Donnerstag: Googles Gegengeschäft mit Marvell, Flugbegleiter gegen Datenverkauf

1 day ago 7

Marvell Technology soll maßgeschneiderte Halbleiter für Google entwickeln. Dafür winken viele Milliarden. Doch muss Marvell eigene Aktien beilegen. Es ist eines der in der KI-Branche derzeit populären Gegen- und Kreisgeschäfte. Google würde damit sechseinhalb Prozent Anteil an Marvell erhalten. Weitere KI-Investitionen Googles zielen auf das KI-Training. Denn nach der Pleite von Spirit Airlines will der Konzern deren interne Daten übernehmen, um die eigenen KI-Modelle damit zu füttern. Nun fürchten ehemalige Mitarbeiter um ihren Datenschutz und erheben Einspruch beim Insolvenzgericht. Derweil sollen Dutzende Millionen US-Kunden bei Amazon.com noch dieses Jahr Lieferung per Flugdrohne bestellen können. Denn der Konzern möchte bis Jahresende neue Regionen in fünf weiteren US-Bundesstaaten für Amazon Prime Air erschließen. Lieferungen könnten dann innerhalb von 30 Minuten erfolgen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Der US-Chipdesigner Marvell Technology hat einen Großauftrag Googles an Land gezogen. Marvell wird für Google Prozessoren entwickeln. Der Auftrag könnte Marvells Umsätze, die im vergangenen Geschäftsjahr bereits um 42 Prozent hochgeschossen sind, größenordnungsmäßig verdoppeln. Allerdings ist nicht gesagt, dass sich das Auftragsvolumen gleichmäßig über die 17 Jahre Laufzeit verteilt oder überhaupt in dem gemeldeten Umfang zu tragen kommt. Jedenfalls ist der KI-Hype nicht nur richtig teuer, sondern auch richtig spekulativ. Denn Google erteilt und bezahlt nicht einfach einen Großauftrag. Marvell gibt Google im Gegenzug Optionen für den Erwerb von Marvell-Aktien im Gesamtwert von aktuell 12,2 Milliarden US-Dollar: Google bestellt KI-Designs bei Marvell, bekommt Aktien dazu.

Google investiert auch anderweitig in KI. Für das Training der eigenen Modelle will der Konzern Daten der im Mai in die Insolvenz gegangenen US-Billigfluglinie Spirit vom Insolvenzverwalter kaufen. Doch die ehemaligen Spirit-Flugbegleiter sind darüber besorgt. Denn es geht unter anderem um 100 Millionen anonymisierte E-Mails und 500 Millionen Teams-Nachrichten. Zwar sollen die Inhalte vor der Übergabe gründlich von identifizierbaren Daten gereinigt werden, doch die Flugbegleiter fürchten, dass diese später de-anonymisiert werden könnten. Google widerspricht, aber der US-amerikanische Verband der Flugbegleiter hat beim Insolvenzgericht Einspruch gegen Googles Kauf der internen Daten eingelegt: Flugbegleiter gehen gegen Verkauf von Daten insolventer Fluglinie an Google vor.

Amazon.com weitet sein Flugdrohnen-Programm Amazon Prime Air aus. Derzeit gibt es Lieferflüge zu elf Orten in sieben US-Bundesstaaten. Bis Jahresende soll die versorgte Fläche versechsfacht werden, dann auch mit Regionen in fünf weiteren US-Staaten. Der Online-Händler möchte dann Adressen in fast 500 Städten und Gemeinden erreichen, vorwiegend in Vorstädten. Amazon verspricht Lieferzeiten ab 30 Minuten. Ein Entscheidungskriterium für eine Drohnenlieferung ist, dass es einen passenden Platz gibt, an dem die elektrischen Flieger das Paket absetzen können. Das kompatible Warensortiment umfasst Millionen Artikel wie Lebensmittel, Elektronik, Kosmetika, Medikamente und Haushaltsprodukte, wobei das Höchstgewicht der bestellten Ware bei rund 2,25 kg liegt: Amazon.com weitet Drohnenflüge großflächig aus.

Bei seinem letzten Flug im Juli ist das Starship intakt in den Indischen Ozean gestürzt. Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat das Raumschiff gefunden und geborgen. Anders als die Vorgänger, die den Absturz nicht überstanden, blieb dieses Starship intakt. 24 Tage nach dem Start hat ein Rettungsteam laut SpaceX das Starship geborgen. Das Raumschiff wurde mit Schwimmern stabilisiert und von einem Schiff zur Weihnachtsinsel geschleppt, einer zu Australien gehörenden Insel südlich der Westspitze Javas. Dort soll ein Team von Technikern das Starship „in ruhigerem Gewässer“ untersuchen. Von besonderem Interesse dürfte dabei der Hitzeschild aus rund 18.000 keramischen Kacheln sein, ähnlich denen, die die Space Shuttles bei Wiedereintritt in die Erdatmosphäre schützten: Starship nach über drei Wochen im Indischen Ozean geborgen.

In der heutigen Ausgabe der #heiseshow besprechen wir unter anderem über kommende Fritzboxen, die Werbung und Tracker im gesamten Heimnetz blockieren. Kann ein DNS-basierter Adblocker im Router mit klassischen Browser-Erweiterungen mithalten? Zudem diskutieren wir ChatGPT for Teens für 13- bis 17-Jährige, die OpenAI künftig automatisch am Nutzungsverhalten erkennt und dann strengere Inhaltsgrenzen sowie einen Study Mode freischaltet. Wie zuverlässig kann dies überhaupt sein? Hierzulande kennen zwei Jahre nach dem Start laut einer Umfrage weiterhin fast zwei Drittel der Deutschen die PayPal-Alternative Wero nicht. Warum tut sich eine europäische Bezahllösung so schwer gegen etablierte Anbieter? Das sind die Themen heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: Fritzhole, ChatGPT für Teens, Wero.

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(fds)

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