Dangbei DBOX02 Pro im Test: Heller 4K-Beamer mit Google TV

3 weeks ago 12

Beamer sind in den letzten Jahren deutlich alltagstauglicher geworden. Früher bedeutete das oft, viel Ausrichten, extra Streaming-Stick, mäßige Lautsprecher und am Ende doch wieder der Griff zur Fernbedienung des Fernsehers. Dangbei hat mit dem DBOX02 Pro einen potenten Kandidaten auf den Markt geworfen. Das Gerät ist mit einer 4K-Auflösung inklusive Laser-Lichtquelle, Google TV mit Netflix-Zertifizierung, automatischer Bildkorrektur und einem integrierten Standfuß ausgestattet. Dieser soll das Ausrichten angenehmer machen. Ich habe mir das Gerät eine Weile angeschaut und vor allem darauf geachtet, ob der DBOX02 Pro wirklich als unkomplizierter Beamer taugt oder ob ich am Ende doch zu viele typische Projektor-Kompromisse schlucken muss.

Einrichtung und Aufbau

Der DBOX02 Pro liegt zwischen dem kleinen Reisebeamer und dem großen stationären Heimprojektor. Das Gehäuse misst rund 25 x 26 x 22 Zentimeter und bringt knapp 4,8 Kilogramm auf die Waage. Das sind Dimensionen, mit denen er sich immer noch gut von einem Raum zum nächsten tragen lässt. Der Projektor sitzt auf einem Gimbal-ähnlichen Sockel, lässt sich nach oben und unten neigen und zusätzlich drehen. Das ist in der Praxis tatsächlich hilfreicher als man am Anfang vielleicht glauben mag.

Wenn ich einen Beamer häufiger umstelle, nerven mich Bücher, Kartons oder irgendwelche Keile unter dem Gerät sehr schnell. Den Kandidaten hier stellt ihr einfach irgendwo hin und erledigt die grobe Ausrichtung mit dem Fuß. Wer schon mal Standfüße eines Beamers in nicht endenden Minuten hoch- oder heruntergeschraubt hat, weiß das sehr zu schätzen.

Die Verarbeitung geht für die Preisklasse sehr in Ordnung. Viel Kunststoff, der jedoch sauber zusammengesetzt ist. Die Spaltmaße sind sehr gut, da knarzt nix und das ganze Ding fühlt sich wertig an. Der DBOX02 Pro wirkt jedoch nicht wie ein Lifestyle-Objekt, das man unsichtbar ins Regal integrieren möchte. Zweckmäßig und damit für viele potenziellen Käufer ausreichend interessant. Die Anschlüsse sitzen hinten und seitlich am Fuß, sodass die Kabel beim Neigen nicht sofort im Weg sind.

Die Einrichtung läuft angenehm flott. Einschalten, Google TV einrichten, Apps auswählen, fertig. Wer Google TV kennt, fühlt sich direkt zu Hause. Netflix, YouTube und Prime Video sind dabei nicht über Umwege oder Bastellösungen nutzbar, sondern ganz normal vorgesehen. Das ist bei Projektoren leider immer noch keine Selbstverständlichkeit. Ich hatte mal einen Kandidaten von Anker im Test, der nur Probleme mit Netflix hatte, weil nicht offiziell unterstützt.

Die automatische Bildkorrektur ist einer der größten Pluspunkte. Autofokus, Trapezkorrektur, Bildanpassung, Hindernisvermeidung und Augenschutz sind dabei. Man stellt den Beamer also grob ausgerichtet hin und bekommt in wenigen Momenten ein brauchbares Bild. Die Automatik arbeitet nicht immer millimetergenau, nimmt euch aber den größten Teil der Arbeit ab. Wenn das Bild an der Wand doch etwas schief wirkt, kann man manuell nachhelfen. Wer die maximal mögliche Projektionsgröße will, sollte ohnehin lieber manuell die Trapezkorrektur vornehmen. Da verschwendet der Beamer im Auto-Modus meiner Meinung nach zu viel.

Wichtig ist die feste Brennweite. Einen optischen Zoom gibt es nicht. Wollt ihr ein größeres Bild, muss der Beamer weiter weg von der Wand. Wollt ihr kleiner werden, muss er näher ran. Digital kann man wie erwähnt verkleinern. Das Problem dabei ist, das Auflösung und Licht verschenkt werden. Bei einem Wurfverhältnis von 1,27:1 landet man für rund 100 Zoll bei ungefähr 2,8 Metern Abstand. Den Punkt würde ich vor dem Kauf im eigenen Raum einmal sauber durchspielen. Für uns war das Teil vor allem bei der WM ein gutes Gimmick.

