Frankreich stoppt russischen Tanker

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Stand: 13.10.2026, 17:36 Uhr

Von: Nail Akkoyun

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Schwedische Küstenwache entert Schiffe der „Schattenflotte“

Putins Schattenflotte spült weiterhin Geld in die russische Kriegskasse. (Symbolfoto) © Johan Nilsson/TT News Agency via AP/dpa

Weit entfernt von europäischen Gewässern setzt Frankreichs Marine einen Tanker der russischen Schattenflotte fest. Die EU verhängt derweil Rekord-Sanktionen gegen russische Kriegshelfer.

Moskau – Die französische Marine hat am Montag (12. Oktober) im Indischen Ozean einen Tanker der russischen Schattenflotte abgefangen und festgesetzt. Das Schiff mit dem Namen „DF Peak“ transportierte nach Angaben der französischen Behörden sanktionierten russischen Treibstoff – und fuhr dabei unter falscher Flagge.

Der Vorfall zeigt: Der Westen verschärft seinen Kurs gegen Wladimir Putins verdeckte Ölgeschäfte, die den Krieg gegen die Ukraine mitfinanzieren.

Festsetzung der Schattenflotte „wo auch immer sie sich auf der Welt befindet“

Der Tanker wurde laut der Kyiv Independent rund 450 Seemeilen südlich der französischen Insel Réunion gestoppt – mitten im Indischen Ozean, weit entfernt von europäischen Gewässern. Das Schiff fuhr demnach unter der Flagge Benins, obwohl es ursprünglich unter dem Namen „Kaliningrad“ registriert war. Der ukrainische Militärgeheimdienst stuft das Schiff auf seinem Online-Portal als Teil der russischen Schattenflotte ein. Sanktionen gegen den Tanker haben die USA, die EU, die Schweiz, Kanada und Japan verhängt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kommentierte die Aktion auf X: „Frankreich ist entschlossen, die Schattenflotte zu bekämpfen, wo auch immer sie sich auf der Welt befindet. Diese Aktion, die in Übereinstimmung mit dem internationalen Seerecht durchgeführt wurde, zeigt unsere Entschlossenheit, die Rechtsstaatlichkeit zu wahren und den illegalen Handel zu bekämpfen, wo immer er auftritt.“

Putins Schattenflotte

Die russische Schattenflotte ist ein Netzwerk aus meist alten, schlecht versicherten Tankern, mit denen Moskau Öl trotz westlicher Sanktionen verkauft. Der Erlös fließt direkt in die Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine. Europäische Staaten haben in den vergangenen Monaten mehrfach solche Schiffe aufgebracht. Mit Erfolg: Laut einem Bericht des Thinktanks Center for Research on Energy and Clean Air (CREA) vom 25. September 2026 hat sich die Zahl der Schattenflotten-Schiffe unter falscher Flagge zwischen Oktober 2025 und Juni 2026 auf weniger als die Hälfte reduziert.

Frankreichs Verteidigungsministerin Catherine Vautrin ergänzte: „Internationales Recht ist nicht optional. Unsere Streitkräfte sind voll mobilisiert, um es durchzusetzen und illegale Aktivitäten auf See zu bekämpfen.“ Der Tanker befindet sich derzeit unter Eskorte der französischen Marine.

Russland wies die Aktion scharf zurück. Die russische Botschaft in Paris erklärte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur TASS, Frankreich verletze internationales Recht, indem es Handelsschiffe auf hoher See festhalte, und versuche, „Piraterie durch Berufung auf die UN-Seerechtskonvention zu verschleiern“.

Putins Kriegskasse unter Druck: EU-Sanktionen kosten Russland bereits eine Billion Euro

Parallel dazu hat die Europäische Union am selben Tag in Luxemburg ein neues Sanktionspaket beschlossen – das bislang umfangreichste. Die EU-Außenminister belegten knapp 1600 weitere Personen, Unternehmen und Organisationen mit Strafmaßnahmen. Damit steigt die Gesamtzahl der Listungen im Rahmen des Ukraine-Sanktionsregimes auf knapp 4600. Betroffen sind unter anderem Akteure, die an der Produktion ballistischer Raketen beteiligt sind, sowie Lieferanten von Halbleitern, Radargeräten, Drohnenkomponenten und Munition.

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezifferte die wirtschaftliche Wirkung der bisherigen Sanktionen auf eine Billion Euro – Geld, das Russland nicht mehr für die Kriegsfinanzierung zur Verfügung stehe. Auch die Maßnahmen gegen die Schattenflotte trügen dazu bei, Moskaus Einnahmen zu beschneiden.

Kallas nutzte die Gelegenheit auch, um die umstrittene Diesel-Vereinbarung von US-Präsident Donald Trump mit dem Kreml zu kritisieren. Das Aussetzen von Sanktionen gegen russische Diesellieferungen verschaffe Moskau zusätzliche Einnahmen zur Kriegsfinanzierung, erklärte sie. Bundesaußenminister Johann Wadephul sprach von einem „beispiellosen Sanktionsschlag“ gegen Putins Kriegswirtschaft und fügte hinzu: „Wir erhöhen den Druck, bis Putin bereit ist, ernsthaft über Frieden in der Ukraine zu verhandeln. Die Botschaft ist klar: Russland kann und wird diesen Krieg nicht gewinnen.“ (Quellen: Kyiv Independent, X, dpa) (nak)

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