Paukenschlag bei Apple: Konzernchef Tim Cook tritt ab; der bisherige Hardware-Chef John Ternus übernimmt zum 1. September. Der US-Bundesstaat Kalifornien wirft Amazon illegale Preisabsprachen vor. Der Online-Händler soll verschiedene namhafte Marken unter Druck gesetzt haben, damit sie konkurrierende Einzelhändler zu Preiserhöhungen bewegen. Das zeigen nun freigegebene Gerichtsdokumente. Und Googles KI-Agent Gemini krallt sich in El Salvador immer mehr Gesundheitsdaten – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Apple-CEO Tim Cook gibt nach fast 15 Jahren den Chefposten beim iPhone-Konzern auf und wechselt dann auf den Vorsitz des Verwaltungsrats. Übernehmen wird zum 1. September Hardware-Chef John Ternus. Das gab Apple am späten Montagabend bekannt. Die Personalie ist zwar keine Überraschung, sorgt aber dennoch für Aufsehen. Dass der bald 65-jährige Cook den Spitzenjob bei Apple nicht mehr ewig machen würde, war zwar klar, sein Rücktritt aber ist eine weitere Zäsur in der Unternehmensgeschichte von Apple. In Cooks Amtszeit fallen zahlreiche erfolgreiche Produkteinführungen wie die eigenen ARM-Prozessoren nicht nur für iPhone und iPad, sondern auch für inzwischen alle Macs. Der Konzergewinn vervielfachte sich. Sein Nachfolger Ternus muss nun Apples Übergang ins KI-Zeitalter bewerkstelligen. Machtwechsel bei Apple: Tim Cook übergibt an John Ternus
Vor vier Jahren, im Jahr 2022, reichte der US-Bundesstaat Kalifornien Kartellklage gegen den Online-Händler Amazon ein. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta beschuldigt in der Klage den Konzern, Drittanbietern Knebelverträge aufzuzwingen, die es ihnen verbieten, ihre Waren günstiger auf anderen Handelsplattformen zu verkaufen. Amazon nutze seine Marktmacht dazu, Endkundenpreise in die Höhe zu treiben, um seine Gewinnmargen zu schützen, so der Vorwurf. Aus am Montag freigegebenen Gerichtsdokumenten geht hervor, wie Amazon mutmaßlich namhafte Marken unter Druck setzte, um andere Händler zu Preiserhöhungen zu bewegen. Illegale Preisabsprachen: Kalifornien untermauert Vorwürfe gegen Amazon
Dass El Salvadors Präsident Nayib Bukele ein Faible für Kryprowährungen und globale Tech-Konzerne hat, ist bekannt. Im September 2021 erklärte der zentralamerikanische Staat als erstes Land der Welt Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel. Der Schritt wurde auf Druck des IWF mittlerweile wieder zurückgedreht. Ende vergangenen Jahres vereinbarte Bukele mit X-Chef Elon Musk den Einsatz des KI-Chatbots Grok in El Salvadors öffentlichen Schulen. Und mit Google Cloud schloss El Salvadors Regierung eine langjährige Vereinbarung, die das Land zu einem Technologiezentrum machen soll. Nun wird Googles KI-Agent Gemini sogar die Versorgung von Patienten mit chronischen Krankheiten im Land übernehmen. Google Gemini weitet Zugriff auf El Salvadors Gesundheitssystem aus
Zum Auftakt der Hannover Messe hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für eine Lockerung der europäischen Regeln für die industrielle Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) ausgesprochen. Er werde sich dafür einsetzen, die europäische KI-Regulierung zu erleichtern. Die industrielle KI solle „aus dem gegenwärtigen, zu engen Korsett der KI-Regulierung der EU“ herausgelöst werden, so der Kanzler. Gemeint ist der europäischen„AI Act“. Erste Teile des Regelwerks sind nach dreijährigen Verhandlungen im August 2024 in Kraft getreten. Bei der deutschen Industrie rennt Merz mit seiner Forderung offene Türen ein. Bundeskanzler Merz: „Europäische KI-Regulierung erleichtern“
