EU verschiebt KI-Act-Fristen um 16 Monate und erlässt neue Verbote

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Geht es Ihnen auch so? Compliance-Deadlines nahen, die internen Teams sind nicht bereit, und die Anforderungen noch nicht vollständig verstanden. Die EU hat das registriert. Am 7. Mai 2026 einigten sich Rat, Parlament und Kommission auf das Digital Omnibus on AI, die erste Anpassung des AI Act seit seiner Annahme im Juni 2024.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Hochrisiko-KI-Pflichten: August 2026 verschoben auf Dezember 2027 (16 Monate Aufschub)
  • Regulatory Sandboxes: Deadline ebenfalls um ein Jahr verschoben
  • KMU-Ausnahmen werden auf kleine Mid-Caps ausgeweitet
  • Neue Verbote kommen hinzu, u. a. für nicht-konsensuelle intime KI-Inhalte
  • Formale Annahme vor dem 2. August 2026 geplant

Was sich konkret ändert

Analoge Stoppuhr mit Notizzettel „+16 Monate“ auf weißem GrundHochrisiko-KI-Systeme müssen ab 2. Dezember 2027 statt August 2026 reguliert sein. KMU und kleine Mid-Caps erhalten Ausnahmeregelungen

Der Aufschub gilt für Hochrisiko-KI-Systeme, also KI in sensiblen Bereichen wie Bildung, Beschäftigung oder kritischer Infrastruktur. Statt August 2026 gilt nun der 2. Dezember 2027 als Pflichttermin. Gleichzeitig werden die bisher auf KMU beschränkten Ausnahmen auf kleine Mid-Caps ausgeweitet, ein Signal an den europäischen Mittelstand.

Positiv zu vermerken: Die bisherige Unklarheit zu Anbieter- versus Betreiberpflichten wird in mehreren Punkten präzisiert. Für Unternehmen, die sich mit dem LLMs-Ratgeber in die Materie eingearbeitet haben, wird vieles greifbarer.

Der Aufschub ist kein Freifahrtschein. Unternehmen, die die Zeit nicht für echte Compliance-Vorbereitung nutzen, stehen in 16 Monaten vor denselben Problemen.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Welche neuen Verbote hinzukommen

Neben den Fristverlängerungen enthält das Omnibus-Paket laut Europäischem Parlament auch neue Verbote: KI-Systeme, die nicht-konsensuelle intime Inhalte oder Kindesmissbrauchsmaterial erzeugen, sind künftig explizit untersagt. Die Compliance-Frist dafür ist kürzer, Dezember 2026.

Parallel dazu wurde die Transparenzpflicht für KI-generierte Inhalte von sechs auf drei Monate verkürzt. Auf das nächste Quartalsmeeting zu warten kostet Spielraum. Wie der Bericht zu KI-Lizenzen und Lernkultur zeigt, ist das in europäischen Unternehmen leider kein Einzelfall.

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