Nothing bastelt an einem eigenen KI-System als eine Art Grundpfeiler seines Android-basierten Betriebssystems Nothing OS. Mit dem nun angekündigten Essential Voice will der Hersteller Spracheingabe verbessern und „zu einer natürlicheren Form der Interaktion mit dem Smartphone“ führen.
Worte zu nutzbarem Text machen
Nothing will mit Essential Voice Sprachsteuerung und Spracherkennung verbessern, um damit etwa diktierte Inhalte in Echtzeit zu bereinigen und so schnell zu „nutzbarem Text“ umzuwandeln. Damit will das Unternehmen „die Geschwindigkeit und Einfachheit des Sprechens mit der Klarheit und Flexibilität von Text“ kombinieren.
Die Funktion lässt sich entweder über das Drücken der Essential-Taste oder über einen Button auf der Tastatur starten, sodass sie gewissermaßen überall erreichbar ist. Es sei außerdem in die Bereiche integriert, in denen man schreibt, sodass man eine Unterhaltung nicht unterbrechen müsse, erklärt Nothing weiter.
Das Tool soll den gesprochenen Text automatisch neu anordnen, Füllwörter wie „Ahs“ und „Ohs“ sowie Stottern entfernen, sodass die gesprochenen Worte „wie ein fertiger Text klingen – und nicht wie eine Transkription“. Nothing nennt das „automatische Korrektur“.
Mit der Funktion „Personal Mappings“ ist es Nothing zufolge möglich, individuelle Sprachbefehle für Wörter, Links, Vorlagen und häufig verwendete Formulierungen anzulegen und zu verwenden. Zudem kann das Tool als Übersetzungsassistent verwendet werden. Man könne in einer Sprache sprechen und Essential Voice bitten, den Text in einer anderen Sprache zu verfassen.
Schon zum Start soll das Tool über 100 Sprachen unterstützen und Sprachen automatisch erkennen. Zudem können Nutzerinnen und Nutzer regionale Varianten wie lateinamerikanisches Spanisch oder vereinfachtes Chinesisch auswählen.
Ausbau zum KI-Betriebssystem
Später soll Essential Voice um weitere Funktionen erweitert werden. So plant das Unternehmen etwa kontextbezogene Funktionen, mit denen sich das Tool an den jeweiligen Schreibkontext wie Nachrichten, geschäftliche E-Mails oder Suchanfragen anpassen könne.
Überdies erhofft sich das Unternehmen, dass Essential Voice „als Vorläufer einer neuen, sprachgesteuerten Bedienoberfläche“ im gesamten Ökosystem smarter Produkte eingesetzt werden kann.
Einige der ersten Funktionen von Essential Voice.
(Bild: Andreas Floemer / heise medien)
Nothing hat sich zum Ziel gesetzt, ein KI-basiertes Betriebssystem Essential OS zu entwickeln, das persönlicher und mit einer generativen Bedienoberfläche kommen soll. Für die Entwicklung einer persönlichen, generativen Bedienoberfläche samt KI-nativer Plattform hatte Nothing im letzten Jahr 200 Millionen US-Dollar eingesammelt. Hierfür hatte Nothing im Februar den KI-Tool Playground angekündigt, mit dem Nutzer per Vibe-Coding eigene Mini-Apps erstellen können.
Nothing stellt sich die mobile Plattform der Zukunft hochindividualisiert vor: Man könne einfach in natürlicher Sprache beschreiben, was man gerade für Funktionen oder Tools benötigt, etwa: „Scanne die Belege aus Fotos und exportiere jeden Freitag ein fertiges PDF über alle Finanzen“. Alternativ soll die KI dazu in der Lage sein, vor Meetings ein einseitiges Briefing basierend auf der Kalendereinladung und dem E-Mail-Thread zu generieren oder einen „Mood-Tracker“ zu kreieren, der sich mit einer Playlist synchronisiert. Diese Apps sollen dann einfach auf dem Homescreen abgelegt werden. Für das Sprachinterface dürfte Essential Voice ein relevanter Grundbaustein sein.
Interessanterweise hatte Google erst vor wenigen Tagen eine KI-Diktier-App auf den Markt gebracht, die Sprache automatisch offline auf dem Smartphone optimiert. Die App wird derzeit jedoch nur für iOS, jedoch nicht in der EU angeboten.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.
YouTube-Video immer laden
Essential Voice kann zunächst auf dem Phone (3) und dem Phone (4a) Pro ausprobiert werden, das Phone (4a) folgt im Mai, so der Hersteller.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.
Preisvergleiche immer laden
(afl)



