Gewaltbereite Online-Gruppen bedrohen Kinder und Jugendliche

10 months ago 9

Foto von Taylor Vick auf Unsplash

Die Europäische Polizeibehörde Europol warnt in einer aktuellen Mitteilung vor dem Anstieg gewaltbereiter Online-Gemeinschaften, die sich gezielt gegen Minderjährige richten. Diese Gruppen, die wie Kulte um charismatische Anführer aufgebaut sind, verbreiten extremistische Ideologien und rufen zu Gewaltakten auf.

Die kriminellen Akteure nutzen dabei gezielt Spieleplattformen, Streaming-Dienste und soziale Medien, um ihre Opfer zu finden. Im Fokus stehen besonders verletzliche junge Menschen zwischen 8 und 17 Jahren, darunter Angehörige der LGBTQ+-Community, ethnische Minderheiten und Personen mit psychischen Problemen. Die Täter schleichen sich auch in Online-Selbsthilfegruppen ein, die eigentlich Unterstützung für diese Zielgruppen bieten sollen.

Die Vorgehensweise der Täter folgt dabei einem Muster: Zunächst überhäufen sie ihre Opfer mit übertriebener Zuneigung und Verständnis, um Vertrauen aufzubauen. In dieser Phase sammeln sie persönliche Informationen. Diese nutzen sie später für Erpressungen, wenn sie die Minderjährigen zu sexuellen Handlungen oder Gewaltakten zwingen. Die Drohung, kompromittierendes Material an Familie oder Freunde weiterzuleiten, macht die Opfer gefügig.

Die Hierarchie in diesen Gruppen basiert auf der Menge geteilter Inhalte. Je mehr extremistisches Material ein Mitglied verbreitet, desto höher steigt es in der Rangordnung auf. Die geteilten Inhalte reichen von Gewaltdarstellungen über Tierquälerei bis hin zu Kindesmissbrauch und Mord.

Europol-Direktorin Catherine De Bolle betont die globale Dimension des Problems. Die digitalen Plattformen ermöglichen weltweite Kommunikation, was diese Gruppen für ihre Zwecke ausnutzen. Sie radikalisieren im Verborgenen und motivieren zu realen Gewalttaten.

Eltern und Erziehungsberechtigte sollten auf Warnsignale achten: Geheimniskrämerei bei Online-Aktivitäten, sozialer Rückzug, emotionale Belastung, Interesse an verstörenden Inhalten oder Veränderungen in der Ausdrucksweise können Hinweise sein. Auch ungewöhnliche Plattform-Aktivitäten, Kontakte mit Unbekannten, verschlüsselte Kommunikation oder der Konsum verstörender Inhalte sollten Aufmerksamkeit erregen.

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