Bose hat Mitte September 2026 seine neuen Open-Ear-Kopfhörer Ultra Open Earbuds der 2. Generation vorgestellt. Sie beerben das Vorgängermodell aus dem Jahr 2024 und verbessern nicht nur den Klang, sondern auch die Zusatzfunktionen wie den immersiven 360-Grad-Sound. Ich habe mir die Open-Ears im Clip-on-Design einmal für euch angehört. Teilweise hat sich sofort Begeisterung eingestellt, doch es gibt auch Schattenseiten.
Aber der Reihe nach: Die Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.) haben mir für meinen Test in der limitierten Farbe Olivgrün vorgelegen, die ich tatsächlich sehr schick finde. Es gibt auch noch limitierte Varianten in Kirsch-Schokolade und Himmelrosa sowie die beiden Standardfarben Schwarz und Weiß. Im Handel könnt ihr die offenen Kopfhörer seit dem 1. Oktober 2026 zum Preis von 299,95 Euro kaufen. Damit liegt man über konkurrierenden Flaggschiffen wie etwa den Shokz OpenFit Pro, die allerdings ein Earwing-Design nutzen.
Technische Eckdaten der Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.)
| Open-Ear |
| 2 Mikrofone |
| Nein |
| IPX4 |
| 1,89 x 1,77 x 2,77 cm (0,01 kg) |
| 4,75 x 2,68 x 6,6 cm (0,05 kg) |
| Polycarbonat, Silikon |
| Ja |
| 9 Stunden |
| 1 Stunde |
| Ja |
| USB-C-PORT |
| Bluetooth |
| 5.4 |
| 9 Meter |
| Bose App |
Die Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.) sollen ihr Vorgängermodell dank eines neuen Treibers ausstechen. Der US-Hersteller verspricht als Folge nämlich sowohl besseren Sound als auch eine höhere Gesprächsqualität bei Telefonaten. Neben den Standard-Codecs SBC und AAC unterstützen die Earbuds via Bluetooth auch aptX Adaptive. Um Letzteres nutzen zu können, muss euer Smartphone allerdings kompatibel sein. Falls euch der Klang ab Werk nicht zusagt, könnt ihr in der App über einen Drei-Band-Equalizer nachregeln.
Ausstattung und Verarbeitung
Clip-on-Earbuds sollen nach meinem Eindruck immer auch ein modisches Statement sein. So erinnern auch die Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.) ein wenig an Ohrringe. Sie kommen aber etwas martialischer daher als z. B. die Shokz OpenDots 2 und wiegen auch mehr. Die Befestigung am Ohr erfordert etwas Übung, zumal es hier tatsächlich einen dedizierten linken und rechten Bud gibt, was einige Clip-on-Kopfhörer ja abgeschafft haben.
Die Kopfhörer bestehen vorwiegend aus Kunststoff und sind nach IPX4 vor Wasser und Schweiß geschützt. Über die haptischen Buttons der beiden Earbuds könnt ihr je nach Wunsch z. B. Anrufe annehmen, Songs überspringen oder andere Funktionen ausführen. Im Übrigen liegt den Open-Ears natürlich auch ein passendes Case bei, das ihr wahlweise via USB-C oder per Qi (kabellos) aufladet. Der USB-Anschluss sitzt dabei an der Seite und nicht wie bei den meisten anderen Modellen an der Rückseite.
Als Akkulaufzeit der Kopfhörer sind bis zu 9 Stunden angegeben, was auch sehr gut hinkommt. Rechnet ihr das Case ein, dauert es 28,5 Stunden, bis ihr wieder eine Steckdose aufsuchen müsst. Auch das kann ich bestätigen. Als Begleitung dient dabei die offizielle Bose-App, welche ich für eine der besseren Audio-Apps halte. Sie ist eher übersichtlich und schlicht gehalten. Allerdings könnte Bose gut und gerne einmal den Equalizer ausbauen, da bietet die Konkurrenz inzwischen mehr.
Praxistest der Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.)
Ich selbst bin nicht der größte Freund von Open-Ears im Clip-on-Design. Zumindest für mich bieten Modelle mit Earwings höheren Tragekomfort. Diese Vorurteile bestätigen leider auch die Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.). Zum einen üben sie einen leichten Druck auf die Ohren aus, den ich bei Earwing-Modellen so nicht spüre. Zum anderen ist es auch etwas fummelig, sie am Ohr zu befestigen, sodass sie sicher sitzen. Ist das gelungen, sitzen sie auch beim Sport sicher, haben aber an meinen Ohren dennoch mehr Spiel als Earwing-Pendants. Selbst konkurrierende Modelle wie die Shokz OpenDots 2 gefallen mir da deutlich besser, da ich persönlich ihren Sitz als luftig-angenehmer empfunden habe.