Bild, Ton und Anschlüsse

Der DBOX02 Pro nutzt Digital Light Processing mit einem 0,47-Zoll-DMD-Chip und 4K-XPR (Pixel-Shift). Das ist also keine native 4K-Projektion im High-End-Sinne, in dieser Klasse jedoch völlig üblich. Das Bild ist scharf, ruhig und für Filme, Serien und Sport sehr ordentlich. Die 2.000 ISO-Lumen reichen im abgedunkelten Raum locker und liefern auch bei etwas Restlicht noch ein sehr brauchbares Bild. Für euch getestet an Sommerabenden bei FIFA-WM-Spielen an die großen Hauswände (sowohl auf weiß, als auch taupe). Am meisten Spaß macht der Dangbei aktuell spätabends oder in einem gut abgedunkelten Raum. Dann wirken Farben angenehm, Details sauber und die Projektion macht genau das, was ich an Beamern mag. Größer als der klassische Fernseher eben.

HDR10, HDR10+ und HLG werden unterstützt. Dolby Vision gibt es nicht. Das ist schade. Allerdings würde ich die HDR-Darstellung eines Beamers dieser Klasse nicht mit einem guten OLED vergleichen. Ihr bekommt ein helles, kontrastreiches Bild, aber keine echten Schwarzwerte wie aus einem dedizierten Heimkino-Setup. Tageslicht bleibt der natürliche Feind. Bei grauem Himmel oder leichter Raumhelligkeit kann man noch schauen. Scheint die Sonne in den Raum, wird das Bild flach und verliert sichtbar an Punch. Das ist kein Dangbei-Spezialproblem, sondern Beamer-Alltag. Wer tagsüber viel schauen will, braucht Verdunkelung und eine passende Leinwand. Positiv fällt auf, dass die Laser-Lichtquelle kein Speckle-Feuerwerk veranstaltet. Auch Regenbogeneffekte sind kein Thema. Empfindliche Augen müssen Beamer natürlich immer selbst anschauen, ich empfand das Bild jedoch als sehr angenehm.

Raum mit Sonneneinstrahlung

Im Gehäuse stecken zwei 12-Watt-Lautsprecher. Die ersetzen logischerweise keine gute Soundbar und schon gar kein großes Heimkino-Setup, sind aber auf einem ordentlichen Niveau unterwegs. Stimmen sind klar, die Lautstärke reicht für normale Räume und auch für das Fussballspiel in der größeren Gruppe. Für einen Filmabend ohne große Ansprüche muss man nicht zwingend sofort externe Lautsprecher aufbauen. Wer mehr will, nutzt eARC, SPDIF, Klinke oder Bluetooth.

Beim Lüfter ist der DBOX02 Pro in normalen Einstellungen unauffällig. Dreht man die Helligkeit ganz nach oben, hört man ihn eher. In der maximalen Helligkeit wird er dann so laut, dass man die Lautstärke in die höheren Bereiche drehen muss. Ich würde meistens lieber eine Stufe Helligkeit opfern und dafür den leiseren Betrieb mitnehmen.

Bei den Anschlüssen fehlt im Alltag wenig. Zwei HDMI-2.1-Ports, einer davon mit eARC, zweimal USB-A, LAN, optischer Ausgang und Klinke sind ordentlich. Dabei sollte man aber die Erwartung gerade beim Gaming richtig setzen. HDMI 2.1 heißt hier nicht automatisch 4K mit 120 Hertz und VRR. Praktisch bleibt es bei 4K/60. Für Konsole, Switch, Streaming und entspanntes Gaming passt das. Wer kompetitiv zockt oder 120 Hertz am großen Bild will, ist hier nicht bei der richtigen Geräte- bzw. Preisklasse.

Die 2 GB RAM sind für Google TV nicht gerade üppig. Das System lief bei mir brauchbar. Ich kann aber nicht bestätigen, dass sich die Oberfläche wie ein Apple TV oder eine starke Streaming-Box anfühlt. Da hätte Dangbei meiner Meinung nach ruhig mehr ins Gerät stecken können, aber wir wissen ja, wie es um die Speicherpreise etc. steht.

Fazit

Der Dangbei DBOX02 Pro ist meiner Meinung nach ein sehr guter Alltagsbeamer für Leute, die ein großes Bild wollen, aber keine Lust auf klassische Projektor-Bastelei haben. Das Bild ist hell und scharf, Google TV inklusive Netflix und Co. macht die Nutzung bequem, die automatische Korrektur arbeitet zuverlässig und der Standfuß ist mehr als nur ein nettes Gimmick.

Ein paar Einschränkungen bleiben. Bei Tageslicht wird es dünn, Dolby Vision fehlt (war aber auch nicht zu erwarten), der Schwarzwert ist nicht auf Heimkino-/OLED-Niveau und echtes HDMI-2.1-Gaming gibt es nicht. Als vollständiger Fernsehersatz eignet sich der Beamer nicht, wenn ihr tagsüber regelmäßig Nachrichten, Sport oder Serien nebenbei laufen lasst.

Wenn ihr aber vor allem abends Filme, Serien oder Spiele auf einer großen Fläche genießen möchtet und ein flexibles Gerät sucht, bekommt ihr hier für knapp 1100 Euro einen guten Beamer.

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