Die Google-Suche bekommt ein Update mit künstlicher Intelligenz (KI). Ab Mittwoch sollen auch Nutzer aus Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern auf den sogenannten KI-Modus zugreifen können.
Mit der Neuentwicklung kehrt Google von seiner klassischen Suchmaschine mit Trefferliste ab. Bereits in den vergangenen Jahren hatte der Konzern die Suchergebnisse mit immer mehr eigenen Angeboten umgeben, von den Google-Maps-Einbindungen bei der Suche nach Adressen bis zu den Google-Shopping-Angeboten bei der Recherche nach Produkten, was zu diversen Rechtsstreitigkeiten und Bußgeldern führte. Zuletzt brachte der IT-Konzern auch KI-Zusammenfassungen an die Spitze der Suchmaschinenergebnisse.
Informationen werden neu sortiert
Der neue KI-Modus organisiert die Treffer komplett anders. Um auf ihn zuzugreifen, muss man in der Google-Suche oder der App einen gesonderten Reiter aufrufen und dort eine Frage stellen. Die Suchmaschine versucht daraufhin, die Anfrage möglichst umfassend direkt zu beantworten und führt daneben und dazwischen Links auf Webseiten auf, von denen Google die Informationen bezogen hat.
Im KI-Modus soll eine Vielzahl verschiedener Suchanfragen kombiniert werden, um eine Antwort auszugeben. Als Beispiel verweist Google etwa auf eine Übersicht verschiedener Zubereitungsmethoden von Kaffee, die der neue KI-Modus tabellarisch zusammenfasst. Ein anderer Anwendungsfall: Man kann ein Bild der Speisekarte eines koreanischen Restaurants hochladen und sich dann erkundigen, welche der aufgeführten Gerichte vegan sind. Es soll auch möglich sein, der Suchmaschine per Smartphone-Mikrofon eine Frage in natürlicher Sprache zu stellen.
Der neue Modus war im Frühjahr bereits in den USA eingeführt worden und wurde schrittweise in weiteren Ländern bereitgestellt. Mit dem aktuellen Update kommen 36 Sprachen und 40 Länder hinzu. Google wird voraussichtlich mehrere Tage benötigen, bis der neue KI-Modus für alle Nutzerinnen und Nutzer bereitsteht.
Die Neuerung ist umstritten. So beklagen sich Website-Betreiber darüber, dass der neue Modus dafür sorge, dass weniger Besucher ihre Angebote aufsuchen, da Google selbst alle relevanten Informationen auf seiner Website präsentiere. In den USA und in Großbritannien haben Verleger bereits Klage gegen Google eingereicht, auch deutsche Verleger zeigten sich kritisch. Mehr dazu lesen Sie hier .



