Der Montagabend stand ganz im Zeichen von Apples Keynote zur Entwicklerkonferenz WWDC. Ein besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf dem Thema Künstliche Intelligenz, bei dem Apple bekanntermaßen Nachholbedarf hat. Mithilfe von Google Gemini nimmt Apple Intelligence nun einen neuen Anlauf. Bei den Betriebssystemen iOS 27 und macOS 27 wiederum bessert der Apfel-Konzern in mehreren Bereichen nach. Viele der am Montagabend angekündigten KI-Funktionen werden in Deutschland allerdings fehlen. Schuld daran sind laut Apple die EU-Wettbewerbsregeln. Und Meta wirft dem Pegasus-Hersteller NSO Group vor, einen Gerichtsbeschluss zu missachten – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Eine große Neuauflage von Apple Intelligence mitsamt „Siri AI“ hat Apple am Montagabend auf der WWDC-Keynote in Aussicht gestellt. Siri und Apple Intelligence sollen endlich smarter und kontextsensitiver werden – nicht zuletzt mithilfe von Google Gemini. Apple kündigte bereits eine Reihe von Features an. Siri soll demnach den persönlichen Kontext des Nutzers einbeziehen können, Bildschirminhalte verstehen sowie Aktionen über App-Grenzen hinweg ausführen. „Siri AI“: Apple verspricht umfassenden KI-Neustart für Apple Intelligence
Wenn iOS 27 im Herbst erscheint, wird die Neuauflage von Siri AI in Deutschland und den anderen 26 EU-Mitgliedsstaaten aber vorerst fehlen. Dabei hat Apple für das neue iPhone-Betriebssystem angekündigt: Mehr Tempo, besserer Kinderschutz, neue Siri für iPhone & iPad. EU-Regulierer hätten keinen der Vorschläge akzeptiert, wie Apple Siri AI in die EU bringen und zugleich andere virtuelle Assistenten sicher unterstützen könne. Im Unterschied zu macOS, das mit Liquid-Glass-Feinschliff und besserer Performance aufwartet, wurden iOS und iPadOS von der EU-Kommission als Gatekeeper-Dienste eingestuft und fallen deshalb unter striktere Wettbewerbsregeln. Wegen DMA-Wettbewerbsregeln: Keine KI-Siri für EU-iPhones
Der jahrelange Rechtsstreit zwischen dem WhatsApp-Mutterkonzern Meta und dem israelischen Spionagesoftware-Unternehmen NSO Group erhält ein neues Kapitel. In einer Ende 2019 eingereichten Klage warf Meta NSO vor, mit seiner Spyware Pegasus unrechtmäßig auf WhatsApp-Server zugegriffen und damit gegen verschiedene Gesetze verstoßen zu haben. Im vergangenen Jahr sprach eine Geschworenenjury Meta 167 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu. Ein Bezirksgericht in Kalifornien Ende reduzierte den zu zahlenden Schadenersatz schließlich auf vier Millionen US-Dollar; untersagte NSO Group aber zugleich das gezielte Ausspähen von WhatsApp. Nach vereitelten Phishing-Angriffen wirft Meta nun NSO vor, gegen die vom Gericht verhängte dauerhafte Unterlassungsverfügung verstoßen zu haben. Gerichtsbeschluss missachtet: Meta geht gegen Pegasus-Hersteller NSO Group vor
Der Webhoster Flokinet erhielt eine dringliche Mitteilung des Bundeskriminalamts (BKA), verknüpft war die Aufforderung, kriminelle Inhalte auf seinen Systemen unverzüglich zu löschen. Der schwerwiegende Verdacht: Verbreitung illegalen Materials, das den sexuellen Missbrauch von Kindern abbildet. Doch hinter den beanstandeten Web-Adressen verbargen sich ein harmloser dokumentarischer Ausschnitt und eine Musikaufnahme. Von Strafbarkeit keine Spur. Der Fehler des Bundeskriminalamts im Kampf gegen Kindesmissbrauch aber offenbart die Probleme ungeprüfter Massenmeldungen und die Belastung kleinerer IT-Dienstleister. Automatisierter Missbrauchsverdacht: BKA geht gegen harmlose Videos vor
