China plant 295 Milliarden Dollar für landesweites KI-Rechenzentrumsnetz, Nvidia und AMD bleiben außen vor

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Peking bereitet ein massives Investitionsprogramm für den landesweiten KI-Ausbau vor. Gleichzeitig erwägt Taiwan, den Export von KI-Chips nach China erstmals unter Strafe zu stellen.

China will laut Bloomberg in den kommenden fünf Jahren rund 2 Billionen Yuan (295 Milliarden US-Dollar) in den Aufbau eines landesweiten Rechenzentrumsnetzwerks investieren. Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission erarbeite dafür eine Blaupause, die ein Netz miteinander verbundener Computing-Hubs vorsieht.

Staatliche Unternehmen wie China Mobile und China Telecom sollen den Großteil der Rechenzentren betreiben. Mindestens 80 Prozent der eingesetzten Technologie, einschließlich KI-Chips, soll von inländischen Zulieferern wie Huawei stammen. Nvidia und AMD würden damit effektiv ausgesperrt.

Die Finanzierung soll hauptsächlich über Staatsanleihen mit ultralanger Laufzeit sowie staatliche Investitionsfonds erfolgen, ergänzt durch Bankkredite und privates Kapital. Der Plan ist Teil des Anfang des Jahres angekündigten "Six Networks"-Programms, das essenzielle Infrastruktur von Wasser und Strom bis hin zu Rechenkapazität abdeckt. Im Rahmen des Plans soll das Volumen der KI-Industrie auf über 10 Billionen Yuan wachsen.

Chinas aggressivster KI-Vorstoß bisher

Das Investitionsziel ist laut Bloomberg das bisher ambitionierteste Unterfangen Pekings, die Grundlage für die chinesische KI-Entwicklung zu legen. Bis 2028 sollen verstreute Rechenzentren zu einem kohärenten Netzwerk verbunden werden. Inklusive Strominfrastruktur könnte das Gesamtvolumen auf mindestens 5 Billionen Yuan steigen.

Zum Vergleich: US-Techkonzerne wie Meta und Microsoft planen allein für 2026 KI-Ausgaben von rund 725 Milliarden Dollar. Chinesische Rechenzentren sind allerdings durch niedrigere Arbeits- und Baukosten günstiger. Die 2 Billionen Yuan umfassen zudem nicht die Investitionen privater Firmen wie Alibaba und Tencent.

Neun chinesische KI-Chips, darunter von Huawei, Alibaba und Shanghai Biren Technology, haben laut Bloomberg kürzlich eine staatliche Sicherheitsüberprüfung bestanden. Das öffnet ihnen den Weg in sicherheitskritische Sektoren. Laut Bloomberg Intelligence ist der Hauptnutznießer des Plans die Gesamtwirtschaft, nicht einzelne Privatunternehmen. Huawei dürfte am stärksten profitieren.

Taiwan will KI-Chip-Schmuggel erstmals unter Strafe stellen

Parallel zu Chinas Ausbauoffensive erwägt Taiwan laut Bloomberg deutlich schärfere Exportkontrollen für KI-Chips nach China. Bisher ist der unautorisierte Export solcher Chips von Taiwan nach China kein Straftatbestand. Behörden können Verdächtige nur wegen anderer Vergehen wie Dokumentenfälschung belangen.

Im Rahmen laufender Handelsgespräche mit den USA prüft Taipeh nun, Verkäufe an sämtliche chinesische Kunden oberhalb einer bestimmten Rechenleistungsschwelle zu beschränken, nicht nur an Firmen auf einer Exportblacklist wie Huawei. Damit könnte Taiwan KI-Chip-Schmuggel nach China erstmals strafrechtlich verfolgen.

Im Mai hatten taiwanische Behörden erstmals mutmaßliche Chip-Schmuggler festgenommen, allerdings nur wegen Urkundenfälschung. Es besteht der Verdacht, dass Nvidia-Server über Japan nach Hongkong umgeleitet wurden. Davor hatte Taiwan bereits Huawei und den chinesischen Chipfertiger SMIC auf eine Exportblacklist gesetzt.

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