Bundeskartellamt wirft Vodafone und Vantage Towers Behinderung von 1&1 vor

10 months ago 10

Das Bundeskartellamt hat heute Position im Streit zwischen 1&1 und dem Vodafone-Konzern bezogen. Nach vorläufiger Einschätzung der Behörde haben Vodafone und dessen Funkturmtochter Vantage Towers den Netzbetreiber 1&1 beim Aufbau seines Mobilfunknetzes kartellrechtswidrig behindert. Der Kern des Problems liegt in der schleppenden Bereitstellung von Antennenstandorten, zu der sich Vantage Towers bereits 2021 vertraglich verpflichtet hatte.

Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamtes, sieht in der verzögerten Bereitstellung der vereinbarten Standorte eine klare Behinderung von 1&1 beim Markteintritt als vierter Netzbetreiber. Besonders brisant erscheint, dass Vodafone in derselben Zeit sein eigenes Netz massiv ausbaute und auf 5G umrüstete – auch an Standorten, die eigentlich für 1&1 vorgesehen waren.

Von den vertraglich zugesicherten Standorten im vierstelligen Bereich ist bis heute nur ein Bruchteil für 1&1 nutzbar. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf den Netzausbau des neuen Mobilfunkanbieters. Das Bundeskartellamt vermutet, dass diese Verzögerung Vodafone nicht ungelegen kam, da sich dadurch der Markteintritt eines weiteren Konkurrenten verzögerte.

Seit Ende 2023 versuchte das Bundeskartellamt, mit Vodafone eine Einigung durch Zusagen zu erreichen. Die vorgelegten Vorschläge blieben jedoch weit hinter den ursprünglich vereinbarten Bereitstellungen zurück. Nun erwägt die Behörde, die Bereitstellung der ausstehenden Standorte innerhalb von drei Jahren anzuordnen. Eine endgültige Entscheidung wird für Mitte 2025 erwartet.

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