
Die Gebührenstruktur von Visa und Mastercard steht erneut in der Kritik. Ein breites Bündnis europäischer Händler und Online-Unternehmen hat sich laut Reuers mit einem deutlichen Appell an die EU-Kommission gewandt. Der Grund: Die beiden US-Zahlungsdienstleister, die etwa zwei Drittel aller Kartenzahlungen in der Eurozone abwickeln, haben ihre Gebühren in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht.
Zwischen 2018 und 2022 stiegen die Gebühren der International Card Schemes (ICS) um satte 33,9 Prozent – das entspricht einer jährlichen Steigerung von 7,6 Prozent, wohlgemerkt zusätzlich zur Inflation. Eine Verbesserung des Service für europäische Händler und Verbraucher konnte dabei nicht festgestellt werden.
Visa verteidigt die Gebührenstruktur mit dem Verweis auf Sicherheitsstandards, Betrugsprävention und Verbraucherschutz. Von Mastercard liegt bislang keine Stellungnahme vor. Die Allianz der Händler, zu der unter anderem Amazon, Carrefour, H&M, Ikea und Aldi gehören, fordert die EU-Kommission zum Handeln auf. Sie wünschen sich nicht nur kartellrechtliche Maßnahmen, sondern auch eine strengere Regulierung der Interchange-Gebühren und mehr Transparenz.
Der Zeitpunkt der Initiative ist durchaus interessant, denn die EU arbeitet bereits an Alternativen wie dem digitalen Euro, um die Abhängigkeit von amerikanischen Zahlungsdienstleistern zu reduzieren. Allerdings geht vielen Beteiligten der legislative Prozess nicht schnell genug voran.
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7 months ago
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