China hat jetzt auch ein eigenes KI-Zirkelgeschäft

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Der Börsengang von Unitree machte den Roboterhersteller rund 50 Milliarden Dollar wert. Eine Recherche zeigt: Ein Großteil der Roboter-Nachfrage stammt aus staatlich geförderten Zentren, die Maschinen kaufen und den Herstellern die Trainingsdaten zurückverkaufen.

Der Aktienkurs von Unitree Robotics schoss beim Börsendebüt in Shanghai um bis zu 629 Prozent nach oben und schloss laut Bloomberg mit einem Plus von 460 Prozent. Das Unternehmen aus Hangzhou sammelte 6,1 Milliarden Yuan (904 Millionen US-Dollar) ein und ist damit der erste börsennotierte Hersteller humanoider Roboter auf dem chinesischen Festland. Der Schlusskurs bewertete Unitree mit rund 50 Milliarden US-Dollar.

Hinter der Kursrakete steht einer Recherche der Financial Times zufolge eine Konstruktion, die stark an ein zirkuläres Geschäftsmodell erinnert, für das zuletzt vor allem die US-Branche kritisiert wurde.

Wer die Roboter wirklich kauft

Laut FT verkaufen Chinas Humanoiden-Hersteller einen großen Teil ihrer Maschinen an staatlich geförderte Trainingszentren. Dort "lehren" Menschen die Roboter per Teleoperation physische Aufgaben. Die gesammelten Daten verkaufen die Zentren anschließend an die Hersteller zurück. Finanziert werden die Zentren oft gemeinsam von Lokalregierungen und Herstellern.

"Dieses Modell verwischt die Grenze zwischen unabhängiger Nachfrage und einer Nachfrage, die innerhalb eines politisch gestützten Ökosystems erzeugt wird", sagte der Analyst Poe Zhao. Bis Juni gab es laut Interact Analysis mehr als 90 solcher Zentren. Die Trainingsdaten für einen fünfminütigen Robotertanz könnten bis zu eine Million Yuan (148.000 US-Dollar) kosten.

Die Abhängigkeit ist erheblich: Beim Hersteller Leju entfielen 45 Prozent des Umsatzes seines Vorzeige-Roboters auf Trainingszentren. Bei Unitree stammten in den ersten neun Monaten 2025 fast drei Viertel des Humanoiden-Umsatzes aus Bildung und Forschung. "Beide Seiten bekommen, was sie brauchen, und beide Seiten haben etwas vorzuweisen", so ein Algorithmen-Ingenieur.

Zweifel an Bewertung und Datennutzen

Marco Wang von Interact Analysis sagte, die Daten seien nicht "zu 100 Prozent nützlich", da die Roboter nicht in realen Umgebungen liefen. Nur zwei bis drei von acht Trainingsstunden seien verwertbar, so eine Zentrumsmanagerin.

Auch die Bewertung stößt auf Skepsis. Unitree wurde laut Bloomberg mit dem 35,89-fachen Umsatz bewertet, verglichen mit rund dem 20-fachen bei Hongkonger Wettbewerbern. "Es gibt eindeutig keine fundamentale Basis für den Kursanstieg", sagte Vey-Sern Ling von der Union Bancaire Privée. Frühphasige Investoren suchten laut FT bereits nach einem Ausstieg.

Das erinnert an die direkten und indirekten Investitionen von Nvidia in KI-Firmen, wie zuletzt in Ohio, wo Nvidia als Bürge für OpenAI für ein neues Rechenzentrum auftritt. Kritiker sehen darin eine sich selbst tragende Nachfrage, die die tatsächliche Marktgröße überzeichnet. In den Augen von Nvidias CEO Jensen Huang sind solche und andere Investments allerdings notwendig, um das starke Wachstum eines Unternehmens zu fördern, das die für dieses Wachstum nötigen Grundlagen nicht komplett aus eigenen Kräften aufbauen kann.

Ähnlich scheint das auch Beijing zu sehen und treibt den Sektor voran: Rund 20 Prozent des Börsengangs gingen an strategische Investoren, darunter das KI-Start-up Deepseek. Die Befürworter verweisen auf Elektroautos und Solarmodule, die China nach staatlich angeschobener Nachfrage heute dominiert.

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