Drei Top-Forscher, drei Perspektiven auf den aktuellen Stand der KI: Yann LeCun, KI-Forscher bei AMI Labs, spricht aktuellen KI-Systemen die Intelligenz ab. Echte Intelligenz zeige sich nicht in angehäuftem Wissen oder erlernten Fähigkeiten, sondern darin, neue Probleme ohne vorheriges Training zu lösen – eine paraphrasierte Position des Psychologen Jean Piaget: "Intelligenz ist nicht, was man weiß, sondern was man tut, wenn man nicht weiß." LeCun arbeitet an KI-Technologie abseits der heute bekannten Transformer-LLMs.
LeCun via LinkedInDeepmind-Mitgründer Demis Hassabis, der für gewöhnlich durch Besonnenheit besticht, sieht die Menschheit hingegen bereits "am Fuße der Singularität" und erwartet einen "tiefgreifenden Moment" für die Menschheit. Worte, die historisch werden dürften, ganz egal, wie die Sache ausgeht. Hassabis sagte das zum Abschluss der Keynote auf der Google I/O 2025 (1:50:17). Er hält AGI in den nächsten fünf Jahren für möglich.
Einen Mittelweg bietet Oriol Vinyals, Co-Leiter des Gemini-Programms: Heutige Modelle seien bei Code oder Mathematik sehr stark und Reasoning generalisiere zunehmend. Hätte man ihm vor sieben Jahren die heutigen Modelle gezeigt, hätte er sie wohl als AGI bezeichnet. Aber die Fähigkeit, aus Erfahrung zu lernen und echte Innovationen hervorzubringen, fehle noch.
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