Vom "Tokenmaxxing" zum Tokenmanaging: Meta läuft angeblich in Milliarden KI-Kosten rein und will daher mehr kontrollieren, wie KI wofür mit welchem Outcome genutzt wird.
In einem internen Memo an rund 6000 Mitarbeiter schrieb Meta laut The Information, man verzeichne einen "exponentiellen Anstieg" der KI-Nutzung. Allein der interne Gebrauch steuere 2026 auf Milliardenkosten zu. Einzelne Personen und Teams hätten dabei weder Einsicht noch Kontrolle über ihren Verbrauch.
Ab 2027 will Meta KI-Tokens strukturierter verwalten, mit Budgets, Zuteilungen und passenden Tools. Ein Team aus Entwicklern und Ingenieuren hat dafür das zentrale Dashboard "AI Gateway" gebaut. Es bündelt Nutzung und Ausgaben an einem Ort.
Automatische Warnungen bei ungewöhnlichen Kostenspitzen sollen folgen. Zudem will Meta seine Mitarbeiter weg von externen Tools wie Anthropics Claude hin zum eigenen Coding-Assistenten MetaCode lenken. Drittanbieter-Modelle sollen aber weiter verfügbar bleiben.
Tokenverbrauch ist kein Maß für Wirkung
Ingenieure der neuen Abteilung "Applied AI Engineering" sollen MetaCode gezielt verbessern, indem sie Programmieraufgaben als Trainingsdaten erstellen. Zuvor hatte Meta KI-Nutzung als "Kernerwartung" in die Leistungsbewertung aufgenommen. Das führte zum sogenannten "Tokenmaxxing": Mitarbeiter blähten ihren Verbrauch über ein internes Leaderboard namens "Claudeonomics" künstlich auf. In etwas mehr als 30 Tagen kamen so bis zu 73,7 Billionen Tokens zusammen.
CTO Andrew Bosworth schrieb daraufhin in einem weiteren Memo: "Niemand sollte KI-Tools nur um ihrer selbst willen nutzen. Nicht jede Aktivität ist Fortschritt." Auch Amazon geriet in ein ähnliches Tokenmaxxing-Szenario, das außer Kontrolle geriet.
Dass beide Unternehmen jetzt sensibler mit KI-Kosten umgehen wollen, passt zu einem breiteren Trend: Unternehmen hinterfragen den Produktivitätsgewinn durch KI zunehmend. Sam Altman, CEO von OpenAI, selbst sieht Kostenkontrolle seit etwa Anfang 2026 als "großes Thema" bei seinen Kunden. Ein Grund dafür dürften die massiven Preissteigerungen bei den Modellkosten sein.
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