EU verhängt Milliardenstrafe gegen Google

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Die EU hat gegen Google eine Geldstrafe in Höhe von 2,95 Milliarden Euro verhängt. Sie begründete dies mit "missbräuchlichen Praktiken" bei der Onlinewerbetechnologie.

5. September 2025, 17:30 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,

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 Der US-Konzern habe eigene Onlinewerbedienstleistungen zum Nachteil konkurrierender Anbieter bevorzugt.
Google wurde von der EU-Kommission mit einer milliardenschweren Strafe belegt. Der Vorwurf: Der US-Konzern habe eigene Onlinewerbedienstleistungen zum Nachteil konkurrierender Anbieter bevorzugt. © Gonzalo Fuentes/​Reuters

Die Kommission der Europäischen Union verhängt gegen Google wegen Verstößen gegen Wettbewerbsregeln im Werbegeschäft eine Strafe von 2,95 Milliarden Euro. Der US-Konzern habe eigene Onlinewerbedienstleistungen zum Nachteil konkurrierender Anbieter bevorzugt, teilte die Behörde in Brüssel mit.

Die EU-Kommission forderte Google außerdem auf, seine "Praktiken der Selbstbegünstigung" einzustellen und Maßnahmen zu ergreifen, um "Interessenkonflikte" entlang der Lieferkette für Werbetechnologie zu unterbinden. Denn laut der EU-Kommission entstehen durch das Geschäftsmodell von Google Interessenkonflikte. 

Das Techunternehmen schaltet einerseits Werbung selbst, vermittelt aber auch andererseits auf einer eigenen Plattform zwischen Werbetreibenden und denen, die den Platz dafür online zur Verfügung stellen. Die EU-Kommission fordert Google nun auf, sich nicht weiter selbst zu bevorzugen.

Google will in Berufung gehen

Die Europäische Union hat bereits im Jahr 2021 Ermittlungen im sogenannten "Google Adtech"-Fall eingeleitet. Sie wirft dem Konzern vor, dass er seine marktbeherrschende Stellung im Werbemarkt missbraucht. Google hat nun 60 Tage Zeit, um der Kommission mitzuteilen, wie sie ihr Geschäftsmodell den Vorgaben entsprechend anpassen wollen.

Google kündigte bereits an, Berufung gegen die Strafe einzulegen. "Sie verhängt eine ungerechtfertigte Geldstrafe und verlangt Änderungen, die Tausenden von europäischen Unternehmen schaden werden, indem sie es ihnen erschweren, Geld zu verdienen", teilte Googles globale Leiterin für Regulierungsangelegenheiten, Lee-Anne Mulholland, nach der Entscheidung der EU-Kommission mit.

Welche Folgen die Strafe der EU-Kommission für die politischen Beziehungen mit den USA haben wird, ist unklar. US-Präsident Donald Trump drohte zuletzt Ländern mit zusätzlichen Zöllen, die seiner Ansicht nach amerikanische Technologieunternehmen angreifen. Dabei ging es ihm um digitale Regulierungen, die er kritisch sieht.

Die EU oder einzelne EU-Staaten erwähnte Trump dabei nicht explizit. Die US-Regierung fordert allerdings schon länger Änderungen an den strengen EU-Digitalgesetzen, die unter anderem die Verbreitung von Falschinformationen über Plattformen wie X oder Facebook verhindern sollen.

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