Geekom IT13 Max im Test: Starker Mini-PC mit Intel Ultra 9 unter 800 Euro

9 hours ago 2

Der Geekom IT13 Max ist ein gut ausgestatteter Mini-PC der Oberklasse mit viel Rechenleistung und zahlreichen Anschlüssen.

Die IT-Serie von Geekom gehört seit Jahren zu den etablierten Größen im Mini-PC-Markt. Der IT13 Max reiht sich hier ein und setzt auf einen Intel Core Ultra 9 185H mit 22 Threads, dazu kommen wahlweise 24 GB Arbeitsspeicher (RAM) mit 500 GB SSD oder 16 GB RAM mit 1 TB SSD. Bei den Schnittstellen zeigt sich der Rechner großzügig: zwei USB4-Ports mit 40 Gbit/s, einer davon mit Eingangsstromversorgung (PD-in), sechs USB-A-Buchsen, ein SD-Kartenleser, zwei HDMI-Ausgänge sowie zwei Netzwerkports mit 2,5 Gbit/s. Bis zu vier Monitore laufen gleichzeitig, Wifi 7 ist an Bord. Das ist eine Top-Ausstattung und rüstet das System für viele Einsatzzwecke.

Preislich bewegt sich der IT13 Max mit 735 Euro (Code HEIT13X8) im gehobenen Segment, die Barebone-Variante kostet beim Hersteller 459 Euro. Im Test beantworten wir die Fragen, wie schnell, wie leise und wie sparsam der Mini-PC arbeitet und ob sich der Preis lohnt.

Das Testgerät hat uns Geekom zur Verfügung gestellt.

Ausstattung: Welche Hardware bietet der Geekom IT13 Max?

Herzstück ist der Intel Core Ultra 9 185H, das Spitzenmodell der Meteor-Lake-H-Serie von Dezember 2023. Intel fertigt den Chip im hauseigenen Intel-4-Verfahren, das der 7-nm-Klasse entspricht, und setzt im big.Little-Design auf sechs Performance-Kerne (Redwood Cove) und acht Effizienzkerne (Crestmont). Nur die P-Kerne beherrschen Hyperthreading, daraus ergeben sich 22 Threads. Dazu kommen zwei separate Low-Power-E-Kerne, womit der Prozessor auf 16 Kerne insgesamt kommt. Im Leerlauf schaltet er den Compute-Tile komplett ab und spart Strom.

Der Takt reicht von 1,4 GHz bis 5,1 GHz, die E-Kerne erreichen maximal 3,8 GHz. An Cache stehen 24 MB L3 und 18 MB L2 bereit. Die TDP (Thermal Design Power) beziehungsweise Basisleistung (PBP) liegt bei 45 W, kurzzeitig sind bis zu 115 W (MTP) erlaubt. Die maximale Betriebstemperatur gibt Intel mit 110 °C an. Intel vPro Enterprise ist an Bord, was Fernwartung in Firmennetzen ermöglicht.

Die Grafikeinheit ist eine Intel Arc iGPU mit acht Xe-Kernen, 128 Ausführungseinheiten und bis zu 2350 MHz Takt. Sie basiert auf der Xe-LPG-Architektur und ist damit deutlich stärker als die alten Iris-Xe-Einheiten.

Unser Testgerät bringt 24 GB DDR5-5600 in zwei SO-DIMM-Steckplätzen mit, dazu eine 500 GB große Kingston NV3 im Format M.2 2280 mit PCIe 4.0 x4. Offiziell nimmt der IT13 Max bis zu 64 GB auf, beide RAM-Slots sind belegt. Für Speicher gibt es einen zweiten M.2-Steckplatz im Format 2242, allerdings nur mit SATA-Anbindung – dort bremst die Schnittstelle jede moderne SSD aus. Crystaldiskmark misst bei der Kingston 5435 MB/s beim Lesen und 3028 MB/s beim Schreiben. Das sind gute, aber keine Spitzenwerte für PCIe 4.0.

