China bildete russische Soldaten aus

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Stand: 01.07.2026, 14:12 Uhr

Von: Lukas Richter

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Reuters berichtet über geheimes Militärtraining russischer Soldaten in China.

Peking – Russische Soldaten sollen laut Nachrichtenagentur Reuters im vergangenen Jahr heimlich in China trainiert worden sein. Es ging demnach nicht um ein gewöhnliches Austauschprogramm, sondern um militärische Ausbildung mit Bezug zum Krieg gegen die Ukraine.

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Besonders brisant: Die Übungen sollen auch Schutz vor radiologischen, chemischen und biologischen Gefahren umfasst haben. Die Ausbildung sei von Russlands Verteidigungsminister Andrei Beloussow persönlich gebilligt worden und habe hochrangige Militärs beider Länder einbezogen, berichtete Reuters unter Berufung auf Dokumente und zwei europäische Beamte.

 China soll russische Soldaten ausgebildet haben

Reuters berichtet über geheimes Militärtraining russischer Soldaten in China. © © IMAGO / ZUMA Press / Symbolbild

Ein als geheim eingestuftes russisches Dokument verweist Reuters zufolge direkt auf einen internen Erlass Beloussows vom August 2025. Darin heiße es, eine Delegation der russischen Streitkräfte sei nach China gereist, um an Übungen in Einrichtungen der chinesischen Volksbefreiungsarmee teilzunehmen.

Training an chinesischen Militäranlagen

Ein Bericht beschreibe einen dreiwöchigen Kurs in Peking im November. Thema sei der Schutz vor radiologischen, chemischen und biologischen Gefahren gewesen. Ein weiterer Bericht zeige russische Soldaten bei einer Unterrichtseinheit mit einem chinesischen Ausbilder.

Sie hätten unter anderem ein Modell eines Kernreaktors betrachtet und Schulungen zu chemischer und Strahlungsaufklärung erhalten. Ein europäischer Beamter sagte Reuters, gerade diese Inhalte zeigten den strategischen Charakter des Austauschs. Der Bereich sei für Militärs besonders sensibel.

Nach einem früheren Bericht, der sich auf europäische Geheimdienste und Militärdokumente stützte, trainierte China im November rund 200 russische Soldaten. Einige von ihnen sollen später im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt worden sein.

Peking weist Vorwürfe zurück

Die Verteidigungsministerien Russlands und Chinas antworteten Reuters zufolge nicht auf Anfragen. Das chinesische Außenministerium erklärte, Pekings Haltung zum Krieg in der Ukraine sei unverändert. Die Vorwürfe seien „völlig unbegründet“.

China stellt sich öffentlich als neutraler Akteur dar und bietet sich als Vermittler an. Zugleich wachsen die Verbindungen zu Russland seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine.

Die EU sieht diese Annäherung zunehmend kritisch. Kaja Kallas, die Außenbeauftragte der EU, sagte Reuters zufolge am 15. Juni, Brüssel habe über eigene Kanäle bestätigt, dass das Training stattgefunden habe. Die EU prüfe nun die Folgen. China wies ihre Äußerungen als Verleumdung zurück.

Europas Sorge vor Chinas Rolle

Die 27 EU-Staaten diskutieren Reuters zufolge hinter verschlossenen Türen, ob weitere Maßnahmen nötig sind. Die EU hat bereits Sanktionen gegen chinesische Unternehmen verhängt, denen sie Unterstützung für Russlands Kriegsanstrengungen vorwirft.

Ein Beamter in Brüssel sagte Reuters, die EU müsse aufhören, China vor allem durch eine wirtschaftliche Brille zu betrachten. Er verwies auf Kallas’ Formulierung, China sei ein „entscheidender Ermöglicher“ von Russlands Krieg.

Offene Manöver beider Länder

Während die von Reuters beschriebenen Dokumente eine bislang nicht bekannte Zusammenarbeit nahelegen, zeigen Moskau und Peking ihre militärische Nähe auch offen. Am 27. Juni führten die Luftstreitkräfte Chinas und Russlands ihre elfte gemeinsame strategische Luftpatrouille durch.

Die Route führte über das Japanische Meer, das Ostchinesische Meer und den westlichen Pazifik. Solche Flüge sollen militärische Koordination demonstrieren und senden zugleich ein Signal an Nachbarstaaten und westliche Bündnisse.

Analysten: Nähe mit Grenzen

Doch die Beziehung zwischen Russland und China ist nicht so einfach. Das Center for European Policy Analysis beschreibt die Verbindung zwischen China und Russland in einer im Juni veröffentlichten Analyse als schwerwiegende strategische Herausforderung.

Denn mit Chinas Unterstützung habe Russland seinen Krieg trotz Sanktionen und ukrainischem Widerstand seit mehr als vier Jahren fortsetzen können, schreiben die Autoren. Zugleich sehen sie Grenzen der Partnerschaft.

Peking unterstütze Moskau nicht offen militärisch und betrachte den Kreml im Ukraine-Krieg als unberechenbaren Partner. China stehe deshalb eher nahe bei Russland als vollständig an seiner Seite. Nach außen wirkten die Beziehungen enger, intern gebe es aber Reibungen und klare Einschränkungen. Quellen: Reuters, CEPA, eigene Recherche

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