Google lässt Website-Betreiber erstmals selbst entscheiden, ob ihre Inhalte in KI-Suchergebnissen erscheinen

4 days ago 10

Google führt neue Werkzeuge für Website-Betreiber ein, um deren Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchfunktionen besser zu steuern und zu messen.

Laut Google haben AI Overviews inzwischen mehr als 2,5 Milliarden monatlich aktive Nutzer, AI Mode mehr als eine Milliarde. In der Google Search Console gibt es künftig einen neuen Schalter, mit dem Seitenbetreiber festlegen können, ob ihre Inhalte in KI-Suchfunktionen wie AI Overviews oder AI Mode erscheinen sollen.

Wer sich abmeldet, erhält laut Google keinen Traffic aus diesen Funktionen (was kein Verlust sein dürfte), aber weiterhin normalen Traffic aus der Suche. Zusätzlich stellt Google neue Performance-Berichte bereit, die Impressionen, Seiten, Länder und Geräte für KI-Funktionen separat aufschlüsseln.

 Google Der neue "Generative AI"-Bericht in der Google Search Console zeigt Website-Betreibern, wie oft ihre Seiten in KI-Suchfunktionen wie AI Overviews und AI Mode erscheinen. | Bild: Google

Beide Features werden zunächst in Großbritannien getestet, auch auf Druck der britischen Wettbewerbsbehörde CMA, die ebenfalls heute eine weltweit erste Verhaltensregel gegen Google erließ. Demnach muss Google Publishern erlauben, ihre Inhalte aus KI-Suchfunktionen herauszunehmen, Quellen in KI-generierten Suchergebnissen klar mit Links zuordnen und das Feintuning von KI-Modellen mit Publisher-Inhalten nur mit deren Zustimmung durchführen.

Publisher-Opt-outs werden Google nicht bremsen oder schwächen

Mit den KI-Antworten übernimmt Google weite Teile des Webs, ohne wie bislang in einer Art fairem Deal den Traffic zu den Webseiten zurückzuleiten. Eine Studie der New York Times zeigt kürzlich, dass Googles KI-Antworten in mehr als 90 Prozent der Fälle akkurat sind. Das sind zwar stündlich noch immer Millionen falsche Antworten, aber es wird ausreichen, um weiten Teilen der Internet-Nutzerschaft abzugewöhnen, Webseiten aufzurufen. Fast niemand klickt eine Quelle in einer KI-Antwort an.

Daran ändern auch Feigenblatt-Funktionen wie "Bevorzugte Quellen" nichts: Im Gegenteil, Publisher, die sich darauf einlassen, sollten sich bewusst sein, dass sie damit langfristig ihre eigene Verhandlungsmacht weiter untergraben. Solange Google die Plattform kontrolliert und Publisher nur zwischen "mitmachen ohne faire Vergütung" und "unsichtbar werden" wählen können, verschiebt sich die Wertschöpfung weiter zu Google.

Wenn sich hochwertige Publisher aus den KI-Funktionen abmelden, verlieren sie Sichtbarkeit, aber Google verliert kaum etwas. Der Konzern hat genug alternative Quellen, um KI-Antworten zu generieren. Reddit-Inhalte, Wikipedia, Foren, SEO-optimierte Seiten, eigene Daten. Die Qualität der Antworten mag etwas sinken, aber für die meisten Nutzer nicht spürbar genug, um ihr Verhalten zu ändern.

Was Google tatsächlich bremsen könnte, wäre eine Vergütungspflicht für die Nutzung von Publisher-Inhalten in KI-Antworten, ähnlich wie beim Leistungsschutzrecht, aber mit echten Zähnen. Oder eine kartellrechtliche Auflage, die Google zwingt, KI-Antworten und klassische Suchergebnisse strukturell zu trennen.

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