Hallo aus Hannover,
wissen Sie eigentlich, mit wem Ihr Android-Smartphone so alles plaudert, während Sie es umhertragen oder Ihren Alltag damit organisieren? Google, Werbenetze, der Gerätehersteller – alle lauschen mit. In der aktuellen c't geben wir Hilfe zur Selbsthilfe: Ein alternatives Betriebssystem (Custom-ROM) bringt den Datenfluss ganz schnell zum Versiegen. Sogar das Banking klappt mit einem Custom-ROM, wenn man ein wenig flexibel ist. Sie scheuen den radikalen Umstieg? Wir haben auch Tipps parat, wie Sie Ihr Original-Android so ausstatten und einstellen, dass es möglichst wenige Informationen über Sie preisgibt.
Datensparsames Android
Custom-ROMs galten lange als Spielzeug für Bastler. Inzwischen sind Projekte wie GrapheneOS, /e/OS, iodéOS und LineageOS erwachsen geworden – und aktueller denn je. Denn wer sein Android-Smartphone datensparsam betreiben und sich von den US-Clouds abwenden möchte, kommt mit dem vorinstallierten System kaum ans Ziel. Die alternativen Betriebssysteme halten Google außen vor oder sperren die mitteilungsbedürftigen Play-Dienste in eine Sandbox. Allerdings macht Google es den Entwicklern zunehmend schwer: Sicherheitspatches kommen seltener, Referenztreiber für Pixel-Phones werden nicht mehr veröffentlicht und der offene Quellcode (Android Open Source Projekt, ASOP), auf dem die Custom-ROMs aufsetzen, wird nur noch halbjährlich aktualisiert. Trotz des zunehmenden Aufwands, der dadurch entsteht, bleiben die alternativen Anbieter dran – und liefern Systeme, die sich hinter dem Original nicht verstecken müssen. Meine Kollegen Robin Brand, Stefan Porteck und Jörg Wirtgen haben sich die wichtigsten Custom-ROMs angesehen: GrapheneOS, iodéOS, LineageOS sowie /e/OS. Außerdem geben wir Tipps, wie Sie das Original-Android und seine Apps datensparsam einrichten – unter anderem mit alternativen Kalendern, Browsern und Cloud-Diensten.
Einen ausgezeichneten Ruf in Sachen Sicherheit und Privatsphäre genießt GrapheneOS, das allerdings ausschließlich auf Pixel-Phones läuft. Es bedient sich eines genialen Kniffs, um den Datenabfluss an Google zu verhindern: Die originalen Google-Play-Dienste lassen sich zwar installieren, aber ohne Systemrechte, abgeschottet in einer Sandbox. Der Nutzer muss jede einzelne Berechtigung explizit erteilen. So laufen auch die meisten Banking- und Streaming-Apps problemlos. Standortanfragen leitet GrapheneOS auf Wunsch an einen eigenen Dienst um, sodass Google den Aufenthaltsort nicht erfährt.
Das französische Unternehmen Murena will den Abschied von Google so schmerzlos wie möglich gestalten. /e/OS basiert auf einem entgoogelten LineageOS-Fork, ersetzt die Play-Dienste durch die quelloffene Nachbildung MicroG und bringt eine eigene Cloud auf Nextcloud-Basis mit – gehostet in Finnland. Ein App-Store tunnelt in Googles Play Store, ohne dass ein Google-Konto nötig wäre. Unterstützt werden über 270 Smartphones, wobei neuere Modelle jenseits von Pixel-Phones rar gesät sind.
Ihr Smartphone bekommt keine Updates mehr? LineageOS könnte die Rettung sein. Es unterstützt 574 Geräte, vom Samsung Galaxy S7 bis zur Nintendo Switch. Fast 3,7 Millionen Smartphones weltweit laufen damit, knapp 44.000 davon in Deutschland. Die Installation erfordert allerdings Kommandozeilenarbeit. Beim Datenschutz hat man die Wahl: komplett Google-frei, mit MicroG als Mittelweg oder mit den originalen GApps.
Nicht ganz unwichtig für den Alltag eines Custom-ROM-Umsteigers: Kann ich damit noch Geld überweisen und an der Kasse zahlen? Auch das haben wir mit verschiedenen Smartphones, Custom-ROMs und Banking-Apps ausprobiert – und sind durchaus auf Hürden wie etwa ein nicht funktionierendes Google Pay und teils ungünstige Kombinationen gestoßen. Aber wir fanden auch genügend alternative Zahlungs-Apps und -Dienste, die problemlos funktionierten. Grundsätzlich lassen sich also die alltäglichen Geldgeschäfte mit einem Custom-ROM-Handy erledigen – sofern man bei der App-Auswahl flexibel ist und mit der ein oder anderen Einschränkung leben kann. Das nötige Wissen dazu finden Sie im letzten Teil unseres Schwerpunkts.
- Raus aus der US-Handycloud
- Android datensparsam einrichten
- Security-Custom-ROM: GrapheneOS
- CustomROM mit Cloud: /e/OS
- Custom-ROMs für viele Geräte: LineageOS & iodéOS
- Bezahlen und Banking mit Custom-ROMs
(Bild: Martina Bruns / KI / heise medien)
Auch das noch!
Amazon, eBay und Kleinanzeigen bieten alle einen Käuferschutz für Fälle, in denen Ware nicht ankommt, defekt ist oder stark von der Beschreibung abweicht. Doch Vorsicht: Nur weil die Absicherung existiert, bedeutet das noch lange nicht, dass sie unter allen Umständen greift. Als Käufer müssen Sie sich nämlich an die Regeln halten, die der Plattformbetreiber vorgibt – und die unterschieden sich mitunter erheblich. Mein Kollege Markus Montz hat recherchiert, worauf Sie bei der Kommunikation und der Abwicklung achten müssen, um Ihr Geld zurückzubekommen.
