Blick ins Heft c’t 14/2026: 10-Gigabit-LAN

2 months ago 14

Hallo aus Hannover,

extraschnelles 10-Gigabit-Netz ist nicht nur in Rechenzentren, sondern auch in Kleinbüros oder zu Hause eine feine Sache – und die Hardware ist erfreulich günstig geworden. Aber bevor man Netzwerkkarten, Kabel und Switches kauft, sollte man sich gut informieren. Denn nicht jede Komponente verträgt sich mit jedem System. In der aktuellen Titelstrecke beleuchten meine Kollegen Andrijan Möcker und Ernst Ahlers, wer davon profitiert und worauf Sie bei der Auswahl achten müssen.

Fürs Surfen, Streamen und Zocken reicht Gigabit-Ethernet auch in den nächsten Jahren. Enger wird es überall dort, wo man enorm große Dateien oder riesige Datenmengen be- und verarbeiten möchte: Raw-Fotos von der Hochzeit, 6K-Videoschnitt, VFX-Projekte oder KI-Trainingsdaten. Für solche Fälle überträgt 10-Gigabit-Ethernet (10GE) rund 1,1 Gigabyte pro Sekunde und macht direktes Arbeiten auf dem NAS angenehm. Ein paar Dinge gilt es dabei allerdings zu beachten, beispielsweise dass der Speicher mit NVMe-SSDs bestückt sein muss; klassische Festplatten bremsen schon bei 300 MByte/s aus. Die Verkabelung ist seltener ein Problem, als gedacht, denn moderne Chips bekommen 10GE mitunter sogar auf über 20 Jahre alten CAT5e-Kabeln zum Laufen. Oft verhindern marode Dosen und Patchfelder den ersehnten hohen Durchsatz; die gilt es gegebenenfalls zu erneuern. Und wenn es doch an der Leitung liegt, können Sie Glasfaser notfalls sogar als hauchdünne Klebevariante an der Fußleiste nachrüsten. Wer wissen will, ob sich der Umstieg lohnt und wie er ohne Bauarbeiten gelingt, findet im Grundlagenartikel meines Kollegen Andrijan Möcker den Einstieg.

Grau ist alle Theorie: Ob sich der theoretisch mögliche hohe Durchsatz auch praktisch einstellt, hängt oft an Details. Nicht jede Karte und jeder Switch verträgt sich mit jedem PC oder Notebook. Dann fließen weniger als 10 Gbit pro Sekunde durch die Leitung oder der Adapter wird gar nicht erkannt. Positiv: Die einst teure 10-Gigabit-Hardware ist erschwinglich geworden. Eine 10GE-Netzwerkkarte gibt es inzwischen ab 42 Euro, ein NBase-T-Switch mit sechs schnellen Ports kostet unter 200 Euro.

Allzu billig und vor allem zu alt sollten sie dann aber doch nicht sein, wie mein Kollege Ernst Ahlers in seiner detaillierten Kaufberatung erläutert. Gebrauchte 10GE-Serverkarten mit RJ45-Stecker für Kupferleitungen aus den 2010ern mit Intels X540-T1-Baustein sollte man trotz der Schnäppchenpreise nicht mehr kaufen; sie sind technisch überholt. Allerdings ist auch der unüberlegte Griff nach der aktuellsten Technik nicht zu empfehlen, denn Karten mit dem neuen Realtek RTL8127 etwa setzen PCIe 4.0 voraus – und bremsen in älteren Boards auf rund 7 Gbit/s ab. Marvells AQC113 ist hier flexibler. Bei Mini-PCs wiederum schränkt der begrenzte Platz die Auswahl ein und fürs Notebook benötigt man ohnehin einen externen Adapter oder ein Dock mit 10GE-Unterstützung. Spannend ist der Ausblick auf 10GE über das alte TV-Koaxkabel: Erste Prototypen schaffen schon 9,4 Gbit/s netto über 50 Meter. Damit Sie sich in den Spezifikationen nicht verheddern, erklärt Ernst Ahlers, welche Karten, Switches, SFP+-Module und Kabel zueinander passen.

Ethernet per USB ist seit Kurzem auch mit 10 Gbit/s möglich. Doch es gibt zwei Adaptertypen, die je nach USB-C-Port gut, halbgut oder gar nicht funktionieren. Im Test vergleichen wir die beiden Konzepte, und zwar in Form eines Thunderbolt-Bridge-Adapters für 105 Euro und eines Single-Chip-Modells mit Realteks neuem RTL8159 für 79 Euro. Das Ergebnis: An manchem Rechner schafft nur der eine, an manchem nur der andere das Maximum von 9,4 Gbit/s. Wake-on-LAN wird zudem zum Glücksspiel, und Windows-ARM-Notebooks bleiben aktuell ganz außen vor. Welcher Adapter zu welchem Port passt, zeigt unser Vergleich.

(Bild: Jessica Nachtigall / KI / heise medien)

Barcelona, Herbst 2025: c't-Redakteurin Kathrin Stoll bemerkt, dass ihr iPhone weg ist. Was folgt, ist eine Odyssee durch Apples Wiederherstellungs- und Sicherheitsmechanismen, die allzu eng an das Ökosystem des Herstellers gekettet sind. Über das Android-Handy ihrer Freundin will sie sich in ihr Apple-Konto einloggen, um das Gerät zu orten. Doch die irgendwann mal per Passwortgenerator erstellte Zeichenfolge hält, was die Technik verspricht: Niemand kann sie erraten, geschweige denn sich merken. Und sie liegt gut verwahrt in Apples Passwörter-App, auf dem geklauten iPhone.