Doch in puncto Klang blasen die Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.) die Modelle von Shokz dann regelrecht weg. Der Hersteller hält Wort, denn insbesondere so eine starke Basswiedergabe habe ich persönlich bislang noch bei keinen anderen Open-Ears gehört. Aber die Earbuds können nicht nur ballern, sie klingen auch schon ab Werk angenehm differenziert. Ich selbst höre etwa auch gerne Art Rock mit komplexeren Arrangements, etwa Porcupine Tree, The Pineapple Thief oder The Mars Volta, und da hört man tatsächlich sauber die Feinheiten heraus.
Wiederum ist der immersive Modus der Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.) für mich eher eine Spielerei. Ich finde es eher störend, wenn die Musikwiedergabe sich verschiebt, wenn ich den Kopf drehe. Auch bei Videos kann ich diesem Feature so rein gar nichts abgewinnen, aber eventuell geht es euch auch anders? Zusätzlich gibt es einen Kinomodus, der etwas anders operiert. Der Kinomodus soll Objekte im Mix besser voneinander abgrenzen und gleichzeitig Stimmen deutlich im Zentrum belassen. Hier bin ich durchaus positiv überrascht, denn das Ganze funktioniert beim Schauen von Streaming-Videos besser als erwartet. Hier sehe ich also für mich durchaus einen Mehrwert.
Gemischte Erfahrungen habe ich hingegen mit der automatischen Lautstärkeanpassung gemacht. Die soll dafür sorgen, dass die Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.) die Lautstärke in einem gewissen Maß absenken und erhöhen, je nachdem, wie laut es um euch herum so ist. In meinem Fall wurde die Lautstärke teilweise bei leichten Geräuschen unnötig erhöht, sodass ich die Funktion nach etwas Herumspielen deaktiviert habe. Sinnvoller ist Bluetooth-Multipoint, was es euch erlaubt, schnell zwischen zwei gekoppelten Geräten, etwa Smartphone und Notebook, zu wechseln.
Um es nochmal zu betonen: Die Musikwiedergabe ist an den Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.) erste Sahne. Hier sind die Kopfhörer nun mit Abstand mein neuer Favorit unter den Open-Ears, die ich bisher so ausprobiert habe. Und auch die Videowiedergabe im Kinomodus macht Laune. Wer also auf Musik und Multimedia seinen Schwerpunkt legt, wird mit Sicherheit nicht enttäuscht werden.
Etwas ernüchternd ist aber die Anrufqualität. Da zeigt Shokz, dass man doch mehr Erfahrung mit offenen Kopfhörern hat. So telefoniere ich fast täglich mit den OpenFit Pro. Meine Gesprächspartner haben mir mitgeteilt, dass letztere meine Stimme deutlich voller und klarer klingen lassen als das Pendant von Bose. Offenbar galt das insbesondere dann, wenn ich mich draußen aufgehalten habe und eher eine Geräuschkulisse im Hintergrund aufkam.
Mein Fazit
Die Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.) klingen für Open-Ear-Kopfhörer schlichtweg fantastisch. Sie bieten überraschend starke Bässe, viel Dynamik und eine saubere Räumlichkeit und Klangdifferenzierung. Doch nicht nur bei Musik können sie punkten. Der neue Kinomodus ist für Videos ein echter Mehrwert. Allerdings sind Telefonate eher der Schwachpunkt dieser Kopfhörer und nur "ganz ok".
Obendrein empfinde ich z. B. die Shokz OpenDots 2 als ergonomischer. Formal wiegen die Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.) genauso viel, fühlen sich aber deutlich schwerer an und sind fummeliger zu befestigen. Zumal ihr hier auf links und lechts achten müsst. Vor allem der Preis ist zudem eine Hausnummer: Boses Modell kostet satte 299,99 Euro. Für diese Summe bekommt ihr zwar Open-Ears, die wirklich fantastisch klingen, aber da muss man natürlich hart abwägen.
In meinem Testzeitraum konnten mich die Bose Ultra Open Earbuds (2. Gen.) jedenfalls mit ihrem Klang so für sich einnehmen, dass ich sie für Musik und Videos ohne Umschweife bevorzugt gezückt habe. Je nach eurem Nutzungsschwerpunkt solltet ihr also in euch gehen und abwägen, ob dieses oder ein Konkurrenzmodell besser für euch geeignet ist.
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1 week ago
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