heise+ | M365-Alternativen im Überblick

1 month ago 12
  1. M365-Alternativen im Überblick
    • Betrieb und Verantwortung
    • Integration
    • Migration und Portabilität
  2. Funktionsabdeckung und Souveränität
  3. Nextcloud Hub, openDesk, kSuite
  4. Proton Workspace, Euro-Office, grommunio, eXo Platform
  5. Modulare Apps
  6. Fazit
Artikel in iX 7/2026 lesen

Spätestens wenn nach der nächsten Preiserhöhung der Workplace mal wieder teurer wird, der Anbieter wieder dringend neue Lizenzpakete empfiehlt oder der politische Gegenwind aus den USA zunimmt, stellt sich aus strategischer Sicht die Frage, ob die Entscheidung für den Marktführer die richtige war und welche Alternativen es gibt. Doch statt zunächst zu klären, wie viel Kontrolle, Unabhängigkeit und Flexibilität das eigene Haus braucht, beginnen Projekte meist mit Featurelisten und ersten Proofs of Concept.

Das führt selten zum Ziel. Ohne klares Architekturbild und definiertes Betriebsmodell vermischen sich Ansätze für Mail, Dateien, Kommunikation und Dokumente. Man leitet unbewusst Erwartungen aus dem alten Workplace ab und überbewertet Detailunterschiede, die für den Betrieb keine Rolle spielen.

  • Die Architekturentscheidung für integrierte Suite oder modularen Baukasten lässt sich an fünf Faktoren festmachen: Betriebsmodell, Integration, Migration, Funktionsreife und Souveränität.
  • Modulare Architekturen verteilen den Workplace auf eigenständige Bausteine für Mail, Chat, Meetings, Files und Identity. Die Übergänge zwischen diesen Schichten verursachen den meisten Betriebsaufwand.
  • KI-Integration bleibt für viele Alternativen die offene Flanke gegenüber Copilot und Gemini, weil Assistenzfunktionen ohne plattformweiten Datenkontext laufen. Eine Integrationsdichte wie Microsoft und Google schafft keine Alternative.

Tobias Richter ist Bereichsleiter Business Development bei der Rewion GmbH mit über 20 Jahren IT-Erfahrung und bewegt sich an der Schnittstelle von Beratung, Cloud, KI, Security und Managed Services.

Zuerst muss daher eine Grundsatzentscheidung erfolgen: Will man den digitalen Arbeitsplatz als eine fertige Produktplattform oder als selbst definierte Multi-Applikations-Architektur betreiben? Suiten bündeln Mail, Kommunikation, Dokumente und Meetings unter einem gemeinsamen Identitäts- und Betriebsmodell. Modulare Ansätze verteilen die Funktionen auf mehrere Komponenten und verbinden sie über Standards und Schnittstellen. Die Wahl bestimmt den Grad der Souveränität, aber auch, wo Komplexität entsteht und wie viel Integrationsaufwand und Betriebsverantwortung auf die Organisation realistisch zukommt. Fünf Faktoren stützen die Entscheidung.

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