speicher Bilder in einen lokalen Ordner kippt und Apple Fotos trotzdem die zentrale Galerie bleiben soll.

Für Apple-Passwörter gibt es keinen direkten Live-Sync, sondern einen Workflow über den Export. Der Export aus Apple-Passwörter wird eingelesen und in Formate für Bitwarden, Vaultwarden oder Nextcloud Passwords übersetzt. Gleichzeitig erzeugt iCloudBridge eine Import-Datei, um fehlende Einträge wieder in die Apple-Passwörter zu bekommen. Die Synchronisation ist also grundsätzlich in beide Richtungen gedacht, braucht an der Stelle aber manuelle Schritte.

Damit das nicht jedes Mal von Hand angestoßen werden muss, bringt die App einen Scheduler mit, der Notizen-, Erinnerungs- und Foto-Sync automatisiert. Dazu kommt eine Log-Ansicht, die genau zeigt, was passiert ist, und eine Oberfläche, die auch ohne Terminal-Wissen nutzbar sein soll. Parallel existiert eine CLI-Variante für alle, die lieber im Terminal bleiben.

Der Entwickler betont, dass iCloudBridge keine Telemetrie mitsendet. Alles läuft lokal auf dem Mac, es gibt keinen Server, der im Hintergrund irgendetwas nach Hause telefoniert. Die Daten gehen nur an die Dienste, die in der App hinterlegt werden, also etwa das eigene Nextcloud, Bitwarden oder ähnliche Angebote, die dann mit ihren eigenen Datenschutzregeln daherkommen.

Wichtig ist der Status: Das Ganze ist frische Software, aktuell im Grunde noch Einzelkämpferprojekt von Keith. iCloudBridge kann vorab anzeigen, was bei einem Sync passieren würde, ohne tatsächlich Daten anzufassen. Für Leute mit jahrelangen Notizsammlungen ist das Pflichtschritt, bevor der Schalter für den echten Sync umgelegt wird. Im Fall der Fälle hilft bei Notizen immerhin noch der Ordner für kürzlich gelöschte Einträge in Apple-Notizen, der Inhalte für 30 Tage vorhält.

Spannend wird iCloudBridge vor allem als Brücke in eigene Setups: Nextcloud für Aufgaben und Notizen, ein lokaler Markdown-Zoo für Obsidian, Passwortsync in Richtung Bitwarden oder Nextcloud Passwords und gleichzeitig weiterhin Apple-Apps auf iPhone und Mac. Wer etwas bastelaffin ist und mit der Idee leben kann, frühe Versionen zu nutzen, bekommt damit ein Werkzeug, das die typische Apple-Sandkiste nach außen öffnet, ohne gleich alles aufzugeben. Alle anderen sollten vielleicht abwarten und das Projekt beobachten, fand ich recht spannend. Wer Lust auf Testen hat und nicht direkt die Produktivdaten riskieren will, legt sich besser zuerst einen separaten iCloud-Account oder einen Testordner an und spielt die Simulationen einmal durch.

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