Ende letzter Woche hat Sony nicht nur Remakes zu den ersten drei Spielen der Reihe „God of War“ angekündigt, sondern als Shadow Drop auch das 2D-Actionspiel „God of War: Sons of Sparta“ veröffentlicht. Inzwischen konnte ich dieses Prequel, das einen jugendlichen Kratos zeigt, anspielen. Lohnt sich dieser neue Ableger für Fans?
Dazu mein Background: Ich habe nie eine PS2 besessen, aber die Remaster der ersten beiden Spiele damals gemeinsam mit dem dritten Teil auf der PlayStation 3 gezockt. Die Ur-Trilogie empfinde ich als gute Action-Spiele mit Puzzle-Elementen, richtig begeistern konnte mich dann aber die nordische Saga. „God of War: Ragnarök“ habe ich hier im Blog ja auch getestet. Dabei schickt „God of War: Sons of Sparta“ den rauen Protagonisten Kratos zurück nach Griechenland und zeigt seine Jugend.
Die Entwicklung des Titels hat Mega Cat Studios gestemmt, bisher bekannt für Spiele wie „Five Nights at Freddy’s: Into the Pit“. Dabei ist die Story von „God of War: Sons of Sparta“ offizieller Kanon und in der brutalen Ausbildungszeit von Kratos verortet. Der junge Spartaner muss sich also mit seinem Bruder Deimos als Krieger beweisen. Themen wie Pflicht, Ehre und Brüderlichkeit stehen laut den Entwicklern im Zentrum.
„God of War: Sons of Sparta“ haut euch viel Story um die Ohren
Dabei verkörpert im Übrigen wieder TC Carson den erwachsenen Kratos, der hier als Erzähler fungiert, während Antony Del Rio den jungen Kratos als Protagonisten vertont. Beide haben diese Rollen auch schon in der Vergangenheit übernommen. Deimos wird von Scott Menville gesprochen, den ich vor allem als Stimme von Robin aus „Teen Titans“ und „Teen Titans Go!“ kenne. Alternativ gibt es aber neben deutschen Texten auch eine deutsche Sprachausgabe, was bei so einem „kleinen“ Titel eher überrascht.
Allerdings ist das durchaus wichtig, denn ihr werdet im Spielverlauf sehr oft mit Textfenstern und Dialogen bombardiert. Gerade zu Beginn ging mir persönlich das sogar ordentlich auf die Nerven. Gefühlt zimmert man zwei Gegner um und schon wird das Gameplay durch mehr oder minder plumpe Dialoge unterbrochen. Denn aus meiner Sicht verhält es sich so: Es wird zwar „viel“ Geschichte erzählt, aber besonders komplex oder spannend ist das Gebotene nicht. Im Wesentlichen müsst ihr einen verschollenen Kameraden von Kratos und Deimos aus dem Sparta umgebenden Umland Lakonien zurückbringen.
Das 2D-Actionspiel nutzt Metroidvania-Elemente, sodass ihr im Spielverlauf neue Fähigkeiten erlernt, die euch neue Wege eröffnen. Zudem hantiert ihr mit verschiedenen Waffenaufsätzen, die je nach Gegnertyp mal besser und mal schlechter geeignet sind. Die Zubehörteile für Speer und Schild haben dann jeweils eigene Upgrade-Optionen, um sie eurem Spielstil anzupassen. Dazu kommen drei zentrale Skilltrees, die Angriff, Verteidigung und Bewegung von Kratos aufbessern.
Zudem erhält Kratos auch sogenannte Gaben des Olymps. Diese Artefakte kann er für weitere Spezial- und Superangriffe in brenzligen Situationen verwenden. Dabei gibt es in „God of War: Sons of Sparta“ auch ein Wiedersehen mit Gegnern, die ihr aus der Ur-Trilogie kennt – etwa Minotauren, Satyrn oder Skelettkriegern. Der Soundtrack stammt dabei im Übrigen wieder von Bear McCreary und klingt bombastisch wie gewohnt. Ach, falls ihr hier einen Koop-Modus erwartet: Den gibt es nicht. Erst nach dem Durchspielen stehen Herausforderungen für zwei Spieler zur Verfügung. Den ersten Durchgang müsst ihr aber solo bewältigen.
Der Erfinder von „God of War“ ist „not amused“
Die Grafik empfinde ich persönlich jedoch als kompletten Reinfall. Der Hauptcharakter erinnert bestenfalls vage an Kratos und die Optik nutzt weder einen reinen Pixel-Art-Stil noch eine moderne Ästhetik. So kommt ein Celshading-Stil mit Retro-Einschlag heraus, der für mich weder Fisch noch Fleisch ist und eher relativ „billig“ wirkt. Spricht mich persönlich wirklich leider gar nicht an. Ich kann da auch die Kritik des Serienschöpfers, David Jaffe, nachvollziehen. Der ist mit diesem Spiel sehr hart ins Gericht gegangen.
Seinem Rant kann ich zwar so komplett auch wieder nicht beipflichten, aber auch ich werde das Gefühl nicht los, dass „God of War: Sons of Sparta“ ähnlich wie im letzten Jahr „Lego Horizon Adventures“ eine eher unausgereifte Spin-off-Idee darstellt. Besonders, wenn man den Preis von 29,99 Euro bzw. sogar 39,99 Euro für die Deluxe-Version berücksichtigt. Mal ehrlich: Das in allen Belangen bessere „Hollow Knight: Silksong“ kostet 19,99 Euro. Da gibt es keinen triftigen Grund, stattdessen „God of War: Sons of Sparta“ zu zocken.
Klar, wer süchtig nach Metroidvanias ist, der kann sich mit „God of War: Sons of Sparta“ nach dem Durchspielen anderer Titel durchaus bequem die Zeit vertreiben. Denn ein schlechtes Spiel ist es keineswegs. Der Grafikstil trifft zwar nicht meinen persönlichen Geschmack, aber das ist subjektiv. Gameplay und Technik sind sauber umgesetzt und auch das Finden versteckter Items und optionaler Aufgaben macht durchaus Laune. Allerdings fehlt es etwas an kreativen Impulsen, denn im Wesentlichen kaut man die Genre-Standards wieder. Nach 10 Stunden wird zudem bei euch wohl der Abspann über den Bildschirm flimmern – 15 Stunden werden es vielleicht sein, wenn ihr auch den Sidequests nachjagt. Ein Teil der Spielzeit ging bei mir allerdings auch aufs Konto der nichtssagenden Karte, welche die Entwickler gerne noch mal überarbeiten dürften.
Mein Fazit
„God of War: Sons of Sparta“ ist ein solides Metroidvania – nicht mehr und nicht weniger. Es verdient weder ausschweifende Lobeshymnen noch Hasstiraden. Das Problem ist, dass es da in letzter Zeit deutlich hochwertigere Genre-Vertreter gegeben hat, die in allen Punkten überlegen sind – z. B. „Hollow Knight: Silksong“ oder auch „Prince of Persia: The Lost Crown„. Da wirkt dann auch der hier ausgerufene Preis von 29,99 Euro bzw. sogar 39,99 Euro für die Deluxe Edition etwas hoch. 10 Euro weniger und man könnte schon eher eine Empfehlung für Genre-Fans aussprechen.
Aktuell bewerte ich „God of War: Sons of Sparta“ als gutes 2D-Actionspiel, bei dem mir der Grafikstil allerdings viel vermiest hat – ich finde ihn schlichtweg unansehnlich. Das wird aber jedem anders ergehen. Fans von Kratos können in dieses Prequel gerne einmal hereinschauen, sollten aber definitiv auf eine Preissenkung warten.
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