heise+ | Ubuntus Linux-Bootloader abgespeckt: Weniger Funktionen für mehr Sicherheit

2 months ago 13

Die Ubuntu-Entwickler planen, den Bootloader Grub zu beschneiden: Keine Grafiken mehr, kein LVM, kein RAID, kein Btrfs. Das soll Angriffswege reduzieren.

(Bild: Jessica Nachtigall / KI / heise medien)

16.06.2026, 08:00 Uhr

Lesezeit: 12 Min.

  1. Ubuntus Linux-Bootloader abgespeckt: Weniger Funktionen für mehr Sicherheit
    • Vertrauen schaffen
  2. Angriffsrisiken
  3. Secure Boot endlich sicher?
  4. Neue Chance

Mehr Sicherheit durch weniger Code: Auf dieses einfache Prinzip lässt sich das Vorhaben der Ubuntu-Entwickler reduzieren, ab Ubuntu 26.10 etliche Funktionen aus dem Bootloader Grub zu entfernen. Auf der Streichliste steht die Unterstützung diverser Dateisysteme, aber auch der Logical Volume Manager (LVM), RAID und die Einbindung von Grafiken. Die meisten Ubuntu-Anwender werden das gar nicht bemerken, denn die Distribution nutzt die Funktionen auf der Abschussliste gar nicht. Da Ubuntu aber auch als Basis für verschiedene Ableger („Flavours“) dient, regt sich bei den Entwicklern Widerstand gegen den einen oder anderen Streichkandidaten.

Um die Beweggründe der Entwickler zu verstehen und die Auswirkungen beurteilen zu können, muss man verstehen, welch wichtige Rolle Grub bei Secure Boot spielt. Grub ist nicht irgendein Anwendungsprogramm, das in einem vom Kernel kontrollierten und geschützten Speicherbereich läuft und lediglich über die Rechte verfügt, die auch der Benutzer hat, der es startet.

  • Die Ubuntu-Entwickler wollen Funktionen im Bootloader Grub entfernen, um Sicherheit zu gewinnen.
  • Sicherheitslücken in Grub gefährden die Vertrauenswürdigkeit von Secure Boot.
  • Durch neue Zertifikate werden Tausende alte, teils verwundbare Bootloader künftig abgeschaltet.

Als Bootloader ist Grub ein wichtiger Teil der Sicherheitsarchitektur Secure Boot: Schafft es ein Angreifer, Grub zu kompromittieren, so kann er schlimmstenfalls Hintertüren eröffnen, den Kernel virtualisieren und im Speicher manipulieren – womit er letztlich die Kontrolle über das gesamte System samt seiner Anwendungen übernehmen kann. Fehler in Grub gefährden die Vertrauenswürdigkeit der Secure-Boot-Kette.

Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels "Ubuntus Linux-Bootloader abgespeckt: Weniger Funktionen für mehr Sicherheit". Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.

Immer mehr Wissen. Das digitale Abo für IT und Technik.

 Zsolt Biczó/Adobe Stock

heise Plusheise PlusDie Kamera per App steuern: Wann Smartphone & Tablet wirklich helfen

Fernsteuerung, Geotagging, Bildtransfer: Wir zeigen, wann Kamera-Apps den Fotoalltag erleichtern – und wo ihre Grenzen liegen.


Prozessor mit Atompilz (Symbolbild)

heise Plusheise PlusCPU-Schwachstellen Spectre und Meltdown: Acht Jahre Dauerbeschuss, eine Chronik

Neuartige CPU-Sicherheitslücken lösten 2018 große Befürchtungen aus. Sie veränderten die Entwicklung von Prozessoren grundlegend und auf Dauer.


heise Plusheise PlusIndach- statt Aufdach-Photovoltaik: Vor- und Nachteile im Realitätscheck

Schutz und Stromerzeugung in einem System: Indach-PV ist charmant, aber planerisch anspruchsvoll. Was Bauherren zu Technik, Kosten und Markt wissen müssen.


heise Plusheise PlusGehälter 2026: Das verdienen IT-Berater in Deutschland

IT-Berater durchdringen komplexe Strukturen, erarbeiten praxisnahe Konzepte und begleiten Kunden verlässlich – weshalb sie von einem hohen Gehalt profitieren.


,

heise Plusheise PlusHimmelswächter mit PiCam und Raspi4 zur Astrobeobachtung bauen

Mit Raspberry Pi, HQ-Kamera, Powerbank und Open-Source-Software entsteht mit wenig Aufwand ein erstaunlich leistungsfähiger Himmelswächter. Ein Einstieg.


heise Plusheise PlusGEO und SEO: So optimieren Betreiber ihre Websites für ChatGPT & Co.

ChatGPT, Perplexity und Googles „KI-Übersicht“ verändern die Suche radikal. GEO soll Websites helfen, auch in KI-Antworten sichtbar und relevant zu werden.

Read Entire Article