Menschen aus längst vergangenen Zeiten zum Thema künstliche Intelligenz zu befragen, erscheint auf den ersten Blick nicht gerade sinnvoll. Wer sich aber auf das Gedankenspiel des Kommunikationsexperten Volker Schrader einlässt, kann sich freuen: nicht nur über eine kurzweilige Lektüre, sondern auch über unerwartete Erkenntnisse in Bezug auf den Umgang mit KI. Beispielsweise, wenn Leonardo da Vinci im Interview sagt: „Wissen ist: verstehen, was man nicht versteht. Und dann fragen.“
Weil der Autor die Schauplätze seiner fiktiven Gespräche mit Liebe zum Detail beschreibt, fällt es leicht, ihm in die Kunstwerkstatt von Lukas Cranach dem Älteren und ins provisorische Labor von Marie Curie zu folgen. Cranach, dessen Gesellen große Teile seiner Arbeit ausführten, nimmt manchem die Sorge, dass ein Wert nur durch eigene Ausführung entstehen könne. Curie erklärt die Bedeutung von Intuition gegenüber der reinen Datenanalyse.
- Ethical Hacking - Handbuch für Pentesting und Red Teaming, von Florian Dalwigk
- KI und der Biber, von Volker Schrader
- Netzwerke, von Eric Amberg und Daniel Schmid
- Die Farben des Universums, von Florian Freistetter
- Weiß die KI, dass sie nichts weiß?, von Katharina Zweig
- KI für kluge Kommunikation, von Anita Hermann-Ruess
- Der Score, von C. Thi Nguyen
- KI-Projekte programmieren mit Python, von Michael Weigend
- Mathematik nach Feierabend, von Benno Grabinger
- Python für Kinder, von Florian André Dalwigk
Nach dem ersten Zwischenfazit geht es in die Natur: Der Biber baut emsig an seinem Damm, auch wenn die Rahmenbedingungen dafür nicht ideal sind. „Einfach mal machen“, lautet seine Botschaft. Beim Besuch eines Pilzgeflechts ergründet Schrader die Frage nach der Verantwortung in Systemen, die kein Einzelner mehr allein kontrollieren kann. Mit seinem Besuch der Forscherin Elena im Jahr 2154 wagt der Autor schließlich einen Blick in die Zukunft.
Der Untertitel des Buchs führt ein wenig in die Irre. Die Frage, welchen Wert menschliche Arbeit noch hat, „wenn KI alles macht“, steht nicht im Zentrum der Betrachtungen. Für den Autor war sie vielmehr der Motor, der ihn antrieb, sich auf die Suche zu begeben. Die Antworten, die Schrader in seinen fiktiven Gesprächen findet, gehen weit über eine nüchterne Analyse der Arbeitswelt hinaus. Im Buch geht es nicht darum, welche konkreten Berufsfelder künftig von der allgegenwärtigen generativen KI in welcher Weise umgekrempelt werden. Es kann dem Leser vielmehr eine Ermutigung liefern, die eigene Rolle in der veränderten Arbeitswelt neu zu bestimmen und auf die eigenen, menschlichen Fähigkeiten zu vertrauen. Vielleicht macht er es dann ähnlich wie der Biber, der nicht weiß, wie das Wetter wird oder ob sein Damm letztlich hält – und trotzdem einfach loslegt.
Volker Schrader
KI und der Biber
Was ist Deine Arbeit wert, wenn KI alles macht?
- Vigilia-Verlag, Kelkheim 2026
- ISBN 978-3982819310
- 160 Seiten, 20 €
- (Epub-E-Book: 14 €)
(psz)



