beyerdynamic Aventho Y im Test: Neuer Over-Ear-Kopfhörer mit Charme

2 months ago 16

 Neuer Over-Ear-Kopfhörer mit Charme

beyerdynamic hat in dieser Woche seinen neuen Over-Ear-Kopfhörer Aventho Y vorgestellt. Da ich vor einiger Zeit schon die Aventho 200 und Aventho 300 angehört habe, wollte ich mir auch mal im Vergleich den Neuling zu Gemüte führen. An den bisherigen Modellen hat mich vor allem die aktive Geräuschunterdrückung herbe enttäuscht, während mir der Tragekomfort sehr gut gefallen hat. Wie schlägt sich da nun der Aventho Y?Zählpixel

Vielleicht hat sich mancher Leser den beyerdynamic Aventho Y auf der IFA 2026 einmal angesehen bzw. angehört? Auf der Messe hat der Over-Ear-Kopfhörer nämlich einen Einstand gegeben. Spannend ist an diesem Modell übrigens der Kniff, bei Bedarf eine "Umrüstung" zum Gaming-Headset vorzunehmen. Dafür könnt ihr ab Oktober 2025 ein Bundle aus zusätzlichem, ansteckbarem Bügelmikrofon und einem kompatiblen USB-Dongle für 2,4-GHz-Verbindungen nachkaufen.

Technische Eckdaten des beyerdynamic Aventho Y

Eigenschaft Wert
Schallwandler Dynamischer Treiber, 45 mm
Akustische Bauweise Over-Ear
Frequenzgang 20–20.000 Hz
Trageart Faltbarer Over-Ear-Kopfhörer
Bluetooth-Version Bluetooth 6.0
Multipoint Ja
Unterstützte Bluetooth-Profile HFP/A2DP/AVRCP
Audio-Codecs SBC, AAC
Firmware-Update möglich Ja, OTA-Update über die beyerdynamic App
Reichweite Bis zu 20 m
Akkukapazität 650 mAh
Akkulaufzeit (ANC aus) Mehr als 90 Stunden Akkulaufzeit
Akkulaufzeit (ANC an) Mehr als 60 Stunden Akkulaufzeit
Ladezeit 1 h
Schnellladen 5 Minuten laden für bis zu 6 Stunden Wiedergabezeit
Kabelloses Laden Nein
Ladeanschluss USB-C
Art des Kabels USB-C-/Audiokabel
Mikrofontyp Integriertes Mikrofon im Kopfhörer (2 Mikrofone mit ENC-Geräuschunterdrückung)
Gewicht von Kopfhörer 316 g
Lieferumfang AVENTHO Y Kopfhörer
Zugbeutel
USB-C-Lade- und Audiokabel
Schnellstartanleitung
Konformitätserklärung
Optionales Zubehör erhältlich Upgrade-Paket inklusive USB-C-Dongle und Bügelmikrofon
Velours-Ohrpolster in Schwarz und Grau
Unverbindliche Preisempfehlung 149,00 Euro

 Neuer Over-Ear-Kopfhörer mit Charme

Der beyerdynamic Aventho Y unterstützt Bluetooth 6.0, auch mit Multipoint zum schnellen Quellenwechsel, und kommt auf eine Akkulaufzeit von 90 Stunden - ohne ANC. Mit aktiver Geräuschunterdrückung sind es dann rund 60 Stunden. Per Schnellladung tankt ihr in 5 Minuten wieder ausreichend Ladung für 6 Stunden Wiedergabe nach. Im Handel ist der Over-Ear-Kopfhörer seit Ende der Woche für 149 Euro erhältlich.

Ausstattung und Verarbeitung

Ich habe den beyerdynamic Aventho Y parallel zum neuen Gaming-Headset MMX 100 Wireless getestet, sodass sich einige interessante Vergleiche aufgedrängt haben. Beispielsweise ist das Kopfband beim MMX 100 Wireless trotz des geringen Preises deutlich besser gepolstert. Offenbar geht beyerdynamic davon aus, dass Gaming-Sessions länger andauern als andere Tätigkeiten. Dafür gefallen mir wiederum die Kunstleder-Polster des Aventho Y etwas besser. Sie sind nach dem Tragen leichter zu reinigen, falls es mal "heiße Ohren" gibt.

Getestet habe ich den beyerdynamic Aventho Y in der Farbvariante Soft Jade. Das ist ein helles Grün. An der linken Ohrmuschel sitzen dabei ein Regler für Power bzw. die Verbindungen und der ANC-Button. Rechts findet ihr die Lautstärketasten und zwischen ihnen einen Button für Play/Pause. Eine mehrfarbige LED an der linken Muschel zeigt euch Lade- und Betriebszustand an.

Lob muss ich beyerdynamic dafür aussprechen, dass man für die Bügelkonstruktion auf Metallstreben setzt. Das fühlt sich nicht nur hochwertiger an, sondern sollte auch die Langlebigkeit erhöhen. Die Größe ist dabei in kleinen Stufen verstellbar, die leise einrasten. In den Ohrmuscheln ist dabei aufgrund schmalerer Ränder etwas mehr Platz als bei den MMX 100 Wireless, die fast wie On-Ears wirken.

 Neuer Over-Ear-Kopfhörer mit Charme

Im Lieferumfang des Aventho Y liegen neben den Kopfhörern selbst auch ein USB-C-Ladekabel sowie eine Stofftasche bei. Auf ein praktisches Hardcase, wie beim Aventho 300, müsst ihr also verzichten. Für den Transport könnt ihr die Ohrmuscheln des Kopfhörers aber um 180 Grad drehen. Zusammenfalten lassen sich die Over-Ears jedoch nicht.

