Beobachter hatten die Huthis für den Kabelschaden verantwortlich gemacht. Laut einer ersten Analyse könnte jedoch ein herabgelassener Anker den Ausfall verursacht haben.
9. September 2025, 6:30 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AP, spr
Experten zufolge könnte ein Frachtschiff für den Ausfall mehrerer Unterseekabel im Roten Meer verantwortlich sein. Laut dem International Cable Protection Committee deutet eine erste Analyse darauf hin, dass ein Frachtschiff mit herabgelassenem Anker die Kabel beschädigt haben könnte.
Die beschädigten Kabel verlaufen durch die Meerenge Bab al-Mandab, die Ostafrika von der Arabischen Halbinsel trennt. Weil die Kabel in der Region teilweise in geringer Tiefe verlaufen, könnten sie leicht von Schiffen beschädigt werden. Rund 30 Prozent aller Schäden an Unterseekabeln seien jedes Jahr auf Ankerschäden zurückzuführen, sagte Komiteemanager John Wrottesley der Nachrichtenagentur AP.
Seit Sonntag kam es durch den Ausfall in mehreren Ländern zu Störungen beim Internetzugang, unter anderem in Indien, Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Mindestens vier Kabel sind betroffen, darunter SEAMEWE 4, IMEWE, FALCON und nun auch das Europe India Gateway (EIG), wie Internettechniker Doug Madory von der Analysefirma Kentik mitteilte.
Huthis haben bereits Unterseekabel beschädigt
Beobachter hatten befürchtet, dass die vom Iran unterstützte jemenitische Huthi-Miliz die Kabel durchtrennt haben könnte. Die Huthis wollen Israel nach eigenen Angaben zu einem Ende des Krieges gegen die Terrororganisation Hamas im Gazastreifen zwingen, indem sie Handelsschiffe im Roten Meer angreifen. Vor gut einem Jahr hatte die Miliz mehrere Kabel zwischen dem Mittelmeer und dem Arabischen Meer beschädigt.
99 Prozent des weltweiten Datenverkehrs laufen über Glasfaserkabel auf dem Meeresgrund. Den größten Teil der Daten zwischen Europa und Asien transportieren Unterseekabel durchs Rote Meer. Doch politische Unruhen in der Region sind eine wachsende Bedrohung.



