Die Schufa hält „historische Daten“ zu Testzwecken vor, obwohl diese nach dem in der DSGVO verankerten „Recht auf Vergessenwerden“ längst hätten gelöscht werden müssen. Es hagelt Kritik von Daten- und Verbraucherschützern. Zumal die Schufa selbst bei Auskunftsersuchen nicht verrät, ob der Bürger in dieser Schattendatenbank steckt. In den USA wird Meta Platforms von gekündigten Ex-Mitarbeitern verklagt, weil diese im Krankenstand keine KI-Tokens verbraucht haben. Das habe zu schlechter KI-Bewertung und dem Verlust des Arbeitsplatzes geführt. Meta bestreitet KI-basierte Kündigungen, Manager hätten dies entschieden. In Südafrika, dem Heimatland von Elon Musk, wird dessen Satelliten-Internet Starlink nicht angeboten, da ihm die behördlichen Anforderungen zu streng sind. Das macht sich Amazon zunutze und setzt für den Starlink-Konkurrenten Leo auf örtliche Partner. So geht Business in Südafrika – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Die Schufa verfügt neben ihrer eigentlichen Datenbank mit Bonitätsangaben von Verbrauchern offenbar noch über eine Schattendatenbank. Diese umfasst ebenfalls Millionen Kundendaten, aber diese hätten aufgrund der rechtlichen Löschpflichten längst aus dem Bestand entfernt werden müssen. Die Schufa selbst bestätigt das Vorhalten dieser „historischen Daten“, nutzt diese nach eigenen Angaben aber nur zu Testzwecken. Neben der Frage zur Rechtmäßigkeit dieser Schattendatenbank, kommt massive Kritik von Daten- und Verbraucherschützern auf. Denn die Schufa verschweigt selbst auf Anfrage der Verbraucher, ob Kundendaten in dieser Schattendatenbank gehalten werden, da diese für die Bürger nicht relevant seien: Schufa speichert veraltete Daten von Millionen Verbrauchern in Schattendatenbank.
Weil Künstliche Intelligenz zu ihrer Kündigung durch Meta Platforms geführt haben soll, ziehen 26 Personen in den USA gegen den Konzern vor Gericht. Meta habe bei den jüngsten Massenentlassungen in ihren Fällen geltendes Arbeitsrecht verletzt, indem es Schutzbestimmungen für Mitarbeiter mit bestimmten Behinderungen oder besonderen Formen des Krankenstandes missachtete. Denn Grundlage der Kündigungen sei eine per KI erstellte Rangliste aller Mitarbeiter gewesen, die Personen benachteilige, die krank sind, gerade ein Kind bekommen (haben) oder bestimmte Behinderungen aufweisen. Das habe die KI bei der Bewertung nicht berücksichtigt. Meta hält dagegen, dass nicht KI, sondern Manager entschieden hätten, wer herausgeschmissen wird: Kranke und behinderte Mitarbeiter verklagen Meta wegen KI-Kündigung.
Amazon bringt seinen Satelliten-Internetdienst Leo kommendes Jahr nach Südafrika, dem Heimatland Elon Musks. Starlink, der von Elon Musk gegründete Marktführer, ist in Südafrika nach wie vor nicht willkommen. Denn der reichste Mann der Welt ist nicht dazu bereit, die rechtlichen Vorgaben seiner Heimat einzuhalten. Amazon hat damit kein Problem. Aufgrund des jahrzehntelangen staatlichen Rassismus Südafrikas verlangt das Land von ausländischen Unternehmen im IKT-Bereich, dass historisch benachteiligte Gruppen mindestens 30 Prozent der Anteile und Stimmrechte halten. Dem verweigert sich Musk. Öffentlich beschwerte er sich über „Rassismus“. In diese Lücke springt Amazon, indem es eine Partnerschaft mit einem südafrikanischen Internet Service Provider eingeht: Amazons Leo kommt noch vor Starlink nach Südafrika.
Selbstbedienung mittels ChatGPT bietet der Energieversorger enercity (vormals Stadtwerke Hannover AG) seiner Kundschaft an. Sie kann über den Chatbot Zählerstände übermitteln und ihre Verträge verwalten. Anders als viele bisherige KI-gestützte Kunden-Serviceanwendungen hat der Energieversorger hierfür keine eigene KI gebaut, sondern sich für einen anderen Weg entschieden: Enercity programmierte eine Model-Context-Protocol-Schnittstelle. Das ist eine gängige Technik, um großen Sprachmodellen Zugriff auf Anwendungen, Webseiten oder Daten zu geben. Über diese Schnittstellen können die Kunden des Energieversorgers ab sofort in OpenAIs ChatGPT auch Daten zu ihren Verträgen bei dem Dienstleister abfragen und zum Beispiel Zählerstände melden: Energieversorger enercity öffnet Kundenverwaltung für ChatGPT.