Praxistest des beyerdynamic Aventho Y

Der beyerdynamic Aventho Y kam in meinem Testzeitraum sauber auf die angegebene Akkulaufzeit bzw. hielt eher noch einige Stunden länger durch. Dazu muss ich aber sagen, dass ich Musik meist auf moderaten Lautstärken höre. Kommt also natürlich darauf an, wie laut ihr aufdreht und auch, was für Klänge ihr euch so reinzieht. Das Datenblatt schlüsselt es dabei auf: Klanglich bleiben die Aventho Y formal hinter den höherwertigen Modellen wie dem Aventho 300 zurück. Letzterer deckt einen Frequenzbereich von 5 bis 22.000 Hz ab, während sich der Aventho Y mit 20 bis 20.000 Hz begnügt. Dennoch sind auch hier relativ große 45-mm-Treiber verbaut. Das Gros der Over-Ears begnügt sich mit 40 mm.

Ihr müsst überdies auf höherwertige Bluetooth-Codecs wie aptX oder LDAC verzichten. Es stehen nur SBC und AAC zur Verfügung. Inwiefern sich das in eurem Alltag spürbar auf den Klang auswirkt, hängt aber von vielen Faktoren ab. Etwa dem abgespielten Material, dem Zuspieler und mehr. Den Tragekomfort empfand ich dabei als sehr gut - recht ähnlich dem Aventho 300, welchen ich regelmäßig im Fitnessstudio nutze. So drückt der Aventho Y auch beim Krafttraining oder Laufen nicht und sitzt gut. Beim Sport sammelt sich natürlich etwas Schweiß auf dem Kunstlederbezug, der sich aber leicht abwischen lässt.

Wie gesagt, fehlt mir hier aber die Option, den beyerdynamic Aventho Y zusammenzuklappen und in einem Hardcase zu verstauen. Das ist für den regelmäßigen Transport in einer Sporttasche Gold wert. Da ist die dünne Tasche natürlich kein Ersatz. Im Übrigen bietet der Aventho 300 fünf Abstufungen für die aktive Geräuschunterdrückung. Beim neuen Aventho Y sind es hingegen nur drei.

 Neuer Over-Ear-Kopfhörer mit Charme

Tatsächlich ist das ANC beim Aventho Y trotz geringerer Preisklasse auf höchster Stufe in einigen Szenarien besser als beim älteren Aventho 300. Allerdings ist es auch hier so, dass es noch Luft nach oben gibt. Die Over-Ears von Bose oder Sony sind weiterhin haushoch überlegen. Auch die passive Abschirmung könnte etwas besser sein, da war mein alter Jabra Elite 85h beispielsweise überlegen. Im Gesamtbild werdet ihr solide vor Umgebungsgeräuschen abgeschirmt, mehr aber auch nicht.

Dafür ist der Transparenzmodus des Aventho Y überdurchschnittlich gut. Die direkte Umgebung wird über die Mikrofone gut aufgefangen und recht natürlich wiedergegeben. Der eigentliche Klang des Kopfhörers hat mir ebenfalls gut gefallen. Ab Werk ist der Sound bereits relativ warm, kann also besonders bei Rock, Pop und z. B. Metal punkten. Über verschiedene Presets oder eigene Equalizer-Einstellungen könnt ihr bei Bedarf aber auch nachhelfen.

 Neuer Over-Ear-Kopfhörer mit Charme

Manchmal klingt der beyerdynamic Aventho Y jedoch etwas "komprimiert", womit ich jetzt nicht die Bluetooth-Codecs meine. Manchmal klingen Songs, das fällt besonders bei Klassik oder Singer-Songwriter auf, etwas "gedrängt" und nicht so luftig und räumlich, wie ich mir das wünschen würde. Das ist aber wohl auch der Preisklasse geschuldet. Das Gesamtbild ist immer noch sehr ordentlich.

Mein Fazit

Der beyerdynamic Aventho Y ist zu seinem Launchpreis von 149 Euro ein guter ANC-Kopfhörer, der besonders positiv durch seinen überdurchschnittlichen Transparenzmodus auffällt. Der Hersteller hat die Geräuschunterdrückung gegenüber dem in diesem Bezug schwachen Aventho 300 tatsächlich verbessert, zugunsten des niedrigeren Preises jedoch höherwertige Bluetooth-Codecs über Bord geworfen.

Dass man den Over-Ear-Kopfhörer auf Wunsch auch zu einem Gaming-Headset umrüsten könnte, ist natürlich eine tolle Sache. Mir hat aber auch der Tragekomfort richtig gut gefallen. Schade ist, dass man den Aventho Y aber nicht zusammenfalten kann und statt eines stabilen Hardcases nur eine flatterige Stofftasche beiliegt.

 Neuer Over-Ear-Kopfhörer mit Charme

Ich denke, dass sich der Straßenpreis des beyerdynamic Aventho Y recht schnell in einem noch etwas attraktiveren Bereich einpendeln dürfte. Dann könnte es sich lohnen, bei diesem grundsoliden Over-Ear-Kopfhörer mit ANC zuzuschlagen. Das gilt doppelt, wenn ihr einen Allrounder sucht, den ihr auch als Gaming-Headset verwenden könnt.

Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kauft ihr darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision - ohne Aufpreis für euch und ohne Einfluss auf unsere redaktionelle Meinung.

Read Entire Article