BSI warnt vor Webserver-Sicherheitslücke

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IT-Update behebt Probleme Viele Behördenseiten nicht erreichbar - Sorge um Sicherheitslücke

 Picture Alliance/Christoph Hardt)
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. (Quelle: Picture Alliance/Christoph Hardt)

Eine neu entdeckte, schwerwiegende Sicherheitslücke bringt weltweit das Fundament zahlreicher Webseiten und Onlinedienste ins Wanken.

Betroffen ist die weit verbreitete Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress. Die Programmiersprache PHP läuft als eine Art technologischer Motor im Hintergrund von fast 80 Prozent aller Websites im Internet.

Zahlreiche Internetanbieter, darunter auch deutsche Behörden und Kommunen, schalteten bereits am Dienstag oder Mittwochmorgen vorsichtshalber ihre Internetseiten ab. In Berlin und Brandenburg waren das unter anderem das Robert-Koch-Institut (RKI), die Berliner Tafel, Bündnis 90/Die Grünen, die Universität Potsdam, die Charité - aber auch die Bundespolizei, der Zoll und das Bundesinnenministerium (BMI). Einige - nicht alle - dieser Seiten gingen waren gegen 17:00 Uhr wieder online.

Experten schätzen, dass allein mit WordPress weltweit zwischen 400 und 500 Millionen Webseiten betrieben werden. Nach einem PHP-Update am Mittwochnachmittag waren dann wieder viele betroffene Internetseiten wieder erreichbar.

Sicherheitsupdate am Nachmittag

Neben dem IT-Sicherheitsunternehmen Huntress und dem PHP-Sicherheitsteam hatte auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Alarm geschlagen und eine offizielle Cybersicherheitswarnung herausgegeben.

Für ein PHP-Sicherheitsupdate, das um um 16.00 Uhr veröffentlicht wurde, empfahl das BSI, es "umgehend" zu installieren und so möglichen Hackerangriffen vorzubeugen.

Server im Zweifel komplett vom Netz nehmen

In seiner veröffentlichten Warnung (Aktenzeichen BITS-H Nr. 2026-297981-1032) ordnet das BSI das Risiko mit der Warnstufe "3 / Orange" als außerordentlich hoch ein. Dies bedeutet, dass unverzüglich Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen, da eine massive Beeinträchtigung des Regelbetriebs droht. Das BSI wies in seiner Mitteilung explizit darauf hin, dass von den Schwachstellen ein herausragendes Bedrohungspotenzial ausgeht.

Das Amt machte deutlich, wie ernst die Lage ist, falls nicht umgehend Sicherheitsupdates installiert werden können: "Alternativ kann eine vorübergehende Trennung des Webservers vom Internet bis zum Einspringen des Patches erwogen werden, um eine Kompromittierung zu verhindern, sollten Patches nicht kurzfristig installiert werden können."

Dass das BSI Betreibern von Internetangeboten explizit rät, ihre Server im Zweifel komplett vom Netz zu nehmen, unterstreicht die Dringlichkeit der Lage.

Sendung: rbb|24, 21.10.2026, 15:00
Audio: rbb|24, 21.10.2026, Sebastian Hampf

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