In der heutigen Ausgabe der #heiseshow besprechen wir, wie IFG-Reform und Chatkontrolle unsere Demokratie gefährden. Die Chatkontrolle betrifft unsere privaten Nachrichten, die IFG-Reform den Zugang zu staatlichen Informationen. Beides wirft dieselbe Frage auf: Verschiebt sich das Machtverhältnis zwischen Staat und Bürger? Durch ein anderes Gesetz sollen Eigentümer wieder frei über die Art der Heizung entscheiden können, etwa Wärmepumpen, Gas- oder Ölheizungen. Doch können die deutschen Klimaziele damit überhaupt noch erreicht werden? In der Schweiz verabschieden sich die Streitkräfte von der Microsoft-Cloud und wechseln zur quelloffenen Lösung OpenDesk. Sollten sich Deutschland und der Rest von Europa an der Schweiz ein Vorbild nehmen? Das sind die Themen heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: Chatkontrolle & IFG-Reform, GebäudemodG, Cyberabwehr ohne Microsoft.
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Auch noch wichtig:
- Wie ein chinesisches Portal unter Berufung auf den Hersteller berichtet, produziert dieser unter Hochdruck und hat bereits 50 Seecontainer gen Europa geschickt – mit Klimaanlagen: Angeblich 200.000 Portasplit-Geräte auf dem Weg nach Europa.
- Eine Toilettenkabine soll die medizinische Versorgung im Ernstfall verbessern. Wie das funktioniert, erklärt Dr. Andreas Follmann von der Uniklinik RWTH Aachen: Wie ein umgebautes Dixi-Klo in Notfallsituationen helfen kann.
- Aus Sicht von Datenschutzaktivisten ist das EU-US Data Privacy Framework praktisch schon tot. Doch so einfach ist die Lage nicht. Eine Einordnung dieses Datenschutz-Bebens: Wie ein US-Urteil den EU-USA-Datenverkehr erschüttert.
- Die Erwartungen an den ID. Cross sind gewaltig, denn VW hat in diesem Segment einiges nachzuholen. Die Chancen auf Erfolg stehen allerdings nicht schlecht: Kleines E-SUV VW ID. Cross mit großer Chance.
- Trotz seiner Bedeutung hat PayPal an der Börse enorm an Wert verloren. Für 53 Milliarden US-Dollar wollen zwei US-Firmen den Zahlungsdienstleister übernehmen: Stripe und Advent wollen für PayPal-Übernahme 60,50 US-Dollar pro Aktie bezahlen.
- Microsoft stopft 622 Sicherheitslecks am Juli-Patchday. Angriffe auf AD Federation Services und SharePoint wurden beobachtet: Neuer Rekord am Microsoft-Patchday mit 622 gefixten Schwachstellen.
- Im ersten Halbjahr 2026 hatten 65 Prozent aller Neuwagen alternative Antriebe. Batterieelektrische Autos legen um 48 Prozent zu, Verbrenner verlieren weiter beim aktuellen E-Auto-Boom: Verbrenner-Anteil sinkt auf historisches Tief.
- Lokale KI-Modelle können eine Alternative zu KI-Abos sein. Wer teure GPUs nicht kaufen will, kann sie mieten. Wir haben den GEX44 von Hetzner getestet: Hetzner GEX44 GPU-Server für KI-Selfhosting im Test.
- Im Frühjahr 2025 eskalierte der Streit um ARD- und ZDF-Inhalte bei Joyn. Nun haben sich ProSiebenSat.1 und das ZDF laut DWDL auf Embedding geeinigt für das Streaming: ProSiebenSat.1 und ZDF einigen sich offenbar auf Joyn-Embedding.
- Der Mazda MX-5 bekommt für 2027 etwas mehr Leistung aus dem 1,5-Liter-Motor und ein geschärftes Fahrwerk. Dafür fällt der große Motor in Europa ersatzlos weg: Mazda MX-5 mit mehr Dynamik, weniger Hubraum.
- Technische Probleme haben die Berliner Gerichte lahmgelegt. Ein fehlerhaftes Software-Update sorgte für einen Totalausfall, der nun schrittweise behoben wird: Software-Update Ursache von IT-Problemen der Berliner Justiz.
- Ein 3D-gedruckter Thermomantel schützt Objekte vor der Detektion mit Infrarotkameras. Das Objekt im Inneren wird außerdem vor Hitze geschützt: Thermomantel aus dem 3D-Drucker macht Objekte für Infrarotkameras unsichtbar.
- Jetzt doch früher als gedacht betreibt Intel erstmals produktiv ein Lithografie-System der nächsten Generation: High-NA EUV erstmals im Produktiveinsatz für Chip-Lithografie.
(fds)