Derzeit gibt es in vielen EU-Mitgliedstaaten Überlegungen, nach dem Vorbild Australiens ein Social-Media-Mindestalter einzuführen. Nun hat die im Spätsommer eingesetzte Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ ihre Befunde zum Status Quo vorgelegt. Auf über 120 Seiten gibt sie einen umfangreichen und keineswegs eindimensionalen Überblick über die Komplexität der Thematik – was vom frühestens Kindesalter bis zum Heranwachsenden tatsächlich als gefährlich, was als bedenklich und was als wissenschaftlich umstritten gilt. Mindestalter für Social Media: Kommission legt Bestandsaufnahme vor
Auch noch wichtig:
- Bislang arbeitet Google bei der Chipentwicklung vor allem mit Broadcom zusammen. Nun könnte der Chipdesigner Marvell hinzukommen. Einiges deutet auf eine Doppelstrategie. Marvell: Bericht über Verhandlungen mit Google zur Entwicklung zweier KI-Chips
- Plötzlich lässt Österreichs Familienministerin die rechtliche und psychosoziale Beratung gegen Hass im Netz im Stich. Damit stirbt auch die DSA-Meldestelle. Kein Kampf gegen Hass im Netz: Österreichs Familienministerin stoppt Geld
- Der chinesische Autobauer BYD landet in Brasilien auf einer „Liste der Sklavenarbeit“ und erwirkt die Streichung. Ein hoher Beamter verliert daraufhin seinen Job. BYD auf „Schwarzer Liste“: Brasiliens oberster Arbeitsinspektor entlassen
- Der neue Chef der Abteilung Digitalisierung und Innovation im Bundesgesundheitsministerium betonte auf dem Future Health Day die Relevanz der E-Patientenakte. BMG: „Viel volkswirtschaftliche Power“ hinter Gesundheitsdatennutzung
- Der „Eigen Engineering Agent“ von Siemens soll komplexe Aufgaben in einfache Schritte zerlegen und ausführen können – und damit Fachkräfte entlasten. KI von Siemens: Eigen-Agent automatisiert Ingenieuraufgaben
- WhatsApp führt den kostenpflichtigen Tarif „WhatsApp Plus“ ein. Zusätzliche Features ermöglichen Nutzern mehr Möglichkeiten der Personalisierung. WhatsApp Plus kommt: Zusätzliche Features für Premium-Nutzer
- Vom 1. Mai an soll die befristete Senkung der Energiesteuer gelten. Ab wann aber wirkt der „Tankrabatt“? Der Blick zurück auf 2022 hilft. „Tankrabatt“ ab 1. Mai könnte verzögert bei Kunden ankommen
- Bereits zum dritten Mal startete die Schwerlastrakete „New Glenn“ von Amazon-Gründer Bezos. Dabei erreichte sie neue Meilensteine – aber eine Sache ging schief. Bezos-Rakete setzt Satellit in falscher Umlaufbahn ab
- Google formiert laut einem Bericht ein „Strike Team“, um die Coding-Fähigkeiten seiner KI-Modelle zu steigern und den Rückstand auf Anthropic aufzuholen. Google bildet „Strike Team“ zur Verbesserung seiner Coding-KI-Modelle
- Speicherkrise, KI-Maxxing oder bevorstehende Upgrades: Beobachter rätseln, warum Apple manche Macs aktuell nicht mehr liefern kann. Mac mini und Mac Studio vergriffen: Apple gehen manche Macs aus
- Die elektrische Mercedes C-Klasse kann bis zu 762 Kilometer am Stück fahren und sehr flink nachladen. Die Chancen auf einen Erfolg dürften groß sein. Mercedes C-Klasse EQ vorgestellt: Das Elektroauto für die Langstrecke
- Die Zero-Day-Lücken im Windows Defender mit den Namen BlueHammer, RedSun und UnDefend werden offenbar attackiert. Ungepatchte Windows-Zero-Days RedSun, UnDefend und BlueHammer werden attackiert
(akn)



