Heute noch ein Sammelbeitrag zu Sicherheitsmeldungen, die mir die letzten Tage untergekommen sind, aber aus Mangel an Zeit nicht in separaten Artikeln aufgegriffen wurden. Der reine Wahnsinn, was wieder an Schwachstellen, Cybervorfällen und neuen Erkenntnissen los ist.
ShinyHunters Salesforce-Hacks (Qantas, Allianz Life, LVMH)
In den letzten Wochen wurden ja einige Cyber-Vorfälle bei diversen Firmen wie Qantas, Allianz Life, LVMH bekannt. Ich hatte z.B. im Beitrag Allianz Life Hack, Mehrheit der 1,6 Mio. Kunden betroffen über einen Datenabfluss berichtet, wo bei ein Dienstleister involviert war. Die Kollegen von Bleeping Computer berichten in diesem Artikel, dass die Gruppe ShinyHunter hinter diesen Hacks stehen und diese über Systeme des Anbieters Salesforce ausführen konnten.
Die Salesforce, Inc. mit Sitz in San Francisco ist ein börsennotiertes US-amerikanisches Softwareunternehmen, das Cloud-Computing-Produkte für Unternehmen anbietet. Das Unternehmen gilt als der weltgrößte Cloud-Softwareanbieter für Unternehmen. Auf der Unternehmensseite heißt es "Mit Salesforce, dem weltweit führenden CRM mit KI, können Unternehmen CRM, KI, Daten und Trust auf einer einheitlichen Einstein 1 Platform zusammenführen". Und ich hatte im Juni 2025 berichtet, dass es Angriffe auf Salesforce-Instanzen per Vishing gebe (Hackergruppe UNC6040 greift Salesforce-Instanzen per Vishing an).
Gehe ich in den Artikel von Bleeping Computer, finden sich genau diese toxischen Kombinationen: ShinyHunters hat wohl das SalesForce CRM gehackt und hatte so Zugriff auf die Daten und IT-Systeme. Gegenüber Bleeping Computer bestätigte ein Allianz-Sprecher "Am 16. Juli 2025 verschaffte sich ein böswilliger Angreifer Zugang zu einem cloudbasierten CRM-System eines Drittanbieters, das von der Allianz Life Insurance Company of North America (Allianz Life) genutzt wird." Konnte ja auch keiner ahnen, dass Angreifer auch noch böswillig handeln und auf dieses SalesForce zielen. Bei Quantas wird SalesForce zwar nicht genannt, aber der Name wird in Berichten gehandelt. Früher gab es den doofen Spruch "Ist Software, da kannst Du nix machen" – heute gilt "Ist SalesForce, kann man nix machen" (ok, man könnte noch ein bisschen Cloud und AI drunter mischen, dann ist es belegt, den armen Anwender trifft keine Schuld. Womit auch das geklärt wäre.
Tea-App Datenabfluss und Sicherheitslücken
Zum 27. Juli 2025 berichtete Norddeutsch im Diskussionsbereich von einem Datenverlust bei der tea-App. Die App nutzt höchst sensible Daten. Dating-Partner werden mit folgenden Technologien durchleuchtet:
- Background checks
- Catfish image search
- Sex offender search
- Phone number lookup
- Criminal record search
Die App bzw. der Anbieter versprach "sicheres" Dating für Frauen (die konnten Männer bewerten), mit Chat, Images, etc. Tea gibt an, mehr als 4 Millionen Nutzer (Frauen) zu haben.
Gut, wenn die Hormone beteiligt sind, lockt das große Geld und der Verstand ist nicht immer dabei. Ganz schlecht ist es, wenn auch noch Sicherheit versprochen wird. Es passierte das, was passieren musste. Es gab am 25. Juli 2025 einen unbefugten Zugriff auf eine ältere Datenbank, in der Daten bis 2024 gespeichert waren. Dabei wurden 72.000 Fotos, Selfies oder 12.000 IDs, 59.000 Posts, Kommentare oder Direktnachrichten abgezogen wurden (die Webseite von Tea legt den Vorfall offen).
Die Kollegen von Bleeping Computer berichten, dass ein anonymer Nutzer auf 4chan berichtete, dass Tea einen ungesicherten Firebase-Speicherbucket verwendet habe, um von Mitgliedern hochgeladene Führerscheine und Selfies zu speichern. Die Dokumente dienten zum überprüfen, ob es sich um Frauen handelt. Auf dem Speicherbucket wurden auch Fotos und Bilder, die in Kommentaren geteilt wurden, abgelegt. Auch 9to5mac berichtete über den Vorfall.
Ingram Micro Hack: SafePay droht mit Datenleck
Anfang Juli 2025 berichtete ich im Beitrag Ingram Micro hat Ransomware-Infektion erlitten, dass der Distributor von IT-Waren (Lizenzen, Hardware) Opfer einer Ransomware-Infektion wurde. Die Ransomware-Gruppe SafePay war wohl verantwortlich und droht nun mit der Veröffentlichung von 3,5 TB an Daten von Ingram Micro. Die Details haben die Kollegen von Bleeping Computer zusammen getragen.
wird fortgesetzt
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