Allein in diesem Jahr sollen 8,5 Milliarden Euro in den Ausbau von Glasfasernetzen fließen. Das steht in einem Papier, auf das sich Bund, Länder und Kommunen mit der Telekommunikationsbranche verständigt haben, um den Ausbau von Glasfasernetzen voranzutreiben. Am Montag haben dazu Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU), die zuständigen Landesminister und Vertreter der Telekommunikationsbranche in Berlin eine Absichtserklärung mit dem Titel „Bestes Netz für Deutschland“ unterzeichnet. Das darin formulierte gemeinsame Ziel: „Den Ausbau der öffentlichen Fest- und Mobilfunknetze in Deutschland zu beschleunigen“. Für einen schnelleren Ausbau aber müssen alle liefern. Milliarden-Pakt: Netzbetreiber und Staat wollen Glasfaserausbau beschleunigen
Auch noch wichtig:
- Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum macht eine Probefahrt im ersten mexikanischen Elektroauto und träumt vom Aufbau einer nationalen E-Auto-Industrie. „Keimzelle einer nationalen Industrie“: Mexiko präsentiert erstes Elektroauto
- Apple will Gemini-Modelle tief in iOS integrieren und auch Googles Cloud-Dienste nutzen. Ein bekannter Apple-Beobachter sieht Chancen wie Risiken. Analyst zu Gemini auf dem iPhone: Rettet Google Apples KI-Ambitionen?
- Seit März stecken zahlreiche Pixel-Smartphones in einer Neustart-Schleife fest. Google bietet nun ersten Betroffenen ein Web-Tool zur Rettung der Geräte an. Bootloop bei Pixel-Geräten seit März: Google hat offenbar eine Lösung
- Greenpeace hat mit einer Beklebung von Verkehrsschildern ein Signal für ein Tempolimit auf Autobahnen gesetzt. Greenpeace bringt Tempo-100-Schilder an Autobahnen an
- Google macht seine KI-Bildbearbeitungs-App Pixel Studio dicht. Weniger als zwei Jahre nach der Einführung. Pixel Studio: Google beendet KI-Bildbearbeitung auf Pixel-Smartphones
- Google veröffentlicht Gemma 4 12B: Das lokale Open-Source-Modell läuft schon auf Laptops mit nur 16 GByte RAM. Google bringt 12-Milliarden-Parameter-Modell auf den Laptop
- Die Erweiterungskarte Prom21 von WisdPi bringt USB, M.2-Steckplätze und SATA. Theoretisch läuft sie sogar an Raspberry Pis. WisdPi Prom21: AMDs B650-Chipsatz als PCIe-Erweiterungskarte
- Das experimentelle Flugzeug X-59 der NASA ist erstmals schneller als der Schall geflogen. Es ist ein fliegender Teststand für leise Überschallflüge. Experimentelles Flugzeug X-59 fliegt erstmals mit Überschallgeschwindigkeit
- Die Europäische Union hat 88 funkgesteuerte Kinderspielzeuge auf Einhaltung von Funknormen geprüft. Wenige erfüllten alle Anforderungen – 22 Verkaufsverbote wurden verhängt. „Erhebliches Risiko“: Ferngesteuerte Spielzeuge verstoßen gegen EU-Funknormen
- Chinas Autohersteller streichen nach erneutem Absatzrückgang die Jahresprognose zusammen. Der Branchenverband PCA rechnet mit elf Prozent weniger Verkäufen. Chinas Autohersteller senken Prognose für 2026 drastisch
- Das Ifo-Institut hat den Tankrabatt analysiert: Ein Großteil der Steuersenkung kommt bei Autofahrern an, doch ein großer Teil verbleibt auch bei den Konzernen. Tankrabatt: Mineralölkonzerne behalten weiterhin saftigen Anteil
(akn)