 Crystaldiskmark

Geekom IT13 Max: Crystaldiskmark heise bestenlisten

Die Anschlussliste fällt üppig aus. Hinten sitzen zwei USB4-Ports mit je 40 Gbit/s und Displayport-Signal, einer davon mit PD-in. Dazu kommen ein USB-A mit 10 Gbit/s, ein betagtes USB-A 2.0, zwei HDMI-2.0-Ausgänge, zwei RJ-45-Buchsen mit 2,5 Gbit/s (Intel i226-V) und die Hohlbuchse für das externe 120-W-Netzteil (19 V/6,32 A). Vorn und seitlich warten vier weitere USB-A-Ports mit 10 Gbit/s, eine 3,5-mm-Klinke für Line-In und Line-Out sowie ein SD-Kartenleser. Bis zu vier Displays laufen parallel. HDMI 2.0 statt 2.1 ist 2026 allerdings kein Glanzpunkt mehr und begrenzt 4K auf 60 Hz.

Drahtlos funkt ein Intel BE200 mit Wifi 7 (2x2) und Bluetooth 5.4 – aktueller Stand. Ein Mount für ein Kensington-Schloss findet sich im Gehäuse und eine Vesa-Halterung für 75x75 und 100x100 mm liegt bei.

Performance: Wie schnell ist der Geekom IT13 Max?

In PCmark 10 erreicht der IT13 Max mit Workflow 1.x im Schnitt 7412 Punkte, die Einzelläufe reichen von 7055 bis 7562 Punkte. Mit dem neueren Workflow 2.0 liegt der Durchschnitt bei 8953 Punkten, mit Ausreißern von 8720 bis 9072 Punkten. Für Office, Browser und Videokonferenzen ist das mehr als ausreichend, auch parallele Anwendungen bremsen das System nicht aus. Entwickler UL Solutions weist darauf hin, dass beide Versionen untereinander nicht vergleichbar sind, da sie unterschiedliche Testszenarien nutzen. Bis auf Weiteres testen wir daher jedes Testgerät mit beiden Workflows, wozu wir für 1.x eine archivierte Version des Programms nutzen.

Geekbench 6 bestätigt den Eindruck: 2430 Punkte im Single-Core-Test und 13.343 Punkte im Multi-Core-Test. Damit liegt der Core Ultra 9 185H auf Augenhöhe mit einem Ryzen 7 255 H, wie ihn etwa die GMKtec Nucbox K12 nutzt, spielt bei der Single-Core-Leistung aber etwas stärker auf. Im OpenCL-Test kommt die Arc-Grafik auf 39.059 Punkte – ein sehr guter Wert für eine integrierte Einheit und klar über dem, was Radeon-780M-Systeme erreichen.

Im Cinebench 2024 erreicht der Core Ultra 9 185H 892 Punkte im Multi-Core-Test und 108 Punkte im Single-Core-Test. Damit liegt er beim Multi-Core-Ergebnis auf dem Niveau aktueller Achtkerner der Konkurrenz, die vielen Threads zahlen sich bei Rendering und Videoschnitt spürbar aus. Die Single-Core-Wertung fällt dagegen nur durchschnittlich aus – hier zeigt das Alter der Redwood-Cove-Kerne.

3Dmark Time Spy meldet 3904 Punkte insgesamt, davon 3507 Grafik-Punkte und 10.921 CPU-Punkte. Die hohe CPU-Wertung zeigt die Stärke der 22 Threads, die Grafikleistung ordnet sich zwischen Radeon 780M und Radeon 890M ein. Für ältere Titel und E-Sport-Spiele in Full-HD reicht das, anspruchsvolle Neuerscheinungen erfordern reduzierte Details und Upscaling.

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Geekom IT13 Max – Bilderstrecke

heise bestenlisten

Die Arc-Grafik reicht für Spiele in Full-HD, verlangt aber Zugeständnisse bei den Details. Counter Strike 2 läuft auf Dust II in mittleren Einstellungen mit 2x MSAA im Schnitt mit 83 FPS (Bilder pro Sekunde). Die Spanne reicht von 105 FPS in engen Gassen bis 45 FPS in offenen Szenen mit vielen sichtbaren Spielern. Auf hohen Details mit 4x MSAA sinkt der Wert auf 57 FPS, flüssig bleibt es trotzdem.