Einige Grundregeln gelten zum Beispiel überall: Bezahlen und kommunizieren Sie ausschließlich über die Plattform. Wer das Gespräch in private Kanäle verlagert, verliert den Schutz. Ebenso erlischt er bei persönlicher Abholung. Und: Starten Sie nie parallele Verfahren bei Plattform und Zahlungsdienst gleichzeitig – beide lehnen dann ab.
Darüber hinaus müssen Sie sich gut über die jeweiligen Gepflogenheiten informieren, etwa wie lange Sie für Reklamationen Zeit haben, welche Fristen gelten, um Belege zu liefern und ob es ein Limit gibt, bis zu dem der Kauf abgesichert ist. In solchen Details unterscheiden sich Amazon, eBay und Kleinanzeigen durchaus. eBay etwa sichert Käufe ohne Höchstbetrag ab, Kleinanzeigen deckelt bei 2000 Euro und verlangt 50 Cent plus 4,5 Prozent des Kaufpreises für den Schutz.
(Bild: Jessica Nachtigall / KI / heise medien)
Meine persönlichen Highlights
Powerbanks, die praktischen USB-Akkus, helfen unterwegs auch ohne Steckdose einem schlappen Smartphone-Akku wieder auf die Beine. Die Hochleistungs-Powerbanks Iniu Bi-B64 und Ugreen PB 205 laden auch Notebooks mit bis zu 140 Watt bei 28 Volt.
Kann ein gehostetes Nextcloud eine echte Alternative zu Microsoft 365 sein? Webhoster Ionos hat ein Online-Office-Paket mit Kollaborationstools geschnürt, das sogar Mittelständler zufriedenstellen soll.
„Dein Baby ist jetzt so groß wie ein Apfel!“ Mit solchen Größenvergleichen, Checklisten für die Baby-Erstausstattung und Funktionen wie Wehen- und Trittzählern wollen diverse Apps werdende Eltern ansprechen. Wir haben uns einige Schwangerschafts-Apps genauer angesehen und eine Expertin gefragt, wie sinnvoll solche Anwendungen sind.
Beim Monitorkauf zählt mehr als die Pixelzahl. Wir klären, was für Office, Gaming und Kreativarbeit wichtig ist und wo Sie Geld sparen können.
Die Notizverwaltung Obsidian macht das Sammeln von Artikeln & Tipps einfach. Mithilfe einer mächtigen Suchfunktion und smarten Lesezeichen finden Sie schnell das gesuchte Wissen wieder.
Kosmische Strahlung trifft unaufhörlich die Erde, ohne dass wir es merken. Doch mit nur wenigen Mitteln können Sie selbst einen Detektor bauen und Myonen aus dem Weltall aufspüren. Unser Detektor hat bereits als Teil eines Wetterballons die Stratosphäre erkundet – doch auch am Boden liefert er faszinierende Einblicke in die Teilchenwelt.
Das Gigaset GS6 wird in Deutschland montiert und ist trotz wechselbarem Akku wasserdicht. Die Kamera genügt gehobenen Ansprüchen allerdings nicht.
Haarsträubende Übersetzungen und Synchronisierungen sind auf YouTube Alltag. Ein Klick auf ein simples Bookmarklet schaltet temporär auf die Originalsprache um und erspart Ihnen künstliche Sprachschwierigkeiten.
Fällt die öffentliche Stromversorgung aus, brechen schnell die Kommunikationsnetze zusammen und erst dann wird vielen klar, wie abhängig ihr Alltag von uneingeschränkter Telekommunikation ist. Wir erklären, welche netzunabhängigen Kommunikationsmethoden Sie im Katastrophenfall nutzen können.
Um einer Person eine Straftat nachzuweisen, muss man sie erkennen. Dazu dienen nicht nur Gesicht, Fingerabdrücke, DNA-Spuren oder Ganganalysen. Auch das menschliche Skelett lässt sich anhand räumlicher Analysen individuell zuordnen.
(Bild: Thorsten Hübner)
Aus der Redaktion
Es ist März, die Saure-Solaranlagenzeit neigt sich dem Ende zu. Endlich wieder ordentlich Strom vom Dach. Zugegeben, der erste Winter mit PV-Anlage war schon hart. Nicht nur, dass der Ertrag ab November ganz schön in den Keller ging, der sonst so herbeigesehnte Schnee drückte ihn schon Anfang Dezember auf Null. Und die wochenlange Kälte hielt den weißen Powder nicht nur wintersportfreundlich auf den Berghängen und Loipen frisch, sondern auch in einer dicken Schicht auf den Panels.
Dass man sich davon erstens die Freude am Schnee nicht verderben lassen sollte und es sich zweitens überhaupt nicht lohnt, für eine überambitionierte Reinigungsaktion aufs Dach zu steigen, rechnet mein Kollege Jörg Wirtgen in seinem YouTube-Kanal c't Phasenlage vor. Hier dreht sich alles um Energiethemen wie smartes Heizen, Photovoltaik, Solarspeicher, Klimageräte und Nachhaltigkeit. Die Phasenlage gibt es auch als Podcast.
Immer in c't:
- Inhaltsverzeichnis c’t 6/2026
- Standpunkt: Hat das denn niemand ausprobiert?!
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- Vorsicht, Kunde: Lichtblick versemmelt Lieferung
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- Story: Goldener Oktober
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