
Wer von euch im Bereich 3D-Modellierung, Animation oder Rendering unterwegs ist, kommt an Blender eigentlich nicht vorbei. Die Open-Source-Software ist mittlerweile so mächtig, dass sie selbst gestandene Profi-Suiten alt aussehen lässt. Seit einer Weile keimte die Hoffnung auf, dass Blender endlich den Sprung auf das iPad schafft, das passende Issue-Tracking-Ticket dazu war prall gefüllt mit Plänen. Aber: Pustekuchen. Zumindest vorerst.
Wie aus den aktuellen Entwickler-Diskussionen im offiziellen Projektarchiv hervorgeht, wurde die Entwicklung der iOS-/iPadOS-Version offiziell auf „On Hold“ gesetzt. Das kommt für viele etwas überraschend, da der Fahrplan eigentlich schon recht detailliert feststand. Geplant waren Milestones von einem ersten „Test-Flight“ über die Optimierung für den Apple Pencil bis hin zu einem speziellen Modus für das iPad Mini.
Die Antwort ist so simpel wie pragmatisch: Prioritäten. Aktuell gab man zu Protokoll, dass das Team seine Ressourcen umschichtet. Das neue Ziel: Android-Tablets zuerst.
Offenbar sieht man bei den Entwicklern aktuell mehr Potenzial oder weniger technische Hürden darin, Blender erst einmal für das Google-Ökosystem fit zu machen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Arbeit für das iPad komplett für die Tonne ist:
- Multi-Touch-Verbesserungen: Allgemeine Optimierungen für Gesten fließen weiterhin in den Hauptcode (Main Branch) ein.
- Plattformübergreifend: Davon profitieren am Ende alle Plattformen – egal ob Android, iPad oder Windows-Tablets.
- Code-Cleanup: Die bisherigen Arbeiten am iOS-Zweig werden dokumentiert und gesichert, falls das Projekt später wieder aufgenommen wird.
Ein Blick in die Kommentare und technischen Logs verrät zudem, dass die iPad-Version noch mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen hatte. Besonders die GPU-Beschleunigung via Metal (Cycles Rendering) machte wohl noch Zicken, und auch die Dateiverwaltung unter iOS ist ja bekanntlich immer so eine Sache für sich.
Was heißt das für euch? Wer gehofft hatte, sein iPad Pro demnächst als primäre Blender-Maschine zu nutzen, schaut erst einmal in die Röhre. Das Projekt ist zwar nicht tot, liegt aber im Dornröschenschlaf, während die Android-Fraktion wohl als Nächstes mit Testversionen rechnen darf.
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