Anno 1800 testen wir in Full-HD mit FSR 1.0 im Modus „Leistung“ (AMD Fidelity FX Super Resolution) in einer Stadt mit 631 Einwohnern. Auf niedrigen Details läuft das Spiel überwiegend am 60-Hz-Limit von V-Sync, im Mittel messen wir 59 FPS. Mittlere Details ergeben durchschnittlich 44 FPS, allerdings mit großer Spanne: Weite Stadtübersichten drücken die Bildrate auf 30 FPS, Fernansichten über Wasser erreichen 60 FPS. Auf hohen Details bleiben im Schnitt nur 27 FPS, in extremen Nahansichten im Häuserblock fällt der Wert auf 15 FPS. Für Anno empfiehlt sich damit die niedrige Detailstufe.

Cities Skylines 2 bleibt mit unter 10 FPS klar unspielbar – der Titel überfordert integrierte Grafikeinheiten grundsätzlich.

KI: Wie gut ist die NPU des Geekom IT13 Max?

Der Core Ultra 9 185H bringt eine NPU (Neural Processing Unit) der dritten Intel-Generation mit 11 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) mit. Damit verfehlt er die Copilot+-Anforderung von 40 TOPS deutlich – Microsofts lokale KI-Funktionen laufen auf diesem System nicht.

Im Procyon AI Computer Vision 2.0 mit OpenVINO und Int8-Berechnungen erreicht die NPU 358 Punkte. Die Arc-Grafik kommt über dasselbe Backend mit FP16 auf 351 Punkte. Die Werte liegen also fast gleichauf, allerdings arbeiten beide Durchläufe mit unterschiedlichen Datentypen und sind nur bedingt vergleichbar. Der Vorteil der NPU liegt weniger im Tempo als im geringeren Stromverbrauch.

Beim Procyon AI Text Generation mit Llama 2 13B über die NPU erzielt das System 202 Punkte bei 4,29 Tokens/s (verarbeitete Texteinheiten pro Sekunde) und einer durchschnittlichen Wartezeit bis zum ersten Token von 14,23 s. Das ist für Chatbots im Alltag zu langsam. Lokale Sprachmodelle über LM Studio greifen ohnehin weiterhin auf GPU und CPU zurück.

Verbrauch: Wie hoch ist die Leistungsaufnahme des Geekom IT13 Max?

Im Leerlauf zieht der IT13 Max 10,5 W aus der Dose, in Lastpausen sinkt die Paketleistung auf 7 bis 12 W. Bei Spielen messen wir 55 W, unter Volllast mit Aida64 bis zu 77 W. Das mitgelieferte 120-W-Netzteil hat damit reichlich Reserve.

Der Stresstest über 32 Minuten zeigt ein sauber definiertes Verhalten: Knapp eine Minute lang arbeitet der Prozessor im kurzzeitigen Boost (PL2) bei 50 bis 52 W, die P-Kerne takten mit 3,79 GHz, die E-Kerne mit 2,79 GHz. Danach regelt das System planmäßig auf das Dauerlimit (PL1) von exakt 45 W herunter und hält es über die gesamte Restlaufzeit. Die P-Kerne pendeln sich bei 2,0 GHz ein, die E-Kerne bei 1,4 GHz, die Low-Power-Kerne bei 1,5 GHz. Im BIOS stehen drei Leistungsprofile bereit, gemessen haben wir im Standardprofil.

Lüfter: Wie laut ist der Geekom IT13 Max?

Der Lüfter läuft dauerhaft. Im Leerlauf messen wir rund 31 dB(A) (A-bewertete Dezibel), im Alltag pendelt sich das Geräusch bei etwa 34 dB(A) ein und bleibt damit hörbar. Unter Volllast steigt der Pegel auf bis zu 38 dB(A). Das ist kein Rekord, aber auch nicht flüsterleise – ein Minisforum AI X1 470 arbeitet spürbar zurückhaltender. Störende Effekte wie zyklisches Auf- und Abregeln treten nicht auf, das Geräusch bleibt gleichmäßig.

Thermisch überzeugt die Kühlung: In der kurzen Boost-Phase erreicht die CPU Spitzen von 83 °C, danach verharrt die Pakettemperatur über 30 Minuten Dauerlast wie festgenagelt bei 74 °C mit minimalen Schwankungen zwischen 73 °C und 75 °C. Thermisches Throttling tritt nicht auf, die Leistungsbegrenzung erfolgt allein über das PL1-Limit. Die SSD erwärmt sich auf maximal 56 °C. Nach Testende kühlt der Prozessor binnen Sekunden auf 55 bis 58 °C ab. Im BIOS lässt sich der Lüfter nur über drei feste TDP-Profile in Grenzen anpassen.

