Huawei sagt Kunden, sie sollen Speicherchips für KI-Prozessoren selbst beschaffen

2 days ago 6

Huawei kann seinen Kunden nicht genug Speicher für KI-Chips liefern und schickt sie damit auf den Schwarzmarkt. Dort hat sich ein ausgeklügeltes Schmugglernetzwerk etabliert, das eine Lücke in den US-Exportregeln ausnutzt.

Huawei fordert einige Kunden auf, den Speicher für seine KI-Chips selbst zu beschaffen, und treibt so die Abnehmer auf den Schwarzmarkt, berichtet The Information. Huawei will Anfang nächsten Jahres den Ascend 960DT herausbringen, der laut dem Unternehmen die Leistung seiner aktuellen Chips verdoppeln soll. Doch Huaweis chinesische Zulieferer können nicht genug High-Bandwidth Memory (HBM) produzieren, und US-Exportregeln verhindern den direkten Kauf bei Samsung und SK Hynix, die zusammen über 80 Prozent des Weltmarkts kontrollieren.

Schmuggler nutzen daher eine Lücke in den Vorschriften: Sie verpacken HBM zusammen mit billigen Serverprozessoren, deren Leistung unter der Exportgrenze liegt, und verschiffen die Pakete über Hongkong nach China. Dort werden die Speicherchips in Werkstätten von den Prozessoren gelöst. Der Vorgang ist heikel, die Fehlerquote hoch, doch die Gewinnspannen sind hoch.

Die Preise für geschmuggelten HBM3E-Speicher sind laut einem Broker in Shenzhen innerhalb eines Jahres von einigen Hundert auf rund 4.000 Dollar pro Einheit gestiegen. Pro KI-Chip werden sechs bis acht Einheiten benötigt, was allein für den Speicher bis zu 32.000 Dollar bedeutet.

Neben dem Schmuggel speist sich der Schwarzmarkt auch aus ausgeschlachteten älteren Nvidia-Grafikkarten und überschüssigem Inventar von Chipdesignern, die Projekte eingestellt oder Bestellungen reduziert haben. Südkoreas Zollbehörde hat bis Mai Handelsverstöße im Wert von 560 Millionen Dollar aufgedeckt, mehr als im gesamten bisherigen Rekordjahr. Ein Drittel davon entfiel auf strategische Güter wie Chips, die ohne Genehmigung oder mit falschen Angaben exportiert wurden.

KI-News ohne Hype – von Menschen kuratiert

Mit dem THE‑DECODER‑Abo liest du werbefrei und wirst Teil unserer Community: Diskutiere im Kommentarsystem, erhalte unseren wöchentlichen KI‑Newsletter, 6× im Jahr den "KI Radar"‑Frontier‑Newsletter mit den neuesten Entwicklungen aus der Spitze der KI‑Forschung, bis zu 25 % Rabatt auf KI Pro‑Events und Zugriff auf das komplette Archiv der letzten zehn Jahre.

Jetzt abonnieren

Read Entire Article