Das Zurücksetzen scheitert am zweiten Faktor, der per SMS auf eben dieses iPhone ginge. Wiederherstellungsschlüssel? Nicht eingerichtet. Wiederherstellungskontakt? Auch nicht. Die Kontaktperson müsste im übrigen ebenfalls ein iOS-Gerät haben. Die Polizei nimmt keine Anzeige ohne IMEI auf, die wiederum nur über das Apple-Konto abrufbar wäre. Der Netzbetreiber verweigert eine eSIM ohne Hotline-Kennwort (das ebenfalls in der Passwörter-App auf dem iPhone lag). Der Apple Store ist überfüllt. Erst zu Hause am MacBook gelingt das Orten und Sperren.

Stolls Lehren daraus: Mindestens ein zweites Apple-Gerät auf Reisen mitnehmen. Wiederherstellungskontakt einrichten. Den „Schutz für gestohlene Geräte" aktivieren. Ein Passwort wählen, das kryptisch ist, aber merkbar bleibt. Wichtige Telefonnummern auswendig wissen oder offline notieren.

(Bild: Ulrike Weis / KI / heise medien)

KI soll die Arbeit erleichtern und den Fachkräftemangel lindern. Doch Studien zeigen: Statt Entlastung bringt die Technik oft Arbeitsverdichtung und neue Aufgaben.

Läuft im Haushalt eine Fritzbox, taugt sie als Smart-Home-Zentrale ohne Cloud. Schalter und Aktoren sind rasch eingerichtet, aber die Freiheit ist begrenzt.

Intel nimmt mit der 2026er-Prozessorbaureihe Core Ultra 300 alias Panther Lake den Kampf gegen die erstarkte ARM-Konkurrenz auf. Wir checken, wie sich vier Notebooks hinsichtlich Performance und Akkulaufzeit schlagen.

Debitkarte, Kreditkarte, Smartphone, Cash – im Ausland vermeidet die richtige Mischung allerlei Probleme. Wir ordnen Systeme, Entgelte und Praxisprobleme ein.

Gigantische Primzahlen mit Millionen Dezimalstellen fallen nicht vom Baum: Man findet sie mit viel Geduld und Rechenleistung. Wir haben uns auf die Suche begeben und erklären, warum die größten Primzahlen immer aus den gleichen Zahlenfolgen stammen und wie Sie selbst zum Primzahljäger werden können.

Jede Onlineveröffentlichung hinterlässt vielerlei Spuren, etwa in Form von Kolportagen, Weiterleitungen und Archiveinträgen. Sobald ein Gericht entscheidet, dass es nicht genügt, das Original einer unrechtmäßigen Äußerung im Internet zu löschen, sondern dass auch Archivkopien wegmüssen, wird es kompliziert.

Ein leistungsstarkes und kostenloses Profi-Toolkit unterzieht Schadcode und andere Bedrohungen einer Bestandsaufnahme – auch Einsteiger können mit den flexiblen Befehlen auf der Kommandozeile erste Schritte wagen.

Inoreader ist ein besonders vielseitiger RSS-Reader. Er dient als persönliche Nachrichtenzentrale, die News aus verschiedenen Kanälen übersichtlich aufbereitet – auch für Dritte.

Viele Overclocking-Module benötigen hohe Spannungen, die CPUs beschädigen können. Wir testen Exceleram-DIMMs für DDR5-6000 und DDR5-6400 bei Nominalspannung.

Es begann vor 14 Jahren mit einem Gedankenspiel, heute gibt es sie auf Quantencomputern und in Ionenfallen: Zeitkristalle sind eines der rasantesten Forschungsfelder der Quantenphysik. Sie sind regelmäßig wie das Gitter eines Kristalls – nur in der Zeit. Das ist schwer vorstellbar, aber ein realer Materiezustand mit viel Potenzial. Was sich hinter den Kristallen verbirgt, die ewig ticken.

(Bild: Mike Bunjes / KI / heise medien)

Unser Autor Robert Raikes war auf der diesjährigen Display Week in Los Angeles unterwegs. Dort konnte er nicht nur die TVs, Uhren und Brillen von morgen begutachten, sondern bekam auch spannende Einblicke in die Materialforschung und Herstellungsverfahren von LCD-, OLED- sowie Mikro-LED-Panels.

Eines hat sich nicht verändert: Die OLED-Branche ringt nach wie vor um ein effizientes, phosphoreszierendes Blau; qualitativ vielversprechende Materialien erwiesen sich bislang als weniger langlebig oder untauglich für die Massenproduktion. Eine echte Prozess-Innovation kommt von Applied Materials, das mit MAX OLED ein Photolithografie-Verfahren zeigte, um die farbigen Leuchtschichten zu strukturieren. Es könnte die Lichtausbeute sowie die Materialausnutzung verbessern und über kurz oder lang die bisher gebräuchlichen Fine Metal Masks ablösen.

Indes liegt die Hoffnung der Branche in Mikro-LEDs, denn sie sind hell, langlebig und reagieren enorm schnell. Ungelöst ist allerdings die Frage, wie der Massentransfer von Millionen winziger LEDs vom Wafer auf ein großflächiges Substrat gelingen soll. Noch ist das extrem aufwendig und teuer: Für einen 4K-Fernseher etwa gilt es, rund 24 Millionen Dioden in der Größe von Stecknadelspitzen hochpräzise auf der Displayfläche zu platzieren.

(atr)

Read Entire Article