Software: Welches Betriebssystem ist auf dem Geekom IT13 Max installiert?

Ab Werk läuft Windows 11 Pro in der Version 26100. Das BIOS stammt vom 13. Mai 2026 und ist damit aktuell. Die Einrichtung mit lokalem Konto gelingt, nach dem ersten Start stehen jedoch umfangreiche Updates an, die einige Zeit beanspruchen.

Linux läuft ebenfalls problemlos. Im Test setzen wir auf den KDE-Spin von Fedora. Bluetooth, WLAN und die korrekte Bildschirmauflösung erkennt das System sofort, auch aus dem Stand-by erwacht der Rechner ohne Probleme. Secure Boot ist ab Werk deaktiviert, ein Umweg über BIOS-Einstellungen entfällt. Geekom stellt eine Support-Seite mit Treibern und BIOS-Updates bereit.

Gehäuse: Wie ist die Verarbeitung des Geekom IT13 Max?

Das Gehäuse ist identisch zu dem des IT13 und IT15 und misst 136 x 50,1 x 132 mm. Die Verarbeitung des Kunststoffgehäuses ist tadellos, nichts knarzt oder wackelt. Das matte Schwarz zieht allerdings Fingerabdrücke und Flecken an.

Geekom IT13 Max – Geöffnetes Gehäuse mit Komponenten

Geekom IT13 Max – Geöffnetes Gehäuse mit Komponenten heise bestenlisten

Beim Öffnen hat Geekom deutlich nachgebessert. Der Rechner lässt sich von unten aufschrauben, und die Schrauben sitzen direkt in den Gummifüßen – sie lösen sich von Hand, ganz ohne Werkzeug. Störende Zwischenebenen wie bei den älteren Modellen IT11 und IT12 gibt es nicht mehr. Danach liegen beide SO-DIMM-Steckplätze, die beiden M.2-Slots und das WLAN-Modul frei. Die Wartbarkeit ist damit sehr gut, für eine Lüfterreinigung muss allerdings weiterhin das Mainboard heraus.

Ein Kensington-Schloss sichert den Rechner gegen Diebstahl, die Vesa-Halterung für 75x75 und 100x100 mm liegt bei. Geekom gewährt drei Jahre Garantie.

Preis: Was kostet der Geekom IT13 Max?

Mit unserem Code HEIT13X8 kostet der IT13 Max 735 Euro – wahlweise mit 24 GB RAM und 500 GB SSD oder mit 16 GB RAM und 1 TB SSD. Der Code gilt beim Hersteller und bei Amazon. Beim Hersteller gibt es zudem eine Barebone-Variante für 459 Euro, bei Amazon noch eine 32-GB-Version für 999 Euro. Trotz der Kostenexplosion bei DDR5-Speicher ist der Preis für ein System dieser Klasse fair.

Fazit

Der Geekom IT13 Max überzeugt vor allem mit seiner Anschlussvielfalt: zwei USB4-Ports mit PD-in, sechs USB-A-Buchsen, Kartenleser, zwei 2,5-Gbit-Ports und Wifi 7 sind ein rundes Paket. Die Kühlung arbeitet vorbildlich stabil, thermisches Throttling gibt es nicht, und die Wartung gelingt ohne Werkzeug. Auch Linux läuft sofort sauber.

Schwächen bleiben: Der Core Ultra 9 185H ist über zwei Jahre alt, die NPU mit 11 TOPS reicht nicht für Copilot+, HDMI 2.0 ist überholt, der zweite M.2-Slot bremst auf SATA-Tempo, und mehr als 64 GB RAM sind nicht möglich. Auch der dauerhaft hörbare Lüfter trübt den Eindruck.

Für 735 Euro ist das Gesamtpaket trotzdem stimmig. Wer mehr Grafikleistung will, greift zum Minisforum AI X1 470 – zahlt dafür aber deutlich mehr.

Read